{"id":1381,"date":"2014-02-19T14:07:37","date_gmt":"2014-02-19T14:07:37","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1381"},"modified":"2018-11-15T16:41:17","modified_gmt":"2018-11-15T16:41:17","slug":"entschieden-zu-kurz-gehn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1381","title":{"rendered":"entschieden zu kurz geh&#8217;n"},"content":{"rendered":"<p>Philosophie und Journalismus haben dies gemeinsam: Sie gleichen den Mangel an Detailwissen gerne mit kategorischen Behauptungen aus. Aber sie k\u00f6nnen auch anders. Isolde Charim nimmt im <em>Standard\u00a0<\/em>das Projekt Mariahilferstra\u00dfe zum Anlass einer philosophischen Skizze. Ihre \u00dcberlegungen kurz gefasst: <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/1389860737229\/Im-shared-space-schafft-Deregulierung-Ordnung\">Deregulierung schafft Ordnung<\/a>.<\/p>\n<p>Der Text ist eng gef\u00fchrt und gut argumentiert. Im Fall der &#8220;Begegnungszone&#8221; f\u00fchrt der Verzicht auf Verkehrsvorschriften dazu, dass sich das Verhalten der Verkehrsteilnehmerinnen ohne Staatsmacht aufeinander einpendelt. Ein interessanter Aspekt, der zusammenfassend ohne Wenn und Aber formuliert wird:<\/p>\n<blockquote><p>Das ist die &#8220;unsichtbare Hand&#8221; der Begegnungszone, die die Egoismen der Einzelnen zu einem gro\u00dfen, funktionierenden Ganzen verbindet. Ganz ohne Moral. Die Selbsterhaltung widerlegt Hobbes: Jenseits der alles regulierenden Autorit\u00e4t liegt nicht das Chaos, sondern der &#8220;shared space&#8221;.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf dem Papier fein geschliffene Pointen sind lustvoll. In diesem Fall vergeht der Spa\u00df allerdings, sobald man n\u00e4her hinsieht. Nach Isolde Charims These k\u00f6nnte man auch die freie Wahl des Sitzplatzes im Kino als eine Errungenschaft der unsichtbaren Hand herausstellen. Es braucht keine Nummern, die Besucherinnen w\u00e4hlen ihre Pl\u00e4tze selbst. &#8212; Vorausgesetzt am Eingang steht eine Ordnungsh\u00fcterin, die nur bestimmte Personen einl\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p>Kann es der Kolumnistin entgangen sein, dass rechts und links von der Mariahilferstra\u00dfe eine &#8220;alles regulierende Autorit\u00e4t&#8221; eingegriffen hat, ohne welche sich der Freiraum nicht erg\u00e4be?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/ma2.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-1383\" alt=\"ma2\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/ma2.png\" width=\"426\" height=\"307\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist auch keine unsichtbare Hand, welche die Idylle des autofreien gr\u00fcnen Paradieses gezeichnet hat, die entsteht, wenn der Busverkehr umgeleitet wird. Von diesen Un-Orten fertigte das st\u00e4dtische Planungsb\u00fcro keine sch\u00f6nen Bilder an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Philosophie und guter Journalismus sind darin vergleichbar: Sie behalten im Blick, was die Autorit\u00e4ten vertuschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/ma4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter  wp-image-1385\" alt=\"ma4\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2014\/02\/ma4.jpg\" width=\"521\" height=\"347\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Philosophie und Journalismus haben dies gemeinsam: Sie gleichen den Mangel an Detailwissen gerne mit kategorischen Behauptungen aus. Aber sie k\u00f6nnen auch anders. Isolde Charim nimmt im Standard\u00a0das Projekt Mariahilferstra\u00dfe zum Anlass einer philosophischen Skizze. Ihre \u00dcberlegungen kurz gefasst: Deregulierung schafft Ordnung. Der Text ist eng gef\u00fchrt und gut argumentiert. Im Fall der &#8220;Begegnungszone&#8221; f\u00fchrt der<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1381\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-1381","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-politik-2"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1381","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1381"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1381\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2195,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1381\/revisions\/2195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1381"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1381"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1381"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}