{"id":424,"date":"2009-01-26T21:50:19","date_gmt":"2009-01-26T19:50:19","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=424"},"modified":"2009-01-26T21:50:19","modified_gmt":"2009-01-26T19:50:19","slug":"open-source-tugend","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=424","title":{"rendered":"Open Source Tugend"},"content":{"rendered":"<div class=\"zemanta-img\" style=\"margin: 1em; float: right; display: block;\" align=\"right\">\n<div>\n<dl class=\"wp-caption\" style=\"\">\n<dt class=\"wp-caption-dt\"><a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Image:Arete20.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/upload.wikimedia.org\/wikipedia\/en\/thumb\/f\/f6\/Arete20.png\/202px-Arete20.png\" alt=\"Front cover of Aret\u00e9 issue 20, 2006.\" title=\"Front cover of Aret\u00e9 issue 20, 2006.\" height=\"305\" width=\"202\"><\/a><\/dt>\n<dd class=\"wp-caption-dd zemanta-img-attribution\" style=\"font-size: 0.8em;\">Image via <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Image:Arete20.png\">Wikipedia<\/a><\/dd>\n<\/dl>\n<\/div>\n<\/div>\n<p>Ich kann nicht behaupten, dass mich die Theorie der Tugend je interessiert h\u00e4tte. Wenn man \u00fcber Sokrates und Plato arbeitet, kommt man allerdings nicht ganz daran vorbei. Die &#8220;\u1f00\u03c1\u03b5\u03c4\u03ae&#8221; [Arete: Tauglichkeit, Exzellenz, (sittliche) Vortrefflichkeit] hat eine auff\u00e4llige Position. Einerseits gibt es &#8220;gute&#8221; Schuster oder Baumeister, andererseits das Streben nach &#8220;dem Guten&#8221;. Philosophie appliziert die Qualit\u00e4t, die aus handwerklichen Fertigkeiten bekannt ist, auf das menschliche Leben schlechthin.<\/p>\n<p>Erstaunt und neugierig registrierte ich eine Abhandlung \u00fcber <a href=\"http:\/\/www.nyu.edu\/projects\/nissenbaum\/papers\/jopp_235.pdf\">Commons-based Peer Production and Virtue<\/a>. Sie enth\u00e4lt eine hervorragende Zusammenfassung der wichtigsten Thesen <a href=\"http:\/\/www.benkler.org\/\">Yochai Benklers<\/a> und einen lachhaften Versuch, die ganze Gelehrsamkeit etablierter philosophischer Forschung f\u00fcr die Feststellung zu mobilisieren, dass Tugend zur Mitarbeit an open source Projekten veranlasst und dass solche Projekte umgekehrt zur Tugend verhelfen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zeitgleich bemerkte ich ein pers\u00f6nlicher gewendetes Statement zu diesem Zusammenhang. <a href=\"http:\/\/members.chello.at\/gre\/fleissner\/\">Peter Fleissner<\/a> formuliert <a href=\"http:\/\/transform.or.at\/news\/article.php\/20090121090645270\">Thesen zur Wissenschaftspolitik<\/a>, in denen ebenfalls Wissenschaft, Sittlichkeit und open source zusammengef\u00fchrt werden<\/p>\n<blockquote><p>\nWissenschaftliches Denken darf nicht auf der Ebene des Positivismus stehenbleiben, sondern muss mit Wertfragen und ethischen Dimensionen zusammengef\u00fchrt werden. Wissenschaft muss menschlich und emanzipatorisch werden, an Friedenserhaltung, sozialer und \u00f6kologischer Nachhaltigkeit ausgerichtet sein und nicht blo\u00df an wirtschaftlichen Partikul\u00e4rinteressen, was sich auch im Bildungswesen niederschlagen soll. Es w\u00e4re zu untersuchen, ob und wie weit Pers\u00f6nlichkeitsbildung (F\u00e4higkeiten zur Kooperation, Selbstkritik, Empathie, Gro\u00dfz\u00fcgigkeit, Selbstlosigkeit, Perspektivenwechsel, interkulturelle Erfahrungen etc.) im Zuge des Bildungswesens explizit vermittelt werden kann.\n<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>\nSoziale Experimente alternativer Arbeits- und Lebensformen auf freiwilliger Basis sollen nicht verhindert, sondern gef\u00f6rdert, durch Begleitforschung professionalisiert und in den Massenmedien verbreitet und zur Diskussion gestellt werden. Beispiele sind zahlreich: Studienzirkel, regionale Tauschkreise, open source Bewegungen, creative commons, targeted intelligence networks, Kommunen aller Art etc.\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Was soll man dazu sagen? Was <em>soll<\/em> man sagen? Das ist vielleicht das Problem: &#8220;Wissenschaftliches Denken <strong>darf nicht<\/strong> auf der Ebene des Positivismus stehenbleiben,<strong> sondern muss<\/strong> mit Wertfragen und ethischen Dimensionen zusammengef\u00fchrt werden.&#8221; Diesen Imperativen zu gehorchen ist die Voraussetzung daf\u00fcr, dass sie ihre Arbeit tun.<\/p>\n<div style=\"margin-top: 10px; height: 15px;\" class=\"zemanta-pixie\"><img decoding=\"async\" style=\"border: medium none ; float: right;\" class=\"zemanta-pixie-img\" src=\"http:\/\/img.zemanta.com\/pixy.gif?x-id=22323b81-77ba-44cd-9777-861c3f0dcdd4\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Image via Wikipedia Ich kann nicht behaupten, dass mich die Theorie der Tugend je interessiert h\u00e4tte. Wenn man \u00fcber Sokrates und Plato arbeitet, kommt man allerdings nicht ganz daran vorbei. Die &#8220;\u1f00\u03c1\u03b5\u03c4\u03ae&#8221; [Arete: Tauglichkeit, Exzellenz, (sittliche) Vortrefflichkeit] hat eine auff\u00e4llige Position. Einerseits gibt es &#8220;gute&#8221; Schuster oder Baumeister, andererseits das Streben nach &#8220;dem Guten&#8221;. Philosophie<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=424\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[41,99],"class_list":["post-424","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philosophie-klassisch","tag-bildung","tag-informatisch"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/424","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=424"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/424\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=424"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=424"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=424"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}