{"id":1898,"date":"2018-01-17T15:07:19","date_gmt":"2018-01-17T15:07:19","guid":{"rendered":"http:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1898"},"modified":"2018-11-15T07:24:29","modified_gmt":"2018-11-15T07:24:29","slug":"drei-konige-im-stimmbruch-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1898","title":{"rendered":"Drei K\u00f6nige im Stimmbruch (2)"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1902 size-full\" src=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/sternsingerGifhorn.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/sternsingerGifhorn.jpg 640w, https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/sternsingerGifhorn-300x169.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"color: #3366ff;\">Ein Beitrag in drei Abschnitten:<\/span><\/p>\n<ul>\n<li><span style=\"color: #3366ff;\"><a href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1836\">Der Stilwechsel<\/a><\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #3366ff;\">Die Zwischenstufen<\/span><\/li>\n<li><span style=\"color: #3366ff;\"><a href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1938\">Das Stimmennetz<\/a><\/span><\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Zwischenstufen<\/h3>\n<p>Banken und Sternsingen kann man eigentlich nicht vergleichen. Gro\u00dfe Konzerne planen die Reorganisation ihrer Serviceleistungen generalstabsm\u00e4\u00dfig; ein alter Brauch wie das Dreik\u00f6nigssingen wird dezentral, in vielfachen Abwandlungen, praktiziert. Der Vergleichspunkt ist auf ein Thema eingeschr\u00e4nkt: die kreative St\u00f6rung herk\u00f6mmlicher Verhaltensmuster durch Design im Zeitgeist. Was \u00e4ndert der Sternsingerrap an den Auftritten, die wir kennen? Ein Video wird die j\u00e4hrlichen Rundg\u00e4nge nicht revolutionieren, aber es schafft einen neuen Vergleichsma\u00dfstab. Es \u00f6ffnet eine Schere zwischen mitgefilmten Auftritten realer Sternsingergruppen und der kunstvollen Projektion ihrer Formen und Ideen in die Welt der Video-Promotion.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Es verwundert nicht, dass der Sternsingerrap auf Youtube um Gr\u00f6\u00dfenordnungen &#8220;popul\u00e4rer&#8221; ist, als weniger ausgefeilte Beitr\u00e4ge. Er hat Pfiff. &#8220;In einem Eselstall &#8230; Kein Bett aus Edelstahl&#8221;. &#8220;Ich tag deine Haust\u00fcr und ziehe gleich weiter.&#8221;<\/p>\n<blockquote><p>Rhymemaster Casper, ja ich bin unfassbar<br \/>\nEs ist kalt und nass da und ich trag die Kassa<\/p><\/blockquote>\n<p>Das ist die eine Seite: &#8220;C+M+B&#8221; als &#8220;Tag&#8221; (Kennzeichnung) ist eine witzige Aktualisierung. Auf der anderen Seite steht der publikumswirksame Schabernack, den die Buben und M\u00e4dchen in dieser Performance vorlegen. Das Anliegen der Dreik\u00f6nigsaktion wird mit viel Phantasie und Technik auf den neuesten Stand der Jugendkultur gebracht. Oder ist es eher ein Unterhaltungsspektakel, das vorhandene Materialien aufzehrt?<\/p>\n<p>Eine Bank macht Geldgesch\u00e4fte; ihr neues Design suggeriert, dass die Filialen Orte des fr\u00f6hlich-ungezwungenen Lebens sind. Die Ministrantinnen sammeln Spenden in biblischer Verkleidung; der Sternsingerrap suggeriert, das Evangelium sei der neueste Modetrend.<\/p>\n<blockquote><p>Drum h\u00f6rt jetzt die frohe Kunde aus meinem Munde<br \/>\nDas ist uns&#8217;re Stunde, es geht in die n\u00e4chste Runde.<br \/>\nLauschet meiner Message, MC Balthazar,<br \/>\nJetzt folgt ein neues Testament auf das alte, klar?<\/p><\/blockquote>\n<p>Die aufreizende Floskel in Rapkadenzen klingt neunmalklug, aber man sollte nicht \u00fcbersehen, dass dieses Stilmittel auch kommunikativ eingesetzt werden kann. Es finden sich Beispiele daf\u00fcr, dass es eine kirchliche Gemeinschaft herstellt.<\/p>\n<p>&#8220;Rythmische Gottesdienste&#8221; sind konventionell geworden. Sie k\u00f6nnen pantomimische Elemente enthalten, wie in der <a href=\"https:\/\/youtu.be\/_9w5P_YrVQI\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Liturgie der Kirchengemeinde St. Altfrid in Gifhorn<\/a> , oder noch weiter gehen, wie der Rock-Rap (mit Betonung auf &#8220;K\u00f6<span style=\"color: #993366;\">nige&#8221;<\/span> <a href=\"https:\/\/youtu.be\/CeUDLXD4dzM\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">in der Pfarre Sandleiten<\/a> in Wien Ottakring.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[podlovevideo src=&#8221;https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/sternsingerGifhorn.mp4&#8243; type=&#8221;video\/mp4&#8243; width=&#8221;560&#8243; height=&#8221;315&#8243; poster=&#8221;https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/gifhorn.jpg&#8221;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[podlovevideo src=&#8221;https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/SandleitenRap.mp4&#8243; type=&#8221;video\/mp4&#8243; width=&#8221;560&#8243; height=&#8221;315&#8243; poster=&#8221;https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/sandleiten.jpg&#8221;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Aktion Dreik\u00f6nigsingen hat einen meditativen Rapmodus gefunden. <a href=\"https:\/\/youtu.be\/4OfNn_v0fDM\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Der Beitrag<\/a> ist schon ein Jahr alt und scheint inhatlich wie \u00e4sthetisch eine Inspiration f\u00fcr den Sternsingerrap gewesen zu sein.<\/p>\n<blockquote><p>Wir sind in der K\u00e4lte, im Eiswind, im Regen<br \/>\nDiese Welt ist nicht fair und wir tun was dagegen<\/p><\/blockquote>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[podlovevideo src=&#8221;https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Sternsingerhelden.mp4&#8243; type=&#8221;video\/mp4&#8243; width=&#8221;560&#8243; height=&#8221;315&#8243; poster=&#8221;https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Sternsingerhelden2.jpg&#8221;]<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8220;Dieses Jahr trag ich den Stern, mach das schon seit Jahren gern&#8221; hei\u00dft es im Sternsingerrap. Das ist ein Requisit. Anders im &#8220;<a href=\"https:\/\/youtu.be\/_rWYuNx2doc\" rel=\"noopener\" target=\"_blank\">Sternsinger-Rap f\u00fcr Fl\u00fcchtlingskinder<\/a>&#8220;: &#8220;Darum lassen wir uns einen Stern aufgehen &#8230;&#8221;. Ein Softrap im Kinderchor ohne Faxen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[podlovevideo src=&#8221;https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fluechtlingsrap.mp4&#8243; type=&#8221;video\/mp4&#8243; width=&#8221;560&#8243; height=&#8221;315&#8243; poster=&#8221;https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/Fluechtlingsrap.jpg&#8221;]<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1938\">Fortsetzung<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Ein Beitrag in drei Abschnitten: Der Stilwechsel Die Zwischenstufen Das Stimmennetz &nbsp; Zwischenstufen Banken und Sternsingen kann man eigentlich nicht vergleichen. Gro\u00dfe Konzerne planen die Reorganisation ihrer Serviceleistungen generalstabsm\u00e4\u00dfig; ein alter Brauch wie das Dreik\u00f6nigssingen wird dezentral, in vielfachen Abwandlungen, praktiziert. Der Vergleichspunkt ist auf ein Thema eingeschr\u00e4nkt: die kreative St\u00f6rung herk\u00f6mmlicher Verhaltensmuster durch<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=1898\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[7,8,15],"tags":[],"class_list":["post-1898","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-medienphilosophie","category-musik","category-theologie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1898","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1898"}],"version-history":[{"count":32,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1898\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1961,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1898\/revisions\/1961"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1898"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1898"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1898"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}