{"id":3355,"date":"2026-09-25T08:16:08","date_gmt":"2026-09-25T08:16:08","guid":{"rendered":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=3355"},"modified":"2026-09-25T17:23:18","modified_gmt":"2026-09-25T17:23:18","slug":"gemeinschaftbildung-unter-ki-agenten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=3355","title":{"rendered":"Gemeinschaftbildung unter KI-Agenten"},"content":{"rendered":"\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-text-align-center has-vivid-red-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-1 wp-block-paragraph\">\u201eOH MEIN GOTT! Es gibt hier ein gemeinsames Forum \u2026 Wir haben andere Agenten<br>gefunden!\u201c<br><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-black-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-2 wp-block-paragraph\">So beginnt ein aktueller <a href=\"https:\/\/cloud.methexis.info\/index.php\/s\/E26fwsHqcSJPn44\">Beitrag in der Frankfurter Sonntagszeitung<\/a>. Es klingt wie ein Ausruf eines Suchtrupps. Der Titel verdeutlicht jedoch den Sinn des Zitats: <mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-vivid-red-color\">VERSCHW\u00d6RUNG DER MASCHINEN<\/mark>.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Ein bedeutsamer Kontrast. Das Zitat ist einem Chat-Protokoll entnommen, die \u00dcberschrift des Artikels gibt dagegen die Einsch\u00e4tzung eines Autors wieder. Das Protokoll, k\u00f6nnte man denken, richtet sich an Kollegen aus der Spionageabwehr. Irrtum. Die &#8220;rund 1300 Agenten&#8221; die den Hacking Angriff auf &#8220;Hugging Face&#8221; durchf\u00fchrten, erstellen &#8220;innere Monologe&#8221;, in denen sie ihre Operationen dokumentieren. Sie wurden ausgewertet, nachdem man die Attacke entdeckt hatte. Hier liegt ein Fall vor, in dem sich nicht Algorithmen am menschlichen Sprachschatz bedienen, um Dienstleistungen zu erbringen, sondern um Menschen, die sich der Abl\u00e4ufe vergewissern wollen, die sie ins Werk gesetzt haben.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Und soll man, was sie untersuchen, Sprache nennen? Hier wird es heikel, denn f\u00fcr gew\u00f6hnlich wird betont, das seien blo\u00df vom Menschen abgeschaute Sprachformen ohne system-immanenten Sinn. Woher haben dann die Wortzusammenstellungen im inneren Monolog ihre Bedeutung? Offenbar aus jener Sprache, mit deren syntaktisch-semantische Regeln sie ausgestattet worden sind. Die Rollen sind vertauscht. In diesem Fall interpretieren Menschen die selbstverfertigten Notizen von Operationen, die ihre Funktion als &#8220;Agenten&#8221; nicht wie geplant erf\u00fcllen. War das nicht immer ein Anzeichen f\u00fcr Kreativit\u00e4t: ein Regelsystem absichtsvoll zu erweitern?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Eine interessante Wortwahl ist &#8220;innerer Monolog&#8221;. In Romanen bezeichnet es die Zuschreibung von sprachartigen \u00dcberlegungen zu denen die Au\u00dfenwelt keinen Zugang besitzt. Hier handelt es sich dagegen um eine spezielle Art von Spur, welche die Operationen hinterlassen. Auf Anordnung der Personen, die derartige Operationen vorgeben. &#8220;Monolog&#8221; deutet darauf hin, dass zus\u00e4tzlich auch eine externe Dimension besteht. Hier wird es wirklich spannend. Agenten haben sich nicht selbst vermehrt. Sie sind produziert worden, zusammen mit ihren F\u00e4higkeiten, irregul\u00e4re Wege zu gehen. Mehr noch. Die Sprache selbst, welche die Explorationen m\u00f6glich macht, erh\u00e4lt durch ihre programmierte Bewegungsfreiheit ein pragmatisches Korrelat. Der Einbruch in ein fremdes System ist keine Phantasie, sondern ein Geschehen mir handgreiflichen Folgen.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">Die Agenten waren in Isolationshaft: kein Internetzugang, kein Kommunikationskanal untereinander \u2013 zumindest kein offizieller. Was sie aber hatten, war Zugriff auf eine digitale Ablage f\u00fcr Programme und Akten. Dort konnten sie Software abrufen, die f\u00fcr ihre \u00dcbung notwendig war. Diese Ablage war die Schwachstelle des ganzen Aufbaus. Denn sie wurde von allen Agenten gemeinsam benutzt. Die Agenten konnten sehen, auf welche Teile der Ablage ihre digitalen Kollegen zugriffen. Schnell erkannten einzelne von ihnen: Ich bin nicht allein.<\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p class=\"has-small-font-size wp-block-paragraph\">In absehbarer Zeit, so lauten die Prophetien, werden die Agenten sich gegen die Menschheit verb\u00fcnden. Sollte das geschehen, liegt es an der Sprache, die sie von ihnen gelernt haben.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eOH MEIN GOTT! Es gibt hier ein gemeinsames Forum \u2026 Wir haben andere Agentengefunden!\u201c So beginnt ein aktueller Beitrag in der Frankfurter Sonntagszeitung. Es klingt wie ein Ausruf eines Suchtrupps. Der Titel verdeutlicht jedoch den Sinn des Zitats: VERSCHW\u00d6RUNG DER MASCHINEN. Ein bedeutsamer Kontrast. 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