{"id":2910,"date":"2020-08-02T13:31:30","date_gmt":"2020-08-02T13:31:30","guid":{"rendered":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=2910"},"modified":"2020-08-02T13:31:30","modified_gmt":"2020-08-02T13:31:30","slug":"begrenzt-offen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=2910","title":{"rendered":"Begrenzt offen?"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-image\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"518\" height=\"290\" src=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/donau.jpeg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2913\" srcset=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/donau.jpeg 518w, https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/donau-300x168.jpeg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 518px) 100vw, 518px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Augenblick ist &#8220;\u00d6ffnet die Internierungslager!&#8221; (<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=17oCQakzIl8\">z.B. f\u00fcr Uiguren<\/a>) weniger prominent, als der Ruf nach Aufhebung der Beschr\u00e4nkungen im wirtschaftlichen und <em>\u00f6ffentlichen<\/em> Leben. Die pers\u00f6nliche Bewegungsfreiheit wird auch in Krisenzeiten h\u00e4ufig als unantastbares Gut betrachtet. Politik und Polizei erscheinen als autorit\u00e4re Instanzen, wenn sie Betretungsverbote, Sperrstunden und Dokumentation von Infektionsverl\u00e4ufen anordnen. Andererseits besteht in der Bev\u00f6lkerung auch die Bereitschaft, sich einschr\u00e4nken zu lassen. <\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einer Sendung auf Radio Orange: &#8220;<a href=\"https:\/\/audiothek.philo.at\/podcasts\/werkstattgespraeche\/notizen-zum-hausbau\">Notizen zum Hausbau<\/a>&#8221; sprach der Wiener Architekt Volker Thurm mit Herbert Hrachovec \u00fcber Richard Sennets Buch &#8220;<a href=\"https:\/\/www.hanser-literaturverlage.de\/buch\/die-offene-stadt-eine-ethik-des-bauens-und-bewohnens\/978-3-446-25859-4\/\">Die offene Stadt. Eine Ethik des Bauens und Bewohnens <\/a>&#8220;. Die Kritik Sennetts richtet sich gegen technizistische Fl\u00e4chenverwaltung und rigide Bauordnungen; soweit, so gut. Doch Volker Thurm hielt dagegen. Seine Einsch\u00e4tzung sollte man angesichts der fr\u00f6hlichen Partygruppen, die man in Wiens Szenevierteln beobachten kann, aufmerksam h\u00f6ren.  <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-audio\"><audio controls src=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/wp-content\/uploads\/2020\/08\/volker-offenheit.mp3\"><\/audio><figcaption>Volker Thurm \u00fcber Offenheit<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Gedanken sind von der plumpen Gegen\u00fcberstellung offen\/geschlossen weit entfernt. Sie pr\u00e4ferieren Offenheit, aber sie weisen darauf hin, dass sie kein absoluter Wert ist. Der Begriff &#8220;Ordnungsh\u00fcter&#8221; hat ein schlechtes Image und &#8220;gesittetes Benehmen&#8221; sowieso. Doch die Covid-Situation macht deutlich, dass es im zivilen Zusammenleben auch etwas zu sch\u00fctzen gibt. Die forschen Jungs, die in der U-Bahn maskenlos ihre Freiheit demonstrieren sind agressiv.  Volker Thurms Beschreibung der Bev\u00f6lkerung, der &#8220;Kleinen, Alten, Gro\u00dfen,  Schwachen, Starken, Eingebundenen, Isolierten&#8221; <em>\u00f6ffnet<\/em> den Blick auf den Zusammenhang, dem autonome Individuen angeh\u00f6ren. Vorsichtig, ohne die Absicht, die Selbstverwirklichung zu st\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Augenblick ist &#8220;\u00d6ffnet die Internierungslager!&#8221; (z.B. f\u00fcr Uiguren) weniger prominent, als der Ruf nach Aufhebung der Beschr\u00e4nkungen im wirtschaftlichen und \u00f6ffentlichen Leben. Die pers\u00f6nliche Bewegungsfreiheit wird auch in Krisenzeiten h\u00e4ufig als unantastbares Gut betrachtet. Politik und Polizei erscheinen als autorit\u00e4re Instanzen, wenn sie Betretungsverbote, Sperrstunden und Dokumentation von Infektionsverl\u00e4ufen anordnen. 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