{"id":179,"date":"2006-01-17T15:58:27","date_gmt":"2006-01-17T13:58:27","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/wordpress\/?p=179"},"modified":"2006-01-17T15:58:27","modified_gmt":"2006-01-17T13:58:27","slug":"lehrentwicklung-beispiel-slawistik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=179","title":{"rendered":"Lehrentwicklung, Beispiel Slawistik"},"content":{"rendered":"<p>Die vom Rektorat gew\u00e4hlte Vorgangsweise, der entsprechend Rektor und Dekan \u00fcber die Studiengestaltung verhandeln und die Vertreter der Fachwissenschaften <em> bestenfalls<\/em> konsultieren, ist im Fall der Slawistik (und Romanistik) besonders problematisch. F\u00fcr Aussenstehende klingt es vielleicht plausibel, ein Bakkalaureat &#8220;Slawistik&#8221; anzubieten. Aber was wird mit polnisch, russisch, serbo-kroatisch? Um diese Sprachen zu beherrschen, muss man sie &#8220;mit voller Kraft&#8221; studieren und kann nicht auf eine Sprachabstraktion &#8220;slawisch&#8221; aufsetzen. Gero Fischer, der zust\u00e4ndige SPL , formuliert das so:<\/p>\n<blockquote><p>Da die Informationspolitik seitens des Rektorates \u00fcberaus kryptisch ist, kann es ja durchaus sein, dass das alles nicht so gemeint ist, aber es gibt doch gewisse Trends, die bedenklich sind. Bedenke folgende Fakten: Bisher hatten wir in der Slawistik 8 Studienrichtungen, jetzt wird ein einziges Bakk bewilligt. Dabei ist nicht klar, ob es sich um ein Bindestrich-Bakk z.B.  Bakk Slawistik\/Russisch &#8211; und dergl. handelt oder ob es sich tats\u00e4chlich um ein Sammelbakk handeln soll, was uns in den Stand von vor 1900 zur\u00fcckwerfen w\u00fcrde, als es slawische Einzeldisziplinen noch nicht gab. &#8230; Von einem Polonisten wird erwartet, dasss er Polnisch, Sprache, Kultur, Literatur, Landeskunde beherrscht und nicht auch noch dazu Russsich. In den bisherigen Studienpl\u00e4nen wurde zwar eine slawische &#8220;Nebensprache&#8221; (Studienausma\u00df ein Jahr) verlangt, damit konnten aber blo\u00df Grundkenntnisse vermittelt werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>&#8220;Mantelbakkalaureate&#8221; ist ein Ausdruck, mit dem diese Schwierigkeit terminologischbehoben werden soll. Sie sollen die Zahl der Bakkalaureate reduzieren (gut f\u00fcr die Leistungsvereinbarungen mit dem Ministerium) und doch auch die M\u00f6glichkeit differenzierter Sprachausbildung bieten. Mit Hilfe des n\u00e4chsten Modewortes: Modularisierung. Gero Fischer:<\/p>\n<blockquote><p>Es ist notwendig, vom ersten Semester an das gew\u00e4hlte Fach mit voller Intensit\u00e4t zu studieren, um am Ende \u00fcber die Fachkompetenz zu verf\u00fcgen, die zum Lehrberuf bef\u00e4higt. &#8220;Mantelbakks&#8221; wie sie jetzt geplant sind, stellen Umwege dar und im schlimmsten Fall Sackgassen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Und zuletzt diese allgemeine Einsch\u00e4tzung:<\/p>\n<blockquote><p>Grunds\u00e4tzlich ist schwer zu verstehen, warum nach den Budgetverhandlungen die einzelnen Fakutlt\u00e4ten und Institute bei der Gestaltung ihrer Studien keine Autonomie haben sollen: Auf den unteren Ebenen (den Instituten, Studienrichtungen) liegt die fachliche Kompetenz und die Erfahrung, nicht an der Spitze, der Rektoratsebene. Besserwisserei und Machtanspruch alles zentralisieren zu wollen sind auf die Dauer unertr\u00e4glich &#8211; dies ist nicht nur mein Eindruck.<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die vom Rektorat gew\u00e4hlte Vorgangsweise, der entsprechend Rektor und Dekan \u00fcber die Studiengestaltung verhandeln und die Vertreter der Fachwissenschaften bestenfalls konsultieren, ist im Fall der Slawistik (und Romanistik) besonders problematisch. F\u00fcr Aussenstehende klingt es vielleicht plausibel, ein Bakkalaureat &#8220;Slawistik&#8221; anzubieten. Aber was wird mit polnisch, russisch, serbo-kroatisch? 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