{"id":2515,"date":"2019-04-09T22:53:44","date_gmt":"2019-04-09T22:53:44","guid":{"rendered":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=2515"},"modified":"2019-04-09T23:04:56","modified_gmt":"2019-04-09T23:04:56","slug":"herkunft-und-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=2515","title":{"rendered":"Herkunft und Zukunft"},"content":{"rendered":"<p><br \/><!--StartFragment--><\/p>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Keine Zukunft ohne Herkunft?! Das kann man a.) als hilfreiches Einleitungs-Motto f\u00fcr einen Lesungsabends nehmen, in dem die Lesungen \u00fcber Herkunft handeln. Gleichzeitig wird es b.) f\u00fcr nationalistische Gedanken oder als Rechtfertigung zum \u00dcberh\u00f6hen &#8220;der Ahnen&#8221; verwendet:<br> a.) <a href=\"https:\/\/www.alte-schmiede.at\/programm\/2019-04-09-1900\/\">https:\/\/www.alte-schmiede.at\/programm\/2019-04-09-1900\/<\/a><br> b.) <a href=\"https:\/\/andreasmoelzer.wordpress.com\/2017\/10\/28\/keine-zukunft-ohne-herkunft\/\">https:\/\/andreasmoelzer.wordpress.com\/\u2026\/keine-zukunft-ohne-\u2026\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Raphaela Edelbauer&#8217;s Lesung eines Ausschnittes von ihrem Roman &#8220;Das fl\u00fcssige Land&#8221; hat die Sache in der Form von Anti-Heimat auf den Punkt gebracht.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem ist: Wo kommt &#8216;die Herkunft&#8217; her? Von der Gegenwart. Und die Gegenwart? Die ist durch die Herkunft durchgegangen, um im aktuellen Moment anzukommen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir verf\u00fcgen \u00fcber zugestellte Versionen der Herkunft, durch unser Ged\u00e4chtnis und unsere gegenw\u00e4rtigen Bed\u00fcrfnisse hergestellt. Wir putzen sie fein heraus, und \u00fcber die L\u00fccken reden wir nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn wir es nicht auf den Zustellungen belassen, die L\u00fccken ernst nehmen, dann hat die Herkunft etwas Fremdes, Unbekanntes. Unsere Urspr\u00fcnge (z.B. unsere Kindheit) bekommen wir erst durch Dritte vermittelt, sie m\u00fcssen vor und mit anderen erarbeitet werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heimat, fremde Heimat, sozusagen. Wir k\u00f6nnen nicht \u00fcber die Herkunft verf\u00fcgen bzw ein Siegel draufgeben und das dann als das Fundament f\u00fcr die Zukunft nehmen. Die Herkunft ist in Bewegung. Heimt und Anti-Heimat sind Zustellungen. Man wird sie daran messen m\u00fcssen, inwieweit sie den Widerstand der durch die Vergangenheit (Dokumente, Archivarbeit, Bilder, B\u00fccher, Zeitzeugen, anderen Zustellungen, etc.) geleistet wird, zum Anlass des Aufbrechens nehmen und eine Reaktualisierung getreu den bekannten Tatsachen finden. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Aufmerksamwerden auf L\u00fccken, L\u00f6cher, Br\u00fcche in den Erz\u00e4hlungen ist eine wichtige Voraussetzung f\u00fcr eine Relekt\u00fcre.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keine Zukunft ohne Herkunft?! Das kann man a.) als hilfreiches Einleitungs-Motto f\u00fcr einen Lesungsabends nehmen, in dem die Lesungen \u00fcber Herkunft handeln. 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