{"id":364,"date":"2008-09-12T14:50:46","date_gmt":"2008-09-12T12:50:46","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=364"},"modified":"2008-09-12T14:50:46","modified_gmt":"2008-09-12T12:50:46","slug":"vom-konsument-zum-teilnehmer-eine-neue-okonomie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=364","title":{"rendered":"Vom Konsument zum Teilnehmer. Eine neue \u00d6konomie?"},"content":{"rendered":"<p><strong><strong>Wolf Lindstrot gab <a href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/2008\/ars-electronica-eine-neue-oekonomie\/\">ein <\/a><\/strong><a href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/2008\/ars-electronica-eine-neue-oekonomie\/\">interessantes Res\u00fcmee der Ars Electronica in Linz <strong>bei netzpolitik.org<\/strong><\/a><\/strong>. Die Indizien f\u00fcr einen gesellschaftlichen Umschwung mehren sich, insofern man immer \u00f6fters Forderungen, Versuche und Beitr\u00e4ge findet, die zum Thema haben, interaktivere, dynamischere Strukturen auf der Basis von Vernetzung zu realisieren und dadurch Kooperation mit den Teilnehmern erschlie\u00dfbar machen soll.<\/p>\n<p>Auf YouTube werden Videos und Audios auf kreative Weise modifiziert, gemixed und parodiert (man spricht von der ReMix-Kultur). Was von einem w\u00fctenden Aufsch\u00e4umen, Verklagen und Verfolgen, zu hohen Verlusten und <a href=\"http:\/\/netzpolitik.org\/2008\/hr2-der-absturz-der-musikindustrie\/\">Resignation der Film-&amp;Musikindustrie<\/a> gef\u00fchrt hat, m\u00fcndet jetzt langsam in eine Gespr\u00e4chsbereitschaft \u00fcber die neuen Systeme. Man sieht sich nach alternativen Gesch\u00e4ftsmodellen sowie rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen um, die die kreativen T\u00e4tigkeiten von jenen Leuten, die vormals von den Unternehmen als passive Konsumenten eingestuft wurden, als Produzenten und Teilnehmer ernst nimmt und in die Infrastruktur miteinschlie\u00dft.<\/p>\n<blockquote><p>Die \u201ejunge Generation\u201c will nicht mehr nur passiv konsumieren, sondern partizipieren, sich selbst ausdr\u00fccken, Vorgefundenes remixen und die Ergebnisse mit anderen teilen. Und die kritische Masse ist erreicht: Produktion und Vertrieb von kulturellen und wissenschaftlichen Erzeugnissen sind durch die Entwicklung der Technik und der Vernetzung so einfach geworden, dass die alte Spaltung in wenige professionelle Medien- und Kultur- ArbeiterInnen einerseits und die gro\u00dfe, konsumierende Masse andererseits aufgehoben ist. Wir leben in einer Wissensgesellschaft, die eine \u00d6konomie des Teilens braucht, um des kulturellen, wissenschaftlichen und \u00f6konomischen Fortschritts willens. Deshalb m\u00fcssen, nachdem die Praxis im Internet Fakten geschaffen hat, endlich Wirtschaft, Politik und Gesetzgebung angepasst werden.<\/p><\/blockquote>\n<p>Auf der anderen Seite hat man gar keine Freude damit, wenn irgendjemand oder irgendetwas (z.B.: ein Algorithmus zur Erschlie\u00dfung der Inhalte f\u00fcr personalisierte Werbung) mit seinen IP-Adressen, Geburtsdaten, Kontonummern oder E-Mail-Inhalten herumpanscht (&#8220;Data-Mining&#8221;, Handel, etc.). \u00dcber diese Art von Eigentum will man dann (verst\u00e4ndlicherweise?) doch noch seine eigene Verf\u00fcgungsgewalt haben.<\/p>\n<p>Zwei der gro\u00dfen Themengebiete, die die Online-Community besch\u00e4ftigt: Geistiges Eigentum und Datenschutz. Geistiges Eigentum abschaffen und Datenschutz-Rechte forcieren? Diese Rechnung wird meiner Meinung nach ohne Kompromisse nicht aufgehen. Wenn man teilen will, wird man auch etwas von sich verraten (m\u00fcssen). Im Netz ist es zwar immer m\u00f6glich, seine Identit\u00e4t zu verschleiern, doch der durchschnittliche User achtet nicht darauf. Im Gegenteil: Manchmal sch\u00e4tzt er es sogar, wenn Amazon die richtigen B\u00fccher f\u00fcr einen vorschl\u00e4gt oder Google hiesige Reiseb\u00fcros f\u00fcr deinen Urlaub parat hat, den du soeben deinen Freunden jubelnd per GMail verk\u00fcndet hast.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolf Lindstrot gab ein interessantes Res\u00fcmee der Ars Electronica in Linz bei netzpolitik.org. 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