{"id":252,"date":"2007-11-24T09:02:10","date_gmt":"2007-11-24T07:02:10","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/wordpress\/?p=252"},"modified":"2007-11-24T09:02:10","modified_gmt":"2007-11-24T07:02:10","slug":"doppelpunkt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=252","title":{"rendered":"Doppelpunkt"},"content":{"rendered":"<p>Ich mache einen Umweg und komme dann zu einem Punkt.<\/p>\n<p>Ein disfunktionaler Mail-Server hat mich k\u00fcrzlich dazu gebracht, den Mail-Transport auf der Kommandoline zu testen. Man muss dabei die Abl\u00e4ufe Schritt f\u00fcr Schritt selbst eingeben. Also etwa so:<\/p>\n<p>&gt; mail from carlo@philo.at<\/p>\n<p>Das funktioniert nicht. 5 Fehlermeldungen, bis ich draufkomme, dass es so heissen muss:<\/p>\n<p>&gt; mail from: carlo@philo.at<\/p>\n<p>Ein Doppelpunkt macht den ganzen Unterschied zwischen einer Fehlfunktion und dem Anschluss an den weltweiten eMail-Verkehr. Dazu  ist anzumerken, dass es v\u00f6llig unerheblich ist, ob die Mail-Adresse carlo@philo.at oder katzensprung@knoblauch.net heisst. Ein Ursprung von Spam liegt darin: Das Protokoll legt penibel fest, welche Satzzeichen erlaubt sind, aber es ist v\u00f6llig agnostisch hinsichtlich der Adressen, zwischen denen es den Austausch bewerkstelligt.<\/p>\n<p>Nun mein (Doppel-)Punkt. Von der eben angelaufenen dritten Phase der Bologna-Umstellung sind haupts\u00e4chlich die Kulturwissenschaften betroffen. In ihnen ist ein lockeres Verh\u00e4ltnis zwischen Formalien und Inhalt verbreitet. Als Philosoph bin ich pickiert dar\u00fcber, dass das &#8220;dumme&#8221; Mail-Protokoll an der genannten Stelle einen Doppelpunkt verlangt, statt die offensichtliche Absicht &#8220;zu erkennen&#8221; und den Fehler zu tolerieren. Im universit\u00e4ren Rahmen bin ich allerdings in die Rolle eines Zeremonienmeisters gerutscht, der die Kolleginnen (m\/w) darauf aufmerksam macht, dass bei der Entwicklung der Curricula gewisse Vorgaben einzuhalten sind. Um ein harmloses Beispiel zu nennen: Lehrveranstaltungen sind pr\u00fcfungsimmanent oder nicht-pr\u00fcfungsimmanent und nicht beides.<\/p>\n<p>Warum? Es ist ganz naheliegend, mit Mischungen zu arbeiten. Schnell kommt der Vorwurf, dass die Regeln die Lehrbetrieb unzul\u00e4ssig beschr\u00e4nken. Noch dazu, wenn man weiss, dass die genannte Unterscheidung tats\u00e4chlich eine wichtige \u00f6konomische Kategorie betrifft, n\u00e4mlich den Unterschied zwischen vergleichsweise billigen Vorlesungen und eventuell proliferierenden Proseminaren, Seminaren und \u00dcbungen.<\/p>\n<p>Das ist die schwarz-weiss Zeichnung. De facto gibt es in vielen Curricula einen Lehrveranstaltungstyp &#8220;Kurs&#8221;, der eine Kombination der beiden Vorgangsweisen darstellt. Wenn er dort definiert ist &#8211; kein Problem. Allerdings bestehen wir darauf, dass es sich um einen pr\u00fcfungsimmanenten Typ handelt &#8211; sonst k\u00f6nnte man ihn gleich &#8220;Vorlesung&#8221; nennen.<\/p>\n<p>Sie erahnen die Debatte. Wer bestimmt, was eine Vorlesung ist? Wer kann sagen, ab welchem Punkt in den diversen Disziplinen, eine Vorlesung zu einer \u00dcbung wird (oder umgekehrt)? Niemand. Dennoch &#8211; so meine ich &#8211; macht es Sinn, ein Minimum an Gemeinsamkeiten einzufordern. Es reicht (und es ist gut), dass die faktisch an der Universit\u00e4t gehaltenen Vorlesungen massive Unterschiede aufweisen. Niemandem w\u00e4re jedoch damit gedient, dass man sie im Prinzip nicht von Seminaren unterscheiden kann.<\/p>\n<p>Im Prinzip? Nun ja.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich mache einen Umweg und komme dann zu einem Punkt. Ein disfunktionaler Mail-Server hat mich k\u00fcrzlich dazu gebracht, den Mail-Transport auf der Kommandoline zu testen. Man muss dabei die Abl\u00e4ufe Schritt f\u00fcr Schritt selbst eingeben. Also etwa so: &gt; mail from carlo@philo.at Das funktioniert nicht. 5 Fehlermeldungen, bis ich draufkomme, dass es so heissen muss:<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=252\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[46],"class_list":["post-252","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hochschulpolitik","tag-bolo"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/252","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=252"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/252\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=252"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=252"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=252"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}