{"id":1543,"date":"2015-05-11T09:52:58","date_gmt":"2015-05-11T09:52:58","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1543"},"modified":"2018-11-15T16:32:24","modified_gmt":"2018-11-15T16:32:24","slug":"ich-bitte-sie-alle-sind-sie-aufmerksam","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1543","title":{"rendered":"&#8220;Ich bitte Sie alle: sind Sie aufmerksam!&#8221;"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\">\n<a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/I_gehdenken.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-1545\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/I_gehdenken.jpg\" alt=\"I_gehdenken\" width=\"430\" height=\"150\" \/><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p>Gerd Bachmann macht auf einen <a href=\"http:\/\/orf.at\/stories\/2277770\/2277771\/\">ORF-Bericht<\/a> aufmerksam[1. Ich beziehe mich auf seinen Beitrag in der mailing list <a href=\"http:\/\/philo.at\/cgi-bin\/mailman\/private\/epoche\/2015-May\/001925.html\">epoche<\/a>. Zug\u00e4nglich f\u00fcr Subskribentinnen]. Es geht um das \u201cFest der Freude\u201d zum Gedenken an das Ende des 2. Weltkriegs.<\/p>\n<blockquote><p>Die Zeitzeugin Helga Emperger, die erz\u00e4hlte, wie sie 1944 von der<br \/>\nGestapo inhaftiert wurde, appellierte an die Besucherinnen und Besucher:<br \/>\n\u201eSeien Sie aufmerksam, seien Sie wachsam, und sollte es irgendwo<br \/>\nTendenzen geben, die unsere \u00f6sterreichische Demokratie gef\u00e4hrden, stehen<br \/>\nSie auf!\n<\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In dieser Zusammenfassung fehlt ein wichtiger Kontext. Der entscheidende Punkt ist nicht die Verhaftung, sondern die Hinrichtung zweier K\u00e4rntner Widerstandsk\u00e4mpferinnen, der Mutter und der Tante Helga Empergers. Ihre Worte muss man geh\u00f6rt haben:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[jwplayer player=&#8221;1&#8243; mediaid=&#8221;1547&#8243;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus dieser Erfahrung folgt der Aufruf, der im Nachrichtentext gesch\u00f6nt wiedergegeben wird. Im Original lautet die Passage n\u00e4mlich &#8220;Ich bitte Sie alle: <strong>sind<\/strong> sie aufmerksam! <strong>sind<\/strong> Sie wachsam!&#8221; Das ist zwar nur ein kleines Detail, aber dennoch Vorbote einer grauenhaften Vereinnahmung der K\u00e4rntnerin zum Zweck des Staatsrundfunks. \u00dcberzeugen Sie sich selbst:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[jwplayer mediaid=&#8221;1551&#8243;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf die gebrechliche Stimme der alten Frau folgt das Fortissimo der Wiener Symphoniker mit dem Gassenhauer, dem immergr\u00fcnen <strong>Schlager<\/strong> der Freiheit. Diese Nutzanwendung des Appells macht sprachlos. Ich hoffe, dass Gerd Bachmann das Morgenjournal nicht geh\u00f6rt hat, denn er nimmt das Zitat zum Anlass f\u00fcr einen Notruf:<\/p>\n<blockquote><p>Nun ich sehe in der nur verhalten gegengesteuerten<br \/>\nkompletten Entdemokratisierung der \u00f6sterreichischen Universit\u00e4ten<br \/>\neine Tendenz zur Gef\u00e4hrdung der \u00f6sterreichischen Demokratie.<br \/>\nDemokratie muss an staatlichen Universit\u00e4ten wieder erlernt und<br \/>\ngepflegt werden k\u00f6nnen. Automomie ist kein Freibrief f\u00fcr<br \/>\nundemokratische Organisationsform.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein Forderungskatalog unterstreicht das Anliegen. Direkte Rektorswahl durch alle Universit\u00e4tsangeh\u00f6rigen, halbj\u00e4hrliche \u00f6ffentliche Fakult\u00e4tssitzungen, weitestgehende Transparenz aller Beratungs- und Planungsarbeiten und, nicht zu vergessen, eine besondere Auskunftspflicht gegen\u00fcber dem Betriebsrat.<\/p>\n<blockquote><p>Darum fordere ich erneut:<br \/>\n&#8211; Demokratische direkte Wahl des\/der Rektor\/in durch alle<br \/>\nUniversit\u00e4tsangeh\u00f6rigen.<br \/>\n&#8211; halbj\u00e4hrliche erweitere Fakult\u00e4tssitzungen mit Zugang f\u00fcr alle<br \/>\nUniversit\u00e4tsangestellte und Plicht der Dekan\/Innen zur Beantwortung<br \/>\ndringender Anfragen<br \/>\n&#8211; Zugang aller Universit\u00e4tsangeh\u00f6rigen zu (streng vertrauliches\/ Namen<br \/>\nausgemommen ) Protokollen aller Gremien und Pflicht zu mind.<br \/>\nviertelj\u00e4hrlichen Sitzungen mit Protokollf\u00fchrung in allen OE, Zentren,<br \/>\nSubOE<br \/>\n&#8211; V\u00f6llige Offenlegung der Universit\u00e4tsbudgets und Geh\u00e4lter<br \/>\n&#8211; Transparente Zukunftsplanung, Zugang zu Geb\u00e4udepl\u00e4nen und Konzepten<br \/>\nf\u00fcr zuk\u00fcnftige Geb\u00e4ude\/Sanierungen<br \/>\n&#8211; volle Weisungsfreiheit von Innenrevision und Pr\u00e4ventivfachkr\u00e4ften<br \/>\nsowie deren unmittelbarer Leitung, und prinzipielle schriftliche<br \/>\nAuskunftspflicht gegen\u00fcber allen Belegschaftsmitgliedern, insbesondere<br \/>\nkomplett gegen\u00fcber Betriebsr\u00e4ten<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich bin viele Jahre f\u00fcr derartige Impulse eingetreten, gerade auch zusammen mit Gerd Bachmann. Es ist nichts dabei, manchmal f\u00fcr idealistische Vorstellungen bel\u00e4chelt zu werden. Aber die Sorge um die \u00f6sterreichische Universit\u00e4tslandschaft kann nicht um jeden Preis verk\u00fcndet werden. Insbesondere ist die Funktionalisierung einer nationalen Feierstunde, in der das Trauma einer tapferen Frau funktionalisiert wird, der falsche Weg, auf die schl\u00e4frige Selbstzufriedenheit zu reagieren, in welche die interne Auseinandersetzung um demokratische Ziele an der Universit\u00e4t Wien versandet ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerd Bachmann macht auf einen ORF-Bericht aufmerksam[1. Ich beziehe mich auf seinen Beitrag in der mailing list epoche. Zug\u00e4nglich f\u00fcr Subskribentinnen]. Es geht um das \u201cFest der Freude\u201d zum Gedenken an das Ende des 2. Weltkriegs. 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