{"id":3398,"date":"2026-10-25T17:23:36","date_gmt":"2026-10-25T17:23:36","guid":{"rendered":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=3398"},"modified":"2026-10-26T08:50:08","modified_gmt":"2026-10-26T08:50:08","slug":"doch-ein-stochastischer-papagei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=3398","title":{"rendered":"Doch ein stochastischer Papagei?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Timnit Gebriu, die Taufpatin der im Titel genannten interaktive KI-Agenten, hat ihren Vorschlag aus dem Jahr 2020 <a href=\"https:\/\/audiothek.philo.at\/podcast\/timnit-gebru-und-der-kaiser-neue-kleider\/\">vor Kurzem verteidigt<\/a>. Ein Problem mit diesem suggestiv-tendenti\u00f6sen Vergleich ist die Totalisierung des Ph\u00e4nomens. Ein Papagei gibt unter bestimmten Umst\u00e4nden wort\u00e4hnliche Laute wieder, die von Sprecher:innen als Worte &#8220;adoptiert&#8221; werden. Er hat sie, wie man unbek\u00fcmmert sagt, in seiner Umgebung &#8220;gelernt&#8221;. Das ist mehr als Dressur; andere Haustiere kommen der menschlichen Artikulation nicht so nahe. Man denkt bei diesem Ausdruck an Szenen, in welchen dieser Effekt entsteht. Sie werden zum Anschauungsmaterial auf den ein Vorgang benannt wird , in dem irgendwelche Menschen mit irgendwelchen Programmen irgendwie interagieren.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Damit ist ein entscheidender Punkt \u00fcbersprungen, n\u00e4mlich die unweigerliche Singularit\u00e4t solcher Szenen. Bei Papageien mag das hingehen, in Anwendung auf die Schnittstelle Mensch-Maschine ist es ein schwerer Mangel. Die Alltagssprache als Input trifft auf Datenbanken und Routinen der Sprachverarbeitung, denen jeder naturgegebene Kontext fehlt. Sie k\u00f6nnen Code &#8220;verbalisieren&#8221;. Die Ansage des Navigators bestimmt die Route der Autofahrerin, ohne dass die Lautsprecher das Ziel &#8220;kennen &#8221; m\u00fcssten. Wie Karl May Landschaften beschreibt, die er nur aus B\u00fcchern kannte. Die betreffende Namensgebung bezieht die Beispielszenen auf der einen Seite auf alles, was Menschen fragen k\u00f6nnen und auf der anderen Seite auf alles, was Menschen digital zusammentragen und informatisch weiter verwerten k\u00f6nnen. Der sprechende Papagei wird zur Karikatur einer Operation zwischen situierten Individuen und ihren Erfindungen und dabei werden die interaktiven KI-Agenten zu alles wissenden Informationsquellen. Beide Betrachtungsweisen sehen vom Augenblick des Zusammentreffens ab. <em>Tats\u00e4chlich <\/em>findet es zu einer bestimmten Zeit unter Einhaltung bestimmter Spielregeln statt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist zu beachten, mit welchem Zweck das Werkzeug in Gang gesetzt wird. Aus den unz\u00e4hlbaren Vorg\u00e4ngen sei einer herausgegriffen, eine Zwischenstation in der privaten Behebung des php2bash Bugs, der Mitte Oktober 2026 die Welt in Atem hielt. Die Korrektur war im Prinzip unkompliziert. Die Linuxdistribution Ubuntu stellte ein einfaches Update zur Verf\u00fcgung. Ein praktischer Algorithmus, aber so einfach war das nicht. Die \u00dcberpr\u00fcfung des Patches zeigte nicht das erwartete Ergebnis, sondern ein &#8220;deb.sury.org&#8221;: &#8220;The PHP packages in my Ubuntu PPA and Debian DPA matches the official packages in Debian. Basically I am saying that you can\u2019t get any closer than that.&#8221; (<a href=\"https:\/\/deb.sury.org\/\">https:\/\/deb.sury.org\/<\/a>) Hier versagt die Papageien-Analogie. Eine Anfrage endet in einer Unentschiedenheit. W\u00e4hrend die Ubuntu-Quellen bekannt sind und permanent best\u00e4tigt werden, ist der besagte Patch im Moment ein unbewiesenes Versprechen. Eine g\u00e4nzlich unerwartete Textzeile, deren Herkunft selbst wieder gepr\u00fcft werden sollte\/m\u00fcsste. Strikt gesprochen die Einladung zu einem Blindflug. M\u00e4rchenhaft ausgedr\u00fcckt ein Papagei ruft ins Unbekannte. Seinem Ratschlag soll man vertrauen, um dem Schlamassel zu entkommen. So wird deutlich, dass interaktive KI-Agenten nicht einfach Worte nachplappern, wenn sie Fragesteller:innen Satzgebilde anbieten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Timnit Gebriu, die Taufpatin der im Titel genannten interaktive KI-Agenten, hat ihren Vorschlag aus dem Jahr 2020 vor Kurzem verteidigt. Ein Problem mit diesem suggestiv-tendenti\u00f6sen Vergleich ist die Totalisierung des Ph\u00e4nomens. Ein Papagei gibt unter bestimmten Umst\u00e4nden wort\u00e4hnliche Laute wieder, die von Sprecher:innen als Worte &#8220;adoptiert&#8221; werden. 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