{"id":1098,"date":"2012-06-12T11:44:39","date_gmt":"2012-06-12T11:44:39","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1098"},"modified":"2018-11-18T10:48:40","modified_gmt":"2018-11-18T10:48:40","slug":"peer-review-global","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1098","title":{"rendered":"peer review global"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/library-c.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2012\/06\/library-c.gif\" alt=\"\" title=\"library-c\" width=\"358\" height=\"221\" class=\"alignright size-full wp-image-1099\" \/><\/a><\/p>\n<p>Vor 35 Jahren kannte man als aufstrebender Philosoph im deutschen Sprachraum zumindest einen Professor, der eine Zeitschrift herausgab und jungen Wissenschaftlern eine Publikationsm\u00f6glichkeit bot. Auf diese Weise habe ich im <a href=\"http:\/\/www.uni-salzburg.at\/portal\/page?_pageid=345,173587&#038;_dad=portal&#038;_schema=PORTAL\">Salzburger Jahrbuch f\u00fcr Philosophie<\/a>, im <a href=\"http:\/\/www.braumueller.at\/shop\/catalog\/index.php?reihenID=40\">Wiener Jahrbuch f\u00fcr Philosophie<\/a> und im <a href=\"http:\/\/www.verlag-alber.de\/jahrbuecher\/uebersicht_html?k_onl_struktur=1375125\">Philosophischen Jahrbuch der G\u00f6rres-Gesellschaft<\/a> publiziert, bis ich Mut fasste und zur <a href=\"http:\/\/www.klostermann.de\/zeitsch\/zphf_hmp.htm\">Zeitschrift f\u00fcr philosophische Forschung<\/a> aufstieg. Der Kreis der Nachwuchstalente war \u00fcberschaubar. Mentoren, die man damals noch nicht so nannte, k\u00fcmmerten sich um den akademischen Nachwuchs.<\/p>\n<p>Die Internationalisierung der philosophischen Forschung, der Publikationsdruck und die Ranking-Tabellen haben das gr\u00fcndlich ver\u00e4ndert. Vor einem Monat erhielt ich die Anfrage eines renommierten skandinavischen Journals, ob ich einen Artikel \u00fcber interkulturelle Ethik, &#8220;a transdisciplinarity-oriented study&#8221; beurteilen wolle. Das ist \u00fcberhaupt nicht mein Fachgebiet. Irgendeine verquere Assoziation bei einer Google-Suche muss f\u00fcr diese Einladung verantwortlich sein. Neugierig war ich aber schon, daher sagte ich zu.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/eu.wiley.com\/WileyCDA\/Section\/index.html\">Wiley<\/a> ist einer der wichtigsten Verlage im Buch- und Zeitschriftengesch\u00e4ft weltweit, entsprechend professionell ist die Zug\u00e4nglichkeit des Artikels und die Handhabung des Review-Prozesses. An die Stelle der pers\u00f6nlichen Bekanntschaft mit &#8220;\u00e4lteren Staatsm\u00e4nnern&#8221; tritt eine Suchmaschine, eine Datenbankstruktur und ganz am Ende ein Schiedsrichter. Ich will das nicht abwerten, die Bedingungen haben sich ge\u00e4ndert. Aber der Artikel hatte es wirklich in sich.  <!--more--><\/p>\n<blockquote><p>\nExaggeratedly and aggregatedly it is often argued that on a daily basis it appears that many Germans for example are duty driven, but also consider the consequences of their acts as highly important, while many Africans act according to specific African virtues, values and duties. &#8230; those statements might be still acceptable for a travel guide book, but their acceptability for a philosophical account is limited due to their generalizing momentum &#8230;<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\nWith this approach we attempt to show that otherness often is dichotomized, politicized and &#8216;constructed&#8217; and has to be &#8216;deconstructed&#8217; to reconstruct the relation between different cultural groups which regard their fellow human beings with different cultural background as &#8216;the other&#8217; (e.g. &#8216;the black man&#8217; and &#8216;the white man&#8217;).<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Pointe des Beitrags besteht darin, dass man nicht von &#8220;Schwarzen&#8221; und &#8220;Weissen&#8221; sprechen sollte, weil die Farbe der einen meist braun, die der anderen beige-rosa ist und damit unn\u00fctz Andersheit erzeugt wird. Im Hinblick auf die analytisch-professionelle Ausrichtung der Zeitschrift, f\u00fcr welche die Einreichung gedacht war, ist es eine drastische Themenverfehlung. Der ganze Apparat des peer reviews wird eingesetzt, um einen eklatanten  Missgriff auszuschalten. Es ist, als ob man eine Wasserprobe aus der Donau ins Labor schickt, um seine Eignung als Trinkwasser zu pr\u00fcfen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 35 Jahren kannte man als aufstrebender Philosoph im deutschen Sprachraum zumindest einen Professor, der eine Zeitschrift herausgab und jungen Wissenschaftlern eine Publikationsm\u00f6glichkeit bot. 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