{"id":255,"date":"2008-01-15T09:52:43","date_gmt":"2008-01-15T07:52:43","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/wordpress\/?p=255"},"modified":"2008-01-15T09:52:43","modified_gmt":"2008-01-15T07:52:43","slug":"entwicklungsplan-neu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=255","title":{"rendered":"Entwicklungsplan neu"},"content":{"rendered":"<p>Vergangenen Donnerstag hat der Senat vom Rektorat den Entwurf zum Entwicklungsplan bis 2012 erhalten. Er wird in der n\u00e4chsten Sitzung (24.1.) zu diskutieren sein. Einige Bemerkungen nach der ersten Lekt\u00fcre.<\/p>\n<p>Der Entwicklungsplan ist ein Container unterschiedlicher Textsorten. Es findet sich Werbematerial,  Grundlagendokumente, Strategiepapiere, Verzeichnisse und Absichtserkl\u00e4rungen. Im Vergleich mit der Vorg\u00e4ngerversion ist ein Akzent auf die Ausbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses gelegt. Die Durchl\u00e4ssigkeit zwischen Bachelor- und Masterstudium wird festgehalten. F\u00fcr 2009 werden 5, f\u00fcr 2010 7 (neue oder verl\u00e4ngerte) Initiativkollegs angek\u00fcndigt. Die Rolle des Lehramtstudiums ist festgehalten. Das ist eine positve Entwicklung.<\/p>\n<p>Insgesamt ist das Dokument deutlich zu lang. Es hat stellenweise zeremoniellen Charakter und stellt keine strukturierten Lesehilfen zur Verf\u00fcgung. Der Eindruck ist: Wir nehmen uns soviel Platz, wie uns gef\u00e4llt. Eine editorische \u00dcberarbeitung w\u00e4re w\u00fcnschenswert. Dokumente von \u00e4hnlichem Volumen haben die Historikerinnen im Rahmen der Bologna-Umstellung produziert. Dort haben wir auf eine schlankere Darstellung gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Als Beitrag zur Verk\u00fcrzung rege ich an, aus dem Kapitel \u00fcber die Lehre das Strategiepapier &#8220;Bologna&#8221; aus dem Jahre 2005 herauszunehmen. Es ist ab diesem Jahr gegenstandslos. Auch die Passagen \u00fcber die universit\u00e4ren Forschungsschwerpunkte sollten gek\u00fcrzt werden. Hier besteht das Problem, dass einerseits eine 3-Jahresfrist f\u00fcr diese Projekte angegeben wird, andererseits aber die bereits 2 Jahre alten Schwerpunkte angef\u00fchrt werden. Es gibt zu ihnen keine Rechenschaftsberichte und sie laufen (nach dem Papier selbst) in K\u00fcrze aus.<\/p>\n<p>Das l\u00e4ngste Kapitel bildet die Auflistung der Forschungsschwerpunkte der Fakult\u00e4ten und die (gesetzlich vorgeschriebene) fachliche Widmung der Professorinnnen (m\/w). Hier ist ersichtlich viel Arbeit darauf verwendet worden, der universit\u00e4ren Forschungslandschaft eine einigerma\u00dfen homogene<br \/>\nStruktur zu verleihen. Die Sprachregelung unterscheidet zwischen &#8220;Themenfeldern&#8221; und &#8220;Forschungsschwerpunkten&#8221;. Das eine sind die Fachgebiete, die eine Fakult\u00e4t abdeckt, das andere sind hervorgehobene, aktuelle und erfolgreiche Spezialisierungen.<\/p>\n<p>Es bed\u00fcrfte einer l\u00e4ngeren Mail, um diesen Abschnitt zu kommentieren. Das Ergebnis der Vereinheitlichungsbem\u00fchungen f\u00e4llt gemischt aus. Manche Fakult\u00e4ten halten sich nach den Vorgaben, andere scheinen sich eher einen Spa\u00df daraus gemacht zu haben, sie subtil zu umgehen. Die 11 Forschungsschwerpunkte der Juristinnen z.B. sind auf imaginative Weise auch die Themenfelder. Daf\u00fcr hei\u00dfen &#8220;Foschungsschwerpunkte&#8221; in den historischen Kulturwissenschaften &#8220;Paradigmen&#8221;.<\/p>\n<p>Auf einen Problempunkt sei noch hingewiesen.<\/p>\n<p>&#8220;Fakult\u00e4ren Forschungsschwerpunkten soll entweder schon jetzt, oder in absehbarer Zukunft (in neuen Feldern) Exzellenzfunktion zukommen.&#8221;<\/p>\n<p>Hier zeichnet sich ein Verst\u00e4ndnis von Schwerpunktbildung ab, das die teilweise Zur\u00fcckhaltung gegen\u00fcber dem Forderungen der Universit\u00e4tsleitung verst\u00e4ndlich erscheinen l\u00e4\u00dft. Nach dieser Aussage ist n\u00e4mlich zu erwarten, dass in 3 Jahren neue Forschungsschwerpunkte gefragt sind. Das passt dazu, dass man immer dort dabei sein m\u00f6chte, wo gerade etwas zu holen ist. Es steht aber in eklatantem Widerspruch zu einer nur einigerma\u00dfen nachhaltigen Qualit\u00e4tspolitik. Wie soll man sich das vorstellen: Eine Fakult\u00e4t bietet in einem Spezialgebiet internationale &#8220;Exzellenz&#8221; und in ein paar Jahren wechselt sie die Stiefel?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vergangenen Donnerstag hat der Senat vom Rektorat den Entwurf zum Entwicklungsplan bis 2012 erhalten. Er wird in der n\u00e4chsten Sitzung (24.1.) zu diskutieren sein. Einige Bemerkungen nach der ersten Lekt\u00fcre. Der Entwicklungsplan ist ein Container unterschiedlicher Textsorten. Es findet sich Werbematerial, Grundlagendokumente, Strategiepapiere, Verzeichnisse und Absichtserkl\u00e4rungen. 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