{"id":1669,"date":"2016-04-05T08:57:34","date_gmt":"2016-04-05T08:57:34","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1669"},"modified":"2018-11-15T08:53:45","modified_gmt":"2018-11-15T08:53:45","slug":"grenzen-eine-bildbetrachtung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1669","title":{"rendered":"Grenzen. Eine Bildbetrachtung"},"content":{"rendered":"<div align=\"center\">\n<a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?attachment_id=1670\" rel=\"attachment wp-att-1670\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1670\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/sch-r.jpg\" alt=\"sch-r\" width=\"400\" height=\"313\" \/><\/a>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Umstandslos sind dem Bild einige Grenzen zu entnehmen. Das Meer begrenzt das Festland, die gelb-orangen Farben geh\u00f6ren zur Peripherie der Europ\u00e4ischen Union, die in Petrol markiert ist. Innerhalb des Petrolblocks verlaufen wei\u00dfe Linien &#8211; Landesgrenzen. Der schwungvolle rote Strich umgibt den Schengen Raum. Diese Demarkierungen verzeichnen politische Gegebenheiten. Sie wegzudenken hei\u00dft, auf wesentliche Informationen zur gegenw\u00e4rtigen Migrationsbewegung zu verzichten.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eine Linienf\u00fchrung ist von besonderem Interesse. Im Farbenspiel ist sie eine unter vielen, aber sie signalisiert auch etwas Besonderes. Die schwungvoll rote Schlinge bezeichnet die Grenze eines Staatenbundes. Man sieht es ihr nicht an, aber sie versteckt ein ernsthaftes Problem. Sie ist ein folgenschweres Ablenkungsman\u00f6ver, an dem die Europ\u00e4ische Union augenblicklich schwer zu arbeiten hat. Die Schlinge erweckt den Eindruck, als bef\u00e4nden sich alle eingerahmten Staaten in einem Sack. Sie zeigt nicht, dass es Grenzziehungen mit Doppelfunktion gibt: nationale Grenzen, die gleichzeitig B\u00fcndnisgrenzen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div align=\"center\">\n<a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?attachment_id=1671\" rel=\"attachment wp-att-1671\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1671\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2016\/04\/sch-r2.png\" alt=\"sch-r2\" width=\"400\" height=\"313\" \/><\/a>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die gegenw\u00e4rtige Misere kann pointierte als eine Folge dieses Bildeffekts verstanden werden. Bei der Einigung auf die Fl\u00fcchtlingspolitik in Dublin ist \u00fcbersehen worden, dass es zwei Arten von Grenzen des Schengen Raums gibt. Eine ist allen Staaten gemeinsam, die andere ist zweifach kodiert, als National- und Schengengrenze. In den 90-er Jahren, als in Libyen Ghadaffi herrschte und Bush den status quo im mittleren Osten noch nicht zerst\u00f6rt hatte, ist es nicht aufgefallen. Aber durch diese Konstruktion hat sich die Staatengemeinschaft als Ganzes an die Innenpolitik von Einzelstaaten gebunden. Die Folge war eine Bruchlandung der Vorstellung von &#8220;europ\u00e4ischer Solidarit\u00e4t&#8221;.<\/p>\n<p>Das Nord-S\u00fcd-Gef\u00e4lle in der Union macht aus der unzul\u00e4nglich gedachten Grenze ein Rezept f\u00fcr massive Krisen. (Die Einf\u00fchrung des Euro verlief nach demselben unbedachten Muster.) Aktuell ist viel davon die Rede, dass die Grenzen zu offen oder zu verschlossen sind. Da ist ein \u00dcberma\u00df von Metaphysik im Spiel, wie in der Bildbetrachtung, wenn sie von den operativen Unterschieden absieht. Kein richtiger Umgang mit Grenzen ohne Details.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Umstandslos sind dem Bild einige Grenzen zu entnehmen. 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