{"id":211,"date":"2006-08-02T19:24:41","date_gmt":"2006-08-02T17:24:41","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/wordpress\/?p=211"},"modified":"2006-08-02T19:24:41","modified_gmt":"2006-08-02T17:24:41","slug":"gegensatzpaare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=211","title":{"rendered":"Gegensatzpaare"},"content":{"rendered":"<p>Also gut, hier der erste Entwurf zum Beginn des Artikels &#8220;Gegensatz&#8221;.<\/p>\n<p>Einen Gegensatz festzustellen impliziert eine Anzahl konzeptueller Voraussetzungen. Der Ausdruck lenkt das Augenmerk auf einen Umstand, als ob er (wie &#8220;Affirmation&#8221; oder &#8220;Ablehnung&#8221;) im Singular fassbar w\u00e4re. Seine philosophische Grammatik ist in der Wendung &#8220;Gegensatzpaar&#8221; besser gefasst.<\/p>\n<p><!--more--><br \/>\nIn ihr sind die Bestimmungsst\u00fccke des Themas deutlicher ausgewiesen. Mit &#8220;Gegensatz&#8221; ist in der Regel nicht blanke Opposition gemeint, sondern das oppositionelle <em>Verh\u00e4ltnis<\/em> zweier Komponenten. Die Voraussetzung ist von Anfang an komplex: die beiden Seiten sind &#8211; einander absto\u00dfend &#8211; aufeinander bezogen. Die Konstatierung eines Gegensatzes verwickelt die Sprechenden in eine Dichotomie, die ihrerseits auf ein Zusammenspiel verweist.<\/p>\n<p>&#8220;Tag versus Nacht&#8221; funktioniert unter der Klammer der Erdumdrehung; &#8220;arm versus reich&#8221; in einer durch Magel gekennzeichneten Wirtschaft. Verglichen mit dieser Verschr\u00e4nkung fehlt den benachbarten Oppositionsbestimmungen ein Spannungsmoment. Ein <em>Widerspruch<\/em> ben\u00f6tigt ebenfalls zwei Kontrahenten, es gibt aber kein &#8220;Widerspruchspaar&#8221;. In diesem Fall steht die Diskrepanz, ohne den Beiklang des Aufeinander-Bezogenseins im Vordergrund. Komplement\u00e4r dazu sind auch <em>Kontraste<\/em> normalerweise nicht durch Paarbildung charakterisiert. Der Abhebung von einer Bezugsumgebung fehlt die duale Abstimmung.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Also gut, hier der erste Entwurf zum Beginn des Artikels &#8220;Gegensatz&#8221;. Einen Gegensatz festzustellen impliziert eine Anzahl konzeptueller Voraussetzungen. Der Ausdruck lenkt das Augenmerk auf einen Umstand, als ob er (wie &#8220;Affirmation&#8221; oder &#8220;Ablehnung&#8221;) im Singular fassbar w\u00e4re. Seine philosophische Grammatik ist in der Wendung &#8220;Gegensatzpaar&#8221; besser gefasst.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[155],"class_list":["post-211","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philosophie-klassisch","tag-schreiben"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=211"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/211\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}