{"id":1555,"date":"2015-05-18T02:10:35","date_gmt":"2015-05-18T02:10:35","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1555"},"modified":"2020-07-23T13:49:33","modified_gmt":"2020-07-23T13:49:33","slug":"einfach-zu-verschieden","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1555","title":{"rendered":"Einfach zu verschieden"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/NichtsGemeinsam.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1561 aligncenter\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/NichtsGemeinsam.png\" alt=\"NichtsGemeinsam\" width=\"551\" height=\"193\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><em>&#8220;Wir haben nichts gemeinsam.<\/em><br \/>\n<em>W\u00e4r&#8217; vielleicht leichter wenn wir gleich w\u00e4ren, doch ist nicht so einfach.<br \/>\nWir haben nichts gemeinsam, wozu die Heuchelei?<\/em><br \/>\n<em>Freunden wir uns damit an, wir werden niemals Freunde sein.&#8221;<br \/>\n<\/em><a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Y_gR6iDe6HA\">NMZS &amp; Danger Dan &#8211; Nichts gemeinsam<\/a><\/p>\n<p>In der Musiksendung &#8220;Heimatsound&#8221; im Bayrischen Fernsehen gibt die in M\u00fcnchen lebende Rapperin und Architekturstudentin <a href=\"http:\/\/www.br.de\/mediathek\/video\/sendungen\/heimatsound\/heimatsound-ebow-interview-100.html\">Ebru D\u00fczg\u00fcn alias Ebow ein Interview.<\/a> Darin nennt sie ein wichtiges Merkmal der gegenw\u00e4rtigen Kultur:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Multikulti ist an sich ein falscher Begriff, denn der Grundsatz dieser [heutigen] Kultur <em>sind<\/em> die vielen Kulturen. [&#8230;] <em>Multik<\/em>ulti kann man gar nicht mehr sagen. Das ist die Kultur jetzt.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die Vielf\u00e4ltigkeit ist ein Fakt. Die Ko-Existenz, das tats\u00e4chliche Zusammenleben mit Menschen mit verschiedenen Wertvorstellungen und sozialen Praxen ist jedoch nichts, das durch Gesetze geregelt werden kann. Unabh\u00e4ngig davon, von wo jemand kommt, weist unsere Gesellschaftsform Merkmale auf, die einen bestimmten Umgang mit Neuem nahelegen: Die Zitation von Elementen verschiedener Quellen wird gef\u00f6rdert und in einem scheinbar neutralen und s\u00e4kularen Zusammenhang, der von \u00f6konomischen und medialen Bedingungen mitgepr\u00e4gt ist, pr\u00e4sentiert:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/heimatsound.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1556 aligncenter\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/heimatsound.jpg\" alt=\"heimatsound\" width=\"350\" height=\"347\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Songs von Ebow einerseits und Hubert von Goisern andererseits finden sich nacheinander auf <a href=\"https:\/\/www.br-shop.de\/bayern-2-heimatsound.html#\">Volume 1 des Heimatsound-Samplers<\/a>. Das aus &#8220;Heimat&#8221; und &#8220;Sound&#8221; zusammengesetzte Wort gibt bereits einen Hinweis auf die Kombination von Quellen unterschiedlicher Herkunft, aber auch darauf, dass das unkommentierte Nebeneinander-stehen-lassen nicht das Ende der Weisheit sein kann. Eine Aufgabe f\u00fcr die Konsumenten. Was unter dem Motto &#8220;So klingt Heimat&#8221; zu finden ist, ruft nach einer Auseinandersetzung. Es ist attraktiv, alles zusammenzuh\u00f6ren und als gleichberechtigte Beitr\u00e4ge und Indiz f\u00fcr die Vielf\u00e4ltigkeit der Heimat zu bewerben. Dem werde ich zuerst mit der Behauptung begegnen, dass die Werke der beiden K\u00fcnstler (m\/w) nichts gemeinsam haben. &#8220;Nichts gemeinsam&#8221; &#8211; so lautet auch ein Song der Antilopen Crew, der oben verlinkt ist, der einige Gedanken bei mir provoziert hat. Es folgen dann \u00dcberlegungen \u00fcber die Zug\u00e4nge zum Thema Heimat und Identit\u00e4t &#8211; aus Sicht und Geh\u00f6r eines Amateurs.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Nichts gemeinsam<\/strong><\/p>\n<p>Dass man nichts gemeinsam hat ist eine Feststellung die kompromisslos klingt. Tats\u00e4chlich ist im Umgang mit Neuem dieses Eingest\u00e4ndnis nach einem kurzem Schock erleichternd, wenn man es als eine Startposition versteht. Indem man mittteilt, dass man gerade keine Basis f\u00fcr eine gemeinsame Perspektive sieht, erschafft man einen Ort, in der ein Gespr\u00e4ch stattfinden kann. Sie f\u00fcllt die generische Botschaft von der Gleichheit aller Menschen mit Leben.<\/p>\n<p>Der oben zitierte Song von NMSZ und Danger Dan geht aber weiter und bleibt kompromisslos. Er konstruiert die eigene Identit\u00e4t durch Abgrenzung (aber auch in Abh\u00e4ngigkeit) zum anderen. Die einzelnen Strophen schreiben der eigenen (Ich) und der anderen (Du) Position verschiedene Pr\u00e4dikate zu, die jedoch &#8211; in Fortf\u00fchrung der Tradition des Battle Raps &#8211; darauf hinauslaufen, dass die eigene Position besser ist als die des anderen. Der Clou in dem Song ist, dass die eigene und als \u00fcberlegen dargestellte Position jene ist, die \u00fcblicherweise als schwach und unterlegen angesehen wird. Eine Zusammenfassung:<\/p>\n<ul>\n<li>Die ersten beiden Strophen beginnen jeweils mit einer Eigenschaft der Du-Position, um dann mit der Ich-Position einen Reim zu bilden. Der Effekt ist eine Sympathie mit der eigentlich unterlegenen Ich-Position: &#8220;Du hast einen F\u00fchrerschein &#8211; Ich hab ein kaputtes Fahrrad. Du gehst eine Stunde joggen &#8211; Ich hab immer Muskelkater&#8221;<\/li>\n<li>Die dritte Stophe beginnt nun mit der Ich-Position. (&#8220;Ich lebe mein Leben Rock &amp; Roll, Sex, Drugs &#8211; Du feierst dein Erntedankfest mit deinen Eltern.&#8221;)<\/li>\n<li>Der finale Teil st\u00e4rkt die Ich-Position noch weiter, indem man von der Nennung von Eigenschaften zu einer expliziten Aufwertung der eigenen Situation \u00fcbergeht: &#8220;Lieber broke und frei als reich und gefesselt &#8211; ich brauch keine Kette, ich rauch h\u00f6chstens Kette.&#8221;<\/li>\n<li>Auch das Zugest\u00e4ndnis, dass man den Luxus der Du-Position begehrt, endet mit der Feststellung, dass man die erstrebenswertere Lebenseinstellung der Ich-Position nicht stehlen kann, den Luxus der Du-Position schon: &#8220;Und ich gebe zu, ich will deine Segel-Yacht, daf\u00fcr willst du gerne meine Einstellung zum Leben haben. Aber die Lebenseinstellung bleibt bei denen die sie leben. Segelyachten kann man stehlen.&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Dass man sich selbst feiert und die andere Position deklassiert ist ein bekanntes HipHop-Rezept, hier subversiv gewendet. Eine Art Galgenhumor, in dem man Klischees von Reichen\/B\u00fcrgerlichen und Armen\/Avantgardisten verwendet und kontrastiert. Und doch zu einseitig, weil man der anderen Position nichts l\u00e4sst. Ich komme sp\u00e4ter darauf zur\u00fcck.<\/p>\n<p><strong>Heimat<\/strong><\/p>\n<p>Sehen wir uns Werke der beiden K\u00fcnstler Hubert von Goisern und Ebow an in Bezug auf Heimat. (Hubert von Goisern wird aus Mangel an Interesse etwas weniger als n\u00f6tig angesehen.)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000014464668\/Hubert-von-Goisern-Es-gibt-so-etwas-wie-ein-Gewissen\">F\u00fcr Hubert von Goisern ist Heimat zun\u00e4chst Vertrautheit<\/a>, was sich im Grundton seiner Lieder niederschl\u00e4gt. Klischees der Volksmusik. &#8220;Oh, die gute alte Zeit&#8221;. Doch dann findet die Zuh\u00f6rerin fremde Elemente etwa aus der Pop- und Rock- oder gar SKA-Musik, die die Tradition der Volksmusik modifizieren, ohne das Geh\u00f6r der Volksmusik-Liebhaber radikal zu beleidigen. Die Variation ist (zumindest f\u00fcr Amateure) minimal. Das Fremde f\u00fcgt sich ein in die H\u00f6rerwartungen. Avantgarde w\u00fcrde ich hier nicht sagen.<\/p>\n<p>Da ist Ebru D\u00fczg\u00fcn aggressiver, wobei HipHop allgemein provokativer ist. Sie mischt t\u00fcrkische W\u00f6rter in ihre deutschsprachigen Lyrics, was das Verst\u00e4ndnis erschwert und zur Recherche auffordert. Ein Wort bildet den Titel eines Songs: &#8220;<a href=\"http:\/\/www.br.de\/mediathek\/video\/sendungen\/heimatsound\/heimatsound-ebow-vay-100.html\">Vay<\/a>&#8221; &#8211; es dr\u00fcckt (in diesem Fall vorget\u00e4uschte) \u00dcberraschung aus. Ihre Songs verfolgen oft den Zweck, Klischees aufzubrechen:<\/p>\n<blockquote><p>\u201e[E]s ist leichter, Menschen in Schubladen zu stecken, als sich mit ihnen auseinander zu setzen.\u201c [Ebru D\u00fczg\u00fcn] ist es wichtig, dass die Leute aus diesem Denken herauskommen. Die Menschen sind einfach zu verschieden, als dass das Pr\u00e4dikat \u201eT\u00fcrke\u201c oder \u201eDeutscher\u201c allein zutreffend w\u00e4re, <a href=\"http:\/\/www.sz-jugendseite.de\/doner-rap-auf-hochdeutsch\/\">sagt Ebow.<\/a>&#8220;<\/p><\/blockquote>\n<p>Nichts ist entmutigender als permanent auf Klischees reduziert zu werden, die nicht auf einen selbst zutreffen. Doch das Gef\u00fchl, dass man sich &#8220;total von dem unterscheidet, was es gibt&#8221;, wie <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=2U_1DynBpTo&amp;t=6m18s\">Frau D\u00fczg\u00fcn in einem Interview<\/a> von ihrer Kunst sagt, ist keine Schlussfolgerung und keine Basis f\u00fcrs Zusammenleben. Die Einzigartigkeit widerspricht dem Klischee, stimmt. Aber sie schlie\u00dft es nicht aus. Sie braucht sogar diesen Bezug zum Klischee, um ihre Differenz zu konkretisieren. Was mich bei Hubert von Goisern nervt, vermisse ich bei Ebow: die Wertsch\u00e4tzung des Bestehenden, die (schmerzliche) Erkenntnis, dass man ein Teil davon ist.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/nichts_gemeinsam_ebow.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"  wp-image-1562 aligncenter\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2015\/05\/nichts_gemeinsam_ebow.png\" alt=\"nichts_gemeinsam_ebow\" width=\"427\" height=\"231\" \/><\/a><\/p>\n<p>Aber das ist genau die Frage der K\u00fcnstlerin. &#8220;Bin ich ein Teil? Und wovon?&#8221; Ebow macht aus der Not eine Tugend. Dass sich die Musik so stark unterscheiden will, von dem was es sonst gibt ist die affirmative Wendung der Andeutungen in der Gesellschaft, nicht dazuzugeh\u00f6ren. In dem Song &#8220;<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=Dra84lY1lR4\">Oriental Dollar<\/a>&#8221; hei\u00dft es:<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Bin hier geboren, doch man sagt, ich w\u00e4r &#8216;<em>so different<\/em>&#8216;&#8221;<\/p>\n<p>&#8220;Hier dr\u00fcben unerw\u00fcnscht, dort dr\u00fcben nicht gern gesehen.<br \/>\nZu Hause ist wo mein Herz ist. Ich muss ohne Herz \u00fcberleben.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Anreichern und Umsto\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>In einem groben Vergleich stellen sich die Werke wie folgt dar:<\/p>\n<ul>\n<li>Bei Hubert von Goisern findet man die feste Verwurzelung mit dem Bestehenden, jedoch mit einer Sehnsucht nach dem Fremden. Die Identit\u00e4t eines einsamen Weltenbummlers, die bei Konfrontation mit dem Fremden nicht fragw\u00fcrdig wird sondern sich anreichert.<\/li>\n<li>Bei Ebow: Das Fremde tritt an zwei Stellen in der Erfahrung von Gastarbeiter-Kindern auf:\n<ul>\n<li>Man wird als fremd wahrgenommen. Das Gef\u00fchl des anders-seins wird Teil der Identit\u00e4t.<\/li>\n<li>Zweitens ist der Ort, an dem man lebt fremd f\u00fcr einen selbst. Man nimmt Teile aus dem Leben der Familie, Teile aus der Schule und hat Schwierigkeiten bei der Integration dieser Teile. Trotz Versuchen, dazuzugeh\u00f6ren, bleiben Differenzen.<\/li>\n<li>Drittens besteht die k\u00fcnstlerische Initiative bei Ebow darauf, die Differenzen nicht zu beklagen sondern zu affirmieren und zum Ausgangsort zu machen. Orientalische oder t\u00fcrkisch-sprachige Elemente im deutschsprachigem Gesang bestehen darauf, dass etablierte Klischees nicht greifen. Die Last der etablierten Vorstellungen ist der \u00dcberarbeitung bed\u00fcrftig, um seinen Platz zu finden.<\/li>\n<\/ul>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Nun kann man aber nicht selbst vollst\u00e4ndig das Ma\u00df liefern, mit dem man verstanden werden will. Hier ist man auf die Distanz und die Sch\u00e4tzung anderer angewiesen. Die eigene Identit\u00e4t baut nicht auf dem urspr\u00fcnglichen Eigenen auf. Das ist eine Fiktion. Jeder Versuch, den Ursprung festzumachen, findet statt einem Wesensbestand eine Vielfalt von Vorstellungen und Urteile. Die Vorstellung, sich total von seinem Umfeld zu unterscheiden, ist kein Wissen, sondern eher eine Ahnung. Man kann sich nicht selbst best\u00e4tigen.<\/p>\n<p>Daraus kann ich mein Verst\u00e4ndnis von Heimat gewinnen: Das, was einem erm\u00f6glicht, etwas Neues auszprobieren. Ein Ort, von dem aus man aufbrechen und aus dem man immer weitere M\u00f6glichkeiten erhalten kann. Genauso wie meine Identit\u00e4t ist dieser Ort nicht eindeutig, er ist entzogen, zeigt sich fragmentarisch.<\/p>\n<p><strong>Identit\u00e4t im Positionswechsel<\/strong><\/p>\n<p>Zum Abschluss komme ich zur\u00fcck auf den Song &#8220;Nichts gemeinsam&#8221;. Es gibt <a href=\"https:\/\/sookee.bandcamp.com\/album\/viel-gemeinsam-remake-ep\">ein Remake des Songs, von Sookee feat. Koljah<\/a>, in der die Positionen des anderen und eigenen ambivalenter geschrieben sind. Au\u00dferdem ist die finale Strophe eine Auseinandersetzung mit den Widerspr\u00fcchen innerhalb der eigenen Position (also ein Versuch, die negativen Aspekte nicht alle dem anderen zuzuschreiben):<\/p>\n<ul>\n<li>1. Strophe geht um B\u00fcrgerlicher vs. K\u00fcnstlerin: &#8220;Du heisst Titel, Vor- und Zuname, ich hei\u00df einfach nur Sookee. Du hast nen Ehevertrag, ich hab nicht mal Bock auf Groupies.&#8221;<\/li>\n<li>2. Strophe geht um K\u00fcnstlerin vs. Marginalisierte: &#8220;Ich mach einen auf K\u00fcnstlerin &#8211; Du qu\u00e4lst dich am Flie\u00dfband. Ich schimpfe auf den Staat &#8211; Du hast keinen deutschen Pass. Ich jammer auf hohem Niveau &#8211; Du wei\u00dft wer es nicht einfach hat.&#8221;<\/li>\n<li>3. Strophe geht um K\u00fcnstlerin vs. K\u00fcnstlerin: &#8220;Ich zeige mich besorgt, doch hab Angst vor meiner Courage. Ich feier mich nach au\u00dfen, doch kann mich selbst oft kaum ertragen. Ich will dazugeh\u00f6ren, damit ich wei\u00df, wer &#8220;Wir&#8221; sind, doch schreib die zweite [AK: nach meiner Z\u00e4hlung dritte] Strophe um zu zeigen dass ich reflektiert bin.&#8221;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Feststellung, dass wir nichts gemeinsam haben, muss nicht Anlass geben zur ma\u00dflosen Selbsterh\u00f6hung oder Deklassierung. Sie erlaubt Solidarit\u00e4t aber auch Kritik. Man braucht daf\u00fcr nicht die Verschmelzung von Unterschieden, wenn man wei\u00df, dass unsere prinzipielle Gemeinsamkeit nicht aus Merkmalen und Vorlieben besteht, sondern im Bezug auf einen nicht weiter explizierten Anfang besteht, durch den wir etwas machen.<\/p>\n<p>Die Homophobie, auf die jeweils am 17.05. hingewiesen wird, ist n\u00e4mlich eigentlich eine Heterophobie, eine Aversion gegen die Unterschiede, die sich nicht so einfach gl\u00e4tten lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Wir haben nichts gemeinsam. W\u00e4r&#8217; vielleicht leichter wenn wir gleich w\u00e4ren, doch ist nicht so einfach. Wir haben nichts gemeinsam, wozu die Heuchelei? 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