{"id":1056,"date":"2012-02-17T18:42:03","date_gmt":"2012-02-17T18:42:03","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1056"},"modified":"2018-11-18T10:49:42","modified_gmt":"2018-11-18T10:49:42","slug":"das-treue-subjekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1056","title":{"rendered":"Das treue Subjekt"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\">\n<a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/lacan-treues-subjekt.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2012\/02\/lacan-treues-subjekt-300x167.jpg\" alt=\"\" title=\"lacan-treues-subjekt\" width=\"300\" height=\"167\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1057\" \/><\/a>\n<\/p>\n<p>Ein Beispiel daf\u00fcr, wie die Politik dem Formalismus Badious vorausgeht, sind seine &#8220;Matheme&#8221; in <em>Sein und Ereignis 2<\/em>. Das oben wiedergegebene formelartige Gebilde bezeichnet nach seiner an Lacan geschulten Methode das <strong>sujet fid\u00e8le<\/strong> (S.61, frz. Ausgabe). Als Erkl\u00e4rung erz\u00e4hlt Badiou die Geschichte vom Spartakusaufstand. Die Sklaven reagierten auf eine Botschaft: <em>Wir wollen zur\u00fcck nach Hause<\/em>. Diese Devise trifft unterjochte K\u00f6rper und f\u00fchrt zu einer Reihe von Entscheidungen, die eine (neue) Gegenwart er\u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Das klingt ganz bieder, aber eigentlich auch wie eine Comicsversion von Geschichte: Inspiration &#8211; Mobilisierung &#8211; Aufbruch. Und dies ist nun genau der Sinn, den Badiou in das Mathem hineinlegt. Das Epsilon steht f\u00fcr die Spur eines <strong>E<\/strong>reignisses, ein <strong>C<\/strong> f\u00fcr corps, unter dem Strich ist der K\u00f6rper unterworfen. Zus\u00e4tzlich sind diese unterworfenen K\u00f6rper verstreut, ohne inneres Ordnungsprinzip, darum wird klein-<strong>c<\/strong> durchgestrichen. Disparate K\u00f6rper unter dem Anspruch der Botschaft produzieren durch ihre Entscheidungen eine Gegenwart (<strong>p<\/strong>resence, daher das Pi). Insgesamt haben wir es mit einem Subjekt in Treue gegen\u00fcber dem initialen Ereignis zu tun.<\/p>\n<p>Diese Gegenwart ist auch eine neue Wahrheit. Sie war in den r\u00f6mischen Zust\u00e4nden nicht vorhersehbar. Von daher ergibt sich ein Bogen zum Badiou-Zitat, das Andreas Kirchner im vorigen Beitrag anf\u00fchrt und das eine \u00e4hnliche Argumentationsform in der avancierten Mengentheorie reklamiert.<\/p>\n<p>Das alles ist mit angehaltenem Atem geschrieben. Es gibt eine Stimme in mir, die einfach herausplatzen will: Was f\u00fcr ein Krampf! &#8220;Sowohl als auch&#8221;? Ich weiss nicht und brauche Zeit.      <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Beispiel daf\u00fcr, wie die Politik dem Formalismus Badious vorausgeht, sind seine &#8220;Matheme&#8221; in Sein und Ereignis 2. Das oben wiedergegebene formelartige Gebilde bezeichnet nach seiner an Lacan geschulten Methode das sujet fid\u00e8le (S.61, frz. Ausgabe). Als Erkl\u00e4rung erz\u00e4hlt Badiou die Geschichte vom Spartakusaufstand. Die Sklaven reagierten auf eine Botschaft: Wir wollen zur\u00fcck nach Hause.<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1056\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[34],"class_list":["post-1056","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philosophie-klassisch","tag-badiou"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1056","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1056"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1056\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2274,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1056\/revisions\/2274"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1056"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1056"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1056"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}