{"id":1000,"date":"2011-09-28T00:02:41","date_gmt":"2011-09-28T00:02:41","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1000"},"modified":"2018-11-19T18:21:46","modified_gmt":"2018-11-19T18:21:46","slug":"typumwandlung-fur-den-heideggerianer-ein-versuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1000","title":{"rendered":"Typumwandlung f\u00fcr den Heideggerianer. Ein Versuch."},"content":{"rendered":"<p>Am Anfang des Studiums kam mir, dass eine <a href=\"http:\/\/books.google.at\/books?id=P0sDgwKhhP8C&amp;pg=PA8&amp;lpg=PA8&amp;dq=akademische+Informatik&amp;source=bl&amp;ots=hdlpf5UsUN&amp;sig=5OiZjDwtrqrNeLUNLfdDAzcQbyU&amp;hl=de&amp;ei=VWuCTuvzKozEswahyKWIDg&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CCoQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=akademische%20Informatik&amp;f=false\">akademische Informatik<\/a>, die sich gegen den ingenieurhaften Fleckerlteppich ein wenig abschottet, \u00fcberzeugendere Argumente f\u00fcr den Versuch h\u00e4tte, dem Forschungsobjekt Computer allgemein relevante Erkenntnisse abzugewinnen. Das mag zutreffen, doch wie verh\u00e4lt es sich mit dem Know <em>how<\/em>?\u00a0Mit meiner aktuellen Forschung, die Nahe an der Informatik als Ingenieurkunst ihren Aufenthalt hat, kam mir der Gedanke, dass wir Acht geben m\u00fcssen, welche materiellen und handgreiflichen Prozesse diese Wissenschaft \u00fcber dem Wasser halten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<pre>void castZuhandenheit(void* zeug) {\n        Smartphone* meinHandy;\n        meinHandy = (Smartphone*) zeug;\n        printf(\"Mein Handy %s kostet: %d EUR.\", meinHandy-&gt;name, meinHandy-&gt;preis);\n}<\/pre>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer eine Anwendung in einer <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/H%C3%B6here_Programmiersprache\">h\u00f6heren Programmiersprache<\/a> wie Java f\u00fcr ein Smartphone programmiert, kommt damit kaum in Ber\u00fchrung (ein Grund ist die<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Java_Runtime_Environment\"> isolierende Laufzeitumgebung<\/a>, die heute zu weit f\u00fchrt). Gemeint sind die Vorg\u00e4nge, die sich zwischen einer mit einem wohldefiniertem Repertoire ausgestatteten Recheneinheit und einem r\u00e4tselhaften Speicher abspielen; r\u00e4tselhaft, da er programmatisch nicht zu <em>durchschauen<\/em> ist, er erm\u00f6glicht zwar die Aufrechterhaltung des Anscheins einer Verarbeitung von strukturierten Daten, doch beherbergt tats\u00e4chlich eine nicht <em>durchschaubar<\/em>e Sammlung von Unterscheidungen, die &#8211; und in der Informatik muss man oft <em>leider<\/em> hinzuf\u00fcgen &#8211; Mehrdeutigkeiten und Entfremdungen zulassen. Der Speicher ist opak.<\/p>\n<p>Einen Zeiger kann man unterschiedlich <em>nehmen<\/em>. Man sagt: Er zeigt auf eine Adresse im Speicher. Was hei\u00dft das? Sein Inhalt erm\u00f6glicht es, wenn man ihn so nimmt, eine andere Stelle zu finden und zu ergreifen. Wenn man ihn so nimmt. Man muss ihn, wie jedes andere Zeug, zun\u00e4chst auf eine bestimmte Weise ergreifen. Erst innerhalb der Sprache, der Programmiersprache, l\u00e4sst sich das so Ergriffene als Zeiger markieren. Durch den Effekt der Markierung <em>als Zeiger<\/em> in der Sprache bekommt er die Funktion etwas herzuzeigen, das hei\u00dft zu erm\u00f6glichen, \u00a0etwas anderes zu ergreifen, was bereits (als Adresse) inbegriffen ist.<\/p>\n<p>Hat es eine Bedeutung, hier von greifen zu sprechen? Beim Zu-griff auf den Speicher sind wir in einer Situation, die kein Nachschauen erlaubt, aber ein Vorsehen. Wir k\u00f6nnen nur blind etwas ergreifen und annehmen, dass uns der Zeiger nicht irre f\u00fchrte, als er uns anwies, dort hinzugreifen, um etwas Typisches, etwas Vorgesehenes zu finden. Diese Annahme gibt unserem Griff eine Form, sie macht den Griff stabil und damit starr. Beim Zugriff halten wir durch Vorsicht das Ergriffene fest. Es wird dadurch zum Begriffenen. Durch den festen Griff kann das Ergriffene verformt werden; unbemerkt -man greift ja ins Dunkle. Wir haben uns beim Begreifen durch Vorsicht am Ergriffenen vergriffen.<\/p>\n<p>Dies ist eine, wenngleich ein wenig gek\u00fcnstelte Beschreibung einer inkorrekten<a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Typumwandlung\">\u00a0Typumwandlung<\/a> eines <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Zeiger_(Informatik)#Untypisierte_Zeiger\">untypisierten Zeigers<\/a>\u00a0mit anschlie\u00dfender <a href=\"http:\/\/icem-www.folkwang-hochschule.de\/~neuhaus\/musikinformatik\/node94.html\">Dereferenzierung<\/a>, die nicht durch die Syntax der Sprache als inkorrekt erkennbar ist. Mittelbar provoziert inkorrekte Typumwandlung schwer auffindbares, manchmal nicht deterministisches Verhalten, oder bleibt unentdeckt.<\/p>\n<p>Zum Beispiel (mit \/\/ eingeleitete Zeichen markieren Kommentare des Programmcodes bis zum Zeilenende):<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bildschirmfoto-3.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1002\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/09\/Bildschirmfoto-3-300x181.png\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"181\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ob die Typumwandlung korrekt oder inkorrekt ist h\u00e4ngt nicht nur davon ab, ob das Zeug, das man an dem Ort, auf den &#8216;zeug&#8217; zeigt, ergreift, sich auch als eine Struktur bestimmten Typs begreifen l\u00e4sst (hier: eine Smartphone-Struktur). Das ist immer m\u00f6glich. Sondern die Korrektheit h\u00e4ngt daran, dass man im Begriffenen strukturierte Daten (hier: eine ganze Zahl und eine Zeichenkette) ablesen kann, die&#8230;<\/p>\n<ul>\n<li>&#8230; technisch in der Routine weiter verarbeitbar sind (hier: f\u00fcr eine Ausgabe am Bildschirm geeignet sind), denn die Routine kann nicht anders als sie auf eine vorgesehene Weise zu begreifen), und die<\/li>\n<li>&#8230; man erwartet hat, das hei\u00dft z.B: die dem Verhalten des Programms entsprechen, das man vorgesehen hat.<\/li>\n<\/ul>\n<p>M\u00f6gliche Effekte bei Ausf\u00fchrung der obigen Routine sind also:<\/p>\n<ul>\n<li>Am Bildschirm erscheint: <code>Mein Handy Martin kostet 34 EUR.<\/code><\/li>\n<li>Am Bildschirm erscheint: <code>Mein Handy \u00b3\u2026\u00bd\u00ac\u00bc\u00bd kostet EUR.<\/code><\/li>\n<li>Am Bildschirm erscheint: <code>Segmentation fault.<\/code> (Das ist eine <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Schutzverletzung\">Fehlermeldung<\/a>, die den vom System nicht erlaubten oder nicht m\u00f6glichen Zugriff auf eine Stelle im Speicher meldet.)<\/li>\n<\/ul>\n<p>\u00dcber Speicher und Referenz w\u00e4re noch mehr zu sagen. Vielleicht bald.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ergreifen, Zugreifen, Begreifen, Vergreifen.<\/p>\n<p>Vorsicht und Durchsicht.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3],"tags":[36,73,99,148,164,178,189,211],"class_list":["post-1000","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-bric-a-brac","tag-begreifen","tag-ergreifen","tag-informatisch","tag-querbrucke","tag-speicher","tag-transparent","tag-vergreifen","tag-zugreifen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1000","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1000"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1000\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2292,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1000\/revisions\/2292"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1000"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1000"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1000"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}