{"id":41,"date":"2004-02-17T14:42:29","date_gmt":"2004-02-17T12:42:29","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/wordpress\/?p=41"},"modified":"2004-02-17T14:42:29","modified_gmt":"2004-02-17T12:42:29","slug":"zwei-abstimmungsvorlagen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=41","title":{"rendered":"Zwei Abstimmungsvorlagen"},"content":{"rendered":"<p>Heute findet das erste Treffen der Plattform f\u00fcr universit\u00e4re Mitbestimmung statt. Ich habe 2 Antr\u00e4ge zur Abstimmung vorbereitet:<\/p>\n<p><b>Kein Wiener Fleckerlteppich<\/b><\/p>\n<p>Die Universit\u00e4ten \u00d6sterreichs haben ihre bisherige Gliederung den neuen gesetzlichen Bedingungen angepa\u00dft. Allgemein wird in den Organisationspl\u00e4nen ein Zusammenwirken von Fakult\u00e4ten und Instituten (oder Fachbereichen) vorgesehen. Einzig die Universit\u00e4t Wien l\u00e4\u00dft die Frage der Binnenstruktur der Fakult\u00e4ten v\u00f6llig offen. Auch \u00fcber die Anzahl der Fakult\u00e4ten selbst herrscht Uneinigkeit. Seit Monaten wird in einem Tauziehen zwischen Rektorat, Senat und Universit\u00e4tsrat die Zahl der Fakult\u00e4ten vermehrt oder vermindert. Inhaltliche Kriterien sind dabei kaum erkennbar.<\/p>\n<p>Die Absicht des Rektorates, hochdisponible Organisationseinheiten zu schaffen, \u00fcber deren genauere Bestimmung j\u00e4hrlich zwischen Rektor und Dekanin (m\/w) verhandelt wird, steht im Gegensatz zu allen \u00fcbrigen L\u00f6sungen in der \u00f6sterreichischen Universit\u00e4tslandschaft. Der vorliegende Organisationsplan bewirkt eine unregulierte Erscheinungsvielfalt der tragenden Lehr- und Forschungsstrukturen der Universit\u00e4t. Sie erschwert die inter-fakult\u00e4re Zusammenarbeit und macht die Binnenstruktur der Universit\u00e4t Wien zu einem per Machtwort ver\u00e4nderlichen Provisorium. Das Modell einer F\u00fchreruniversit\u00e4t, in dem einige Personen ohne beratende und kontrollierende Gremien Zugriff auf s\u00e4mtliche Ressourcen besitzen, widerspricht \u00f6sterreichischen und internationalen Standards und f\u00fchrt zu feudalen Cliquenbildungen und Stagnation.<\/p>\n<p><b>Der Senat sagt Jein<\/b><\/p>\n<p>Der Senat der Universit\u00e4t Wien hat am 15.1.2004 den vom Rektorat erarbeiteten Organisationsplan gebilligt. Die aufmerksame Lekt\u00fcre der Stellungnahme zeigt allerdings, da\u00df diese Zustimmung mit schwerwiegenden Bedenken verkn\u00fcpft wurde. Der Senat zweifelt an der in Aussicht genommenen Fakult\u00e4tsgliederung und empfiehlt eine zeitlich gestaffelte Implementierung, von der vorerst nur zwei Fakult\u00e4ten probeweise betroffen sein sollen. Es wird gefordert, da\u00df Universit\u00e4tsangestellte ?in wesentlich st\u00e4rkerem Ausma\u00df als bisher? aktiv in den Reformproze\u00df einbezogen werden und da\u00df die ?umfassende Reorganisation &#8230; erst nach Vorliegen &#8230; der Erfahrungswerte aus den Pilotprojekten durchgef\u00fchrt wird.? Dabei ist nicht ersichtlich, wie diese Bedingungen zum positiven Votum der Senatsmehrheit passen.<\/p>\n<p>Die schrittweise Reorganisation der Universit\u00e4tsstruktur \u00fcber Pilotprojekte widerspricht eindeutig den Intentionen des Rektorates. Dem Senat steht bei inhaltlichen xC4nderungen des Organisationsplans eine neuerliche Stellungnahme zu. Vom obersten Entscheidungsgremium innerhalb der Universit\u00e4t Wien sind eindeutige Positionen zu erwarten, die nicht im taktischen Gepl\u00e4nkel untergehen. Sollte der Senat f\u00fcr eine nachvollziehbare Fakult\u00e4ts- und Binnengliederung, sowie f\u00fcr den Einbau konsultativer Momente in den Organisationsplan eintreten, so mu\u00df er sich in seinen n\u00e4chsten Sitzungen unumwunden gegen die dirigistischen Tendenzen des Rektoratsvorschlages aussprechen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute findet das erste Treffen der Plattform f\u00fcr universit\u00e4re Mitbestimmung statt. Ich habe 2 Antr\u00e4ge zur Abstimmung vorbereitet: Kein Wiener Fleckerlteppich Die Universit\u00e4ten \u00d6sterreichs haben ihre bisherige Gliederung den neuen gesetzlichen Bedingungen angepa\u00dft. Allgemein wird in den Organisationspl\u00e4nen ein Zusammenwirken von Fakult\u00e4ten und Instituten (oder Fachbereichen) vorgesehen. 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