{"id":346,"date":"2008-08-06T16:01:19","date_gmt":"2008-08-06T14:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=346"},"modified":"2008-08-06T16:01:19","modified_gmt":"2008-08-06T14:01:19","slug":"der-chaos-comptuer-club-und-der-poststrukturalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=346","title":{"rendered":"Der Chaos Computer Club und der Poststrukturalismus"},"content":{"rendered":"<p>Ich finde es spannend und beeindruckend, dass der <a href=\"http:\/\/chaosradio.ccc.de\/cre091.html\">CCC philosophische Podcasts ausstrahlt<\/a>, in der der pragmatisch und nach Greifbaren orientierte Informatiker konfrontiert wird mit dem historisch-umsichtigen und nicht-greifbaren Philosophen, gerade weil es dadurch zu liebensw\u00fcrtigen Urteilen oder Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten kommt. Beide m\u00fcssen sich dazu \u00fcberwinden, die Sicht des Anderen zu bedenken, die Priorit\u00e4ten des Anderen zu bemerken und auf sie einzugehen:<\/p>\n<p>Ein Fragment:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Philosoph:<\/strong> Die Philosophie &#8220;hat das Problem, dass ihr Arbeitsmittel braun geworden ist&#8221;.<strong><br \/>\nInformatiker:<\/strong> Braun? Im Sinne, von&#8230; Schei\u00dfe!?<strong><br \/>\nPhilosoph:<\/strong> Es ist opak.<strong><br \/>\nInformatiker<\/strong>: Es ist opak!<strong><br \/>\nPhilosoph<\/strong>: &#8230;Es sollte aber m\u00f6glichst glasklar sein.<strong><br \/>\nInformatiker<\/strong>: Ah, verstehe. Es ist sozusagen getr\u00fcbt.<br \/>\n<strong>Philosoph:<\/strong> Die Vernunft [&#8230;] fassen wir jetzt mal als Apparat. Diese Vernunft muss<br \/>\naber auch zu einem Verh\u00e4ltnis zu sich selber zu Urteilen kommen. Eine Reflektion &#8211; Repr\u00e4sentation. Denn wenn sie sich \u00fcber sich selbst nicht Rechenschaft legen kann, wie soll sie dann vern\u00fcnftige Urteile \u00fcber den Rest der Welt ablegen. Das kann sie aber nur mittels der Sprache. Doch eigentich ist sie doch der Sprache \u00fcbergeordnet, aber die Sprache ist ein Ph\u00e4nomen, f\u00fcr die Vernunft eigentlich daf\u00fcr gedacht ist, dass sie sie zu beurteilen hat. Und damit kommen wir in einen erstmal nicht l\u00f6sbaren Widerspruch&#8230;<\/p><\/blockquote>\n<p>Und ein Anderes:<\/p>\n<blockquote><p><strong>Informatiker:<\/strong> Verzeih mir meine plumen Versuche, das r\u00fcberzubringen [&#8230;] War das wirklich was konkretes? Philosohpie ist immer so unkonkret. Wie so ein Fisch im Bach, den man versucht zu greifen und der die ganze Zeit hin und herflutscht und sagt: &#8216;Ne, so einfach ist es nicht, ich muss nochmal kurz nach oben schwimmen.&#8217;<\/p>\n<p><strong>Philosoph:<\/strong> Das Problem ist, dass das Instrument gleichzeitig sein Material ist. Du sezierst dich quasi selbst &#8211; als lebendes Objekt.<\/p>\n<p><strong>Informatiker:<\/strong> Das ist Software&#8230; im Besten Sinne.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ein sch\u00f6nes, h\u00f6renswertes Beispiel f\u00fcr eine f\u00e4cher\u00fcbergreifende Diskussion (+ <a href=\"http:\/\/blog.chaosradio.ccc.de\/index.php\/2008\/07\/27\/cre091-poststrukturalismus\/\">M\u00f6glichkeit, darauf Bezug zu nehmen<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich finde es spannend und beeindruckend, dass der CCC philosophische Podcasts ausstrahlt, in der der pragmatisch und nach Greifbaren orientierte Informatiker konfrontiert wird mit dem historisch-umsichtigen und nicht-greifbaren Philosophen, gerade weil es dadurch zu liebensw\u00fcrtigen Urteilen oder Verst\u00e4ndnisschwierigkeiten kommt. 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