{"id":1497,"date":"2014-12-20T18:20:44","date_gmt":"2014-12-20T18:20:44","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1497"},"modified":"2018-11-15T16:36:00","modified_gmt":"2018-11-15T16:36:00","slug":"beyond-judgement-protestkunst-unibrennt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1497","title":{"rendered":"Beyond judgement? Protestkunst Unibrennt"},"content":{"rendered":"<blockquote><p>&#8220;Bei der Erz\u00e4hlung einer wohlbekannten und somit klassifizierbaren Geschichte kann ein &#8220;beil\u00e4ufiges&#8221; Detail die ganze Tragweite der Geschichte ver\u00e4ndern.&#8221; (Michel de Certeau, Kunst des Handelns, S. 174)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sleek-mag.com\/showroom\/2013\/11\/anonymous-materials-at-fridericianum\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1498 size-medium\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Screenshot_2014-12-20_15-09-38-182x300.png\" alt=\"Screenshot_2014-12-20_15-09-38\" width=\"182\" height=\"300\" \/><\/a><\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Blog-Eintrag\u00a0handelt von der Arbeit mit Bestehendem. Konkret von einem Artikel eines Kunstmagazins \u00fcber Kunst im Zeitalter der\u00a0Digitalisierung, der Unibrennt-Bewegung (Welche beim Festival f\u00fcr digitale Kunst Ars Electronica <a href=\"http:\/\/rhizomorph.wordpress.com\/arsbrennt\/\">einen Preis bekam<\/a>), und dem reichhaltigen Buch &#8220;Kunst des Handelns&#8221; von Michel de Certeau (eine Mischung aus pointierten Aussages\u00e4tzen und komprimiert-verschachtelten spekulativen \u00dcberlegungen), in dem es um die inkorporierte Intelligenz der Alltagspraxis geht.<\/p>\n<p>Der Artikel ist auch ein Pl\u00e4doyer f\u00fcrs Ausprobieren &#8211; und f\u00fcrs Ins-Spiel-Bringen von Heterogenem.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die August 2014-Ausgabe des Kunstmagazins Monopol legte den Themen-Schwerpunkt auf Kunst im Rahmen der Digitalisierung. Genauer gesagt, geht man nach dem Hauptartikel des Magazins, bilden die Prozesse der Digitalisierung gar keinen Rahmen &#8211; f\u00fcr uns. Man findet Datenfl\u00fcsse, die durch die global und parallel stattfindende Verarbeitung von Daten st\u00e4ndig pulsieren und ihre Gestalt \u00e4ndern. Man kann sie jederzeit aufrufen. Jeder Aufruf kommt mit einer anderen Gestalt zur\u00fcck.<\/p>\n<p>&#8220;Was k\u00f6nnen wir \u00fcberhaupt noch sagen?&#8221;, fragt man sich in so einer Situation. Die einfache Version ist: Nichts. Wir brauchen auch nichts sagen. Wir brauchen nur zu sein und uns bewegen. Eine Beurteilung ist m\u00fc\u00dfig, so auch f\u00fcr die K\u00fcnstler:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Jede Kunstbewegung ist heute vom Internet absorbiert und verdaut&#8221;, sagt Josh Kline. Die Idee, dass ein junger K\u00fcnstler sich gegen seine Vorg\u00e4nger auflehne und die Kunstgeschichte fortschreibe, sei obsolet. &#8220;Solche Gesten sind wie Photoshop-Filter &#8211; click and apply.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Aufgaben der Philosophie<\/strong><\/p>\n<p>Das obige Zitat stammt vom Monopol-Essayisten Sebastian Frenzel. Er referenziert zu Beginn einen Artikel der Kunsthistorikerin Chus Mart\u00ednez: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.e-flux.com\/journal\/the-octopus-in-love\">The Octopus in Love<\/a>&#8220;, die den Organismus Krake als Modell f\u00fcr k\u00fcnstlerische Institutionen nimmt. Teile eines Ganzen die unabh\u00e4ngig voneinander agieren und trotzdem die Integrit\u00e4t nicht zerst\u00f6ren. Sie beruft sich auf den franz\u00f6sischen Philosophen Michel Serres, um das Ende der kritischen Philosophie zu markieren und das der erfinderischen Philosophie zu erl\u00e4utern:<\/p>\n<blockquote><p>To invent, according to Serres, means to abandon the notion that philosophy has the right to judge. In the process, philosophy regains its ability to create. To invent is to produce that which will foster production, to formulate and express a system of laws, to understand and apply scientific possibilities.<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1486#more-1486\">Eine Aufgabe der Philosophie ist Begriffskl\u00e4rung<\/a>. Eine andere ist Erfindung &#8211; das Erkunden von Wegen und das Aufzeigen von Optionen.<\/p>\n<p>Anbei ein paar Gedanken zu einer\u00a0Situation, die mich in diesem Zusammenhang besch\u00e4ftigt: Der Bildungsprotest\u00a0Unibrennt.<\/p>\n<p><strong>Beurteilen<\/strong><br \/>\nW\u00e4hrend den Unibrennt Protesten 2009 wurde in mindestens zwei Philosophie-Vorlesungen \u00fcber oder zum Protest diskutiert (<a href=\"http:\/\/philo.at\/wiki_stuff\/rv\/rv-05-11-09.mp3\">Eins<\/a>,<a href=\"http:\/\/philo.at\/wiki_stuff\/rv\/rv-10-12-09.mp3\"> Zwei<\/a>). Unter anderem wurde der Slogan &#8220;Freie Bildung&#8221; auseinandergenommen und ihr ideologischer Gehalt ausbuchstabiert. Man kommt dabei leicht in die Rolle der Spielverderberin (wo man &#8211; um Sympathie zu bekommen &#8211; sich leicht h\u00e4tte solidarisieren k\u00f6nnen). War das Beleuchten von Wortgebr\u00e4uchen hier produktiv? Es hat zumindest eine Reihe von Kommentaren provoziert und Leute zum Denken gebracht. <a href=\"http:\/\/philo.at\/wiki\/index.php\/Benutzer:Andyk\/MuD09\/Nemeth_ueber_Proteste\">Eine erste Reaktion von mir war<\/a>, dass es beim Protest nicht so sehr um die Worte geht, sondern um Taten:<\/p>\n<blockquote><p>Vielleicht sollte man Proteste nicht nur danach bewerten, welche Begrifflichkeiten sie verwenden, sondern auch in Rechnung stellen, was sich durch ihre Handlungen ausdr\u00fcckt. Nur weil man sich sprachlich nicht ad\u00e4quat ausdr\u00fcckt, hei\u00dft das nicht, dass die Handlungen unberechtigt sind.<\/p><\/blockquote>\n<p>Man k\u00f6nnte hier &#8211; nach 5 Jahren &#8211; einen R\u00fcckblick der Unibrennt-Bewegung geben und herausstellen, dass die Protesthandlungen auch zu Ergebnissen gef\u00fchrt haben. Das herauszustellen ist ziemlich anstrengend, weil man zun\u00e4chst immer den Misserfolg im Hinterkopf hat, wie aus <a href=\"http:\/\/cba.fro.at\/271884\">einer Sendung des Radiomagazins der \u00d6H Salzburg<\/a>\u00a0erkennbar wird. Am Besten hat Christoph Hubatschke in seinem <a href=\"http:\/\/www.diebresche.org\/die-folgen-von-unibrennt-sind-auch-erfolge\/\">Blog &#8220;Die Bresche&#8221;<\/a>\u00a0einen R\u00fcckblick und Ergebnisse zusammengestellt. Er war\u00a0der einzige Philosophie-Student in meinem Umfeld, der sich intensiv in der Unibrennt-Bewegung engagierte: Er nennt als Ergebnisse u.A. die Belebung der Widerstandskultur (ich vermute, nicht an den Universit\u00e4ten), eine St\u00e4rkung der \u00d6H durch R\u00fcck\u00e4nderung des \u00d6H-Wahlgesetzes (ein zweischneidiges\u00a0Ergebnis einer Bewegung, die das Etablieren von Repr\u00e4sentantinnen ablehnte), kein Kunst-Bachelor an der Bildenden, und das Projekt &#8220;<a href=\"http:\/\/www.vinzirast.at\/632\/vinzirast_mittendrin.html\">VinziRast mittendrinn<\/a>&#8221; &#8211; ein Wohnprojekt mit Studentinnen (m\/w) und ehemaligen Obdachlosen (<a href=\"http:\/\/www.vinzirast.at\/634\/cecily_corti_und_vinzirast.html\">das Haus als Notschlafstelle\u00a0gab es\u00a0bereits vor Unibrennt<\/a>). Christophs\u00a0Blogserie schliesst mit dem bescheidenen Urteil: &#8220;Niemand kann unibrennt in seiner Ganzheit beurteilen, immer entgeht uns \u201eirgend etwas\u201c.&#8221;<\/p>\n<p>Christoph versucht beschr\u00e4nkte\u00a0Urteile und Analysen der Situation und schliesst dann mit einer Behauptung, dass die Bewegung &#8211; auch nach 5 Jahren &#8211; das Verst\u00e4ndnis des Einzelnen transzendiert. Vielleicht kann man gemeinsam die Urteile verfeinern? Hier ein Beitrag: Was in der Blogserie verpasst wurde ist eine Aufarbeitung \u00fcber die Mediennutzung.\u00a0<a href=\"http:\/\/www.diebresche.org\/unibrennt-oder-wie-twitter\/\">Im Text wird noch immer der Ars Electronica Einreichtext affirmativ zitiert<\/a> und von der professionellen Verwendung von Medien gesprochen.<a href=\"http:\/\/aka.fragtsich.eu\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=68:verwerfung-emulation-und-bemaechtigung-globaler-netzwerke-bildungsproteste-in-oesterreich&amp;catid=38:middoc&amp;Itemid=67\"> Ich sehe das anders<\/a>. Dass die Domain <a href=\"http:\/\/unsereuni.at\">unsereuni.at<\/a> auf schreckliche Weise nun von einer PR-Firma besetzt wurde ist fast eine List der (kapitalistischen) Vernunft. \ud83d\ude42<\/p>\n<p><strong>Hindeuten<\/strong><\/p>\n<p>Um einiges entschiedener f\u00e4llt das Urteil \u00fcber die Unm\u00f6glichkeit eines Urteils im Monopol-Essay aus. Es werden Ideen des &#8220;spekulativen Realismus&#8221; herangezogen und in Bezug auf Post-Internet-Art (Kunst, die das Internet nicht als Werkzeug sondern als selbstverst\u00e4ndliches Feature der Welt\u00a0h\u00e4lt) gesetzt:<\/p>\n<blockquote><p>Seit den Anf\u00e4ngen der neuzeitlichen \u00c4sthetik bei Kant und Schiller bildet die \u00e4sthetische Erfahrung als `freies Spiel der Erkenntnisverm\u00f6gen` die Grundlage moderner Subjektivit\u00e4t. Das fluide, &#8220;anonyme Material&#8221; heutiger K\u00fcnstler hat aber nicht mehr Pr\u00e4senz als eine Laborprobe, nicht mehr Sinnlichkeit als ein Werbemotiv. [Anmerkung A.K.: Hier <a href=\"http:\/\/www.aqnb.com\/2013\/10\/08\/artists-working-with-anonymous-materials\/\">ein paar Beispiele<\/a>] Kontemplation und Komplexit\u00e4t, ein Moment der Entfremdung von der Welt als Erfahrung von Autonomie und subjektiver Freiheit &#8211; sch\u00f6ne, aber etwas \u00fcberholte Ideen. Der Zeigefinger bleibt unten (daf\u00fcr sind die K\u00fcnstler zu sehr ins System verstrickt), aber die Botschaft ist eindeutig: Der Betrachter ist selbst Bewohner des Labors. Die Versuchsanordnungen haben zweifelsfrei erwiesen, dass er nicht in der Lage ist, \u00e4sthetische Urteile zu f\u00e4llen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Man kann, so der Essay weiter, &#8220;die Objekte nicht begreifen, sondern durch \u00e4sthetische Praktiken nur auf sie hindeuten&#8221;.<\/p>\n<p>Man verliert interessante Problemstellungen (und Protestm\u00f6glichkeiten), wenn man auf die M\u00f6glichkeit des tempor\u00e4ren Distanzierens\u00a0vom Geschehen von vornherein verzichtet, z.B. die Bildungsthematik.\u00a0Im allgemeinen sind Versuchsanordnungen, die etwas <em>zweifelsfrei<\/em> erweisen, mit Vorsicht zu geniessen.<\/p>\n<p><strong>Die Kunst der Theorie\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Kurz angerissen: Eine Problematisierung des Prozesses der Entkoppelung, bzw. vor allem dem der eindeutigen Trennung von dunklem Alltag und erleuchteter Wissenschaft versuchte Michel De Certeau in <i>L&#8217;Invention du Quotidien. Vol. 1, Arts de Faire<\/i>, Paris 1980 (deutsch:\u00a0<i>Kunst des Handelns<\/i>,\u00a0<a title=\"Merve Verlag\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Merve_Verlag\">Merve Verlag<\/a>, Berlin 1988), zu der an anderer Stelle noch mehr zu \u00fcberlegen sein wird:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Von dem, was sich undeutlich im dunklen Untergrund des Wissens bewegt, &#8220;reflektiert&#8221; die Theorie einen Teil im hellen Licht der &#8220;wissenschaftlichen&#8221; Sprache. Trotz der historischen Wandlungen des Bewusstseins oder der aufeinanderfolgenden Definitionen des Wissens bleibt seit drei Jahrhunderten die Kombination von zwei getrennten Begriffen bestehen: auf der einen Seite steht eine &#8220;unkultivierte&#8221; und referentielle Kenntnis und auf der anderen ein aufkl\u00e4render Diskurs, der bei Licht die umgekehrte Repr\u00e4sentation seiner dunklen Quelle produziert. Dieser Diskurs ist &#8220;Theorie&#8221;. Er bewahrt dem Wort seine antike und klassische Bedeutung von &#8220;sehen\/sehend machen&#8221; oder von &#8220;betrachten&#8221; (theorein). Er ist &#8220;aufgekl\u00e4rt&#8221; oder &#8220;erleuchtet&#8221;. Das primitive Wissen wird in dem Masse, wie es zunehmend von den Techniken und Sprachen getrennt wird, die es objektivierten, zu einer Intelligenz des Subjekts, die schlecht oder allenfalls durch neutrale Begriffe (Flair, Takt, Geschmack, ein Urteil, einen Instinkt etc. haben) definiert wird, welche zwischen den Bereichen des \u00c4sthetischen, des Kognitiven oder der Reflexion schwanken, als ob das &#8220;Know-How&#8221; sich auf ein unfassbares Prinzip des Wissens beschr\u00e4nkte.&#8221;\u00a0(Michel de Certeau, Kunst des Handelns, S. 148)<\/p><\/blockquote>\n<p>De Certeaus nachfolgender Vorschlag ist Theorie in Form einer Erz\u00e4hlung zu versuchen, d.h. zugeben, dass auch Theorie praktiziert und fabriziert ist. Eine Form der Erz\u00e4hlung jedoch, die &#8220;genau ihrem Gegenstand gerecht wird und die in dieser Hinsicht nicht mehr das Andere des Wissens ist, sondern eine Variante des wissenden Diskurses und eine Autorit\u00e4t in Sachen Theorie. [&#8230;] Die Erz\u00e4hlung ist nicht der Ausdruck einer Praktik. Sie beschr\u00e4nkt sich nicht darauf, \u00fcber eine Bewegung zu sprechen. Sie <em>vollzieht<\/em> die Bewegung. Man versteht eine Bewegung, indem man den Tanz mitmacht.&#8221; (Michel de Certeau, Kunst des Handelns, S. 157f)<\/p>\n<p>Kommen wir zu einer oben zitierten Idee zur\u00fcck, n\u00e4mlich: in Rechnung stellen, wie sich\u00a0<em>Handlungen<\/em> ausdr\u00fccken. Das kann lehrreich f\u00fcr Proteste sein. De Certeau versucht eine Theorie der Kunst, die versteht, dass das Fabrizieren einer Theorie selbst eine Kunst ist. Vor allem geht es dabei um den Stil. Aktivit\u00e4ten im Alltag, etwa das Gehen in der Stadt, werden als eine Rhetorik aufgefasst, die f\u00e4hig sind, von Oben verordnete Konzepte der Stadtverwendung zu modifizieren. Es gibt Topiken, Muster, die etwas Bestehendes durch kleine Details aus der Balance bringen und \u00fcberraschend ver\u00e4ndern. De Certeau geht es um Vorgehensweisen, &#8220;die der Disziplin entkommen, ohne jedoch ihren Einflussbereich zu verlassen[\u2026]&#8221; (Michel de Certeau, Kunst des Handelns, S. 187)<\/p>\n<p><strong>Zusammenfassung<\/strong><\/p>\n<p>Nicht nur in Kunst und Wissenschaft, auch im Politischen gibt es verschiedene Formen der Auseinandersetzung mit Bestehendem. Sie sind in ihrer Kombinationskraft am N\u00fctzlichsten, vor allem wenn es darum geht, es beim n\u00e4chsten Mal besser zu machen.<\/p>\n<p>Hier f\u00fcr die Unibrennt-Proteste:<\/p>\n<ul>\n<li>Den Protesten durch ihre Sprachverwendung die Ideologie aufzeigen, der sie unterliegen<\/li>\n<li>Die Proteste in der Art und Weise der Protestaus\u00fcbung beurteilen<\/li>\n<li>Die Proteste nach ihren Ergebnissen beurteilen<\/li>\n<li>Die Protestaus\u00fcbung nachvollziehen, ein\u00fcben, ggf. in andere Richtungen lenken<\/li>\n<\/ul>\n<p>Ich schliesse mit einer<a href=\"http:\/\/www.diebresche.org\/und-wir-scheitern-immer-besser\/\" target=\"_blank\"> Geschichte in Christoph Hubatschke&#8217;s Blog<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>Unibrennt ist immer vielf\u00e4ltig gewesen: bunt, dreckig, heterogen, spannend wie erm\u00fcdend, schlagkr\u00e4ftig wie blockiert. Unibrennt hat vieles getan: besetzt, gekocht, diskutiert, gefordert, gek\u00e4mpft und getanzt. Unibrennt ist immer vieles gewesen, aber sicher ist es nicht <em>einfach<\/em> gescheitert.<br \/>\nDenn was es braucht ist ein anderes Verst\u00e4ndnis von Scheitern, nicht ein Brandmarken und Kategorisieren als Niederlage, sondern vielmehr die Entschlossenheit, sich dem Unangenehmen zu stellen [\u2026] Ein Scheitern also, das lehrreich ist, ein Scheitern das neue Perspektiven er\u00f6ffnet, ein Scheitern also, das auch immer schon Teil eines Neustarts ist, jedoch keines kompletten Neustarts bei Null, sondern eines neuen Versuchs aufbauend auf den Erfahrungen und Ergebnissen des Vorangegangen. Vielleicht geht es also nicht nur ums Durchsetzen, ums Erobern, ums \u201eGewinnen\u201c, vielleicht geht es immer auch ein bisschen darum die Konfrontation mit dem Unangenehmen als Chance und als Antrieb f\u00fcr einen neuen Versuch zu sehen, ganz wie es Beckett in [\u2026] unerreichter Leichtigkeit [\u2026] formulierte:<\/p>\n<p>Ever tried. Ever failed. No matter.<br \/>\nTry again. Fail again. Fail better.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die\u00a0zwei genannten\u00a0Aufgaben der Philosophie, die Begriffskl\u00e4rung und das Erkunden von Wegen, k\u00f6nnen mit dem selben Zitat motiviert werden, das der stetigen Verbesserung, basierend auf der Arbeit mit Bestehendem.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Bei der Erz\u00e4hlung einer wohlbekannten und somit klassifizierbaren Geschichte kann ein &#8220;beil\u00e4ufiges&#8221; Detail die ganze Tragweite der Geschichte ver\u00e4ndern.&#8221; (Michel de Certeau, Kunst des Handelns, S. 174) Dieser Blog-Eintrag\u00a0handelt von der Arbeit mit Bestehendem. Konkret von einem Artikel eines Kunstmagazins \u00fcber Kunst im Zeitalter der\u00a0Digitalisierung, der Unibrennt-Bewegung (Welche beim Festival f\u00fcr digitale Kunst Ars Electronica<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1497\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-1497","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-netzwerke"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1497","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1497"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1497\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2179,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1497\/revisions\/2179"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1497"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1497"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1497"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}