{"id":1722,"date":"2017-03-12T18:59:28","date_gmt":"2017-03-12T18:59:28","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=1722"},"modified":"2018-11-15T08:47:51","modified_gmt":"2018-11-15T08:47:51","slug":"carefree-usage-by-hiding-complexity","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1722","title":{"rendered":"&#8220;carefree usage by hiding complexity&#8221;"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?attachment_id=1723\" rel=\"attachment wp-att-1723\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-1723\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2017\/03\/kopod.png\" alt=\"kopod\" width=\"500\" height=\"394\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Andreas Kirchner diskutiert (im vorletzten Beitrag) das Verh\u00e4ltnis von glatter Oberfl\u00e4che und dahinter liegenden Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen am Beispiel gebr\u00e4uchlicher Textcodierungen im Internet. Ich illustriere das Thema anhand einer Episode aus meinem laufenden Seminar \u00fcber Podcasts.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Eine Kollegin hatte nach der ersten Sitzung die hilfreiche Idee, im universit\u00e4ren Moodle eine Seite einzurichten, in der die Teilnehmerinnen (m\/w) ihre technischen und kreativen &#8220;Skills&#8221; beschreiben k\u00f6nnen, um M\u00f6glichkeiten zur Kooperation anzuzeigen. Ich versprach, das in die Lernplattform einzuf\u00fcgen.<\/p>\n<p>Am n\u00e4chsten Tag war das schon geschehen. Allerdings nicht im Moodle, sondern in der <strong><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/groups\/547988038610635\/1310077672401664\/?notif_t=like&#038;notif_id=1489130522341611\">KO-Gruppe Podcast Philosophisch<\/a><\/strong>, die vor drei Jahren nebenher zu einer Vorg\u00e4ngerversion des Seminars auf Facebook eingerichtet worden war. Ich war verbl\u00fcfft und leicht irritiert. Das Uniseminar wurde dadurch wie selbstverst\u00e4ndlich in die Mega-Community verl\u00e4ngert. Doch dahinter steckt eine Logik und die h\u00e4ngt damit zusammen, dass Praktikability Komplexit\u00e4t verdeckt.<\/p>\n<p>Es ist ja verst\u00e4ndlich: warum soll die Studentin warten, bis eine Lehrperson sich aufrafft, eine gute Idee umzusetzen, die sie vorgeschlagen hat. Sie w\u00e4hlt das Medium, in dem sie diesen Ansto\u00df sofort ver\u00f6ffentlichen kann. Das ist nun mal das omnipr\u00e4sente Facebook, mit dem man sowieso t\u00e4glich zu tun hat, ohne an Immatrikulation und Zugangsbeschr\u00e4nkungen gebunden zu sein. Es ist quasi die Gegenrichtung dazu, dass jemand ASCII Code f\u00fcr selbstverst\u00e4ndlich h\u00e4lt, weil er f\u00fcr Englisch entworfen worden ist. Hier ist die Selbstverst\u00e4ndlichkeit die globale Kommunikationsplattform, anst\u00f6ssig ist die Lokalisierung.<\/p>\n<p>Mit dieser Begebenheit verbindet sich eine spezielle Ironie. Das angesprochene Seminar ist das erste \u00fcberhaupt, in dem ich so ein Moodle einsetze. Die Durchf\u00fchrung von Lehrveranstaltungen im <a href=\"http:\/\/wiki.philo.at\">Philo Wiki<\/a> schien mir angesichts der Big Data Techniken nicht mehr vertretbar. Und in dem Augenblick, in dem ich das Seminar in den gesch\u00fctzen Bereich der Lernplattform bringe, wird diese Einschr\u00e4nkung zum Anlass, sich den Datensammlern erst recht auszusetzen.<\/p>\n<p>Im Hintergrund stehen, wie Andreas schreibt, Machtverh\u00e4ltnisse. Die Administration der 50 (von 85 Interessentinnen) ins Seminar aufgenommenen Personen &#8211; und dagegen die Omnipr\u00e4senz von Facebook. Die einfache L\u00f6sung ist nicht harmlos. Um Verz\u00f6gerungen zu vermeiden, bedient man sich der Cloud. Sie ist m\u00e4chtiger und undurchsichtiger, als eine biedere Lernplattform.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Andreas Kirchner diskutiert (im vorletzten Beitrag) das Verh\u00e4ltnis von glatter Oberfl\u00e4che und dahinter liegenden Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnissen am Beispiel gebr\u00e4uchlicher Textcodierungen im Internet. 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