{"id":503,"date":"2009-06-12T18:08:05","date_gmt":"2009-06-12T17:08:05","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=503"},"modified":"2009-06-12T18:08:05","modified_gmt":"2009-06-12T17:08:05","slug":"zum-rechner-werden-drei-fragmente","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=503","title":{"rendered":"Zum Rechner werden? Drei Fragmente."},"content":{"rendered":"<p>Im siebenten Buch bei Platon findet sich nach dem H\u00f6hlengleichnis die Frage: \u201eWelche Wissenschaft, mein Glaukon, kann nun die Seele vom Werden zum Sein ziehen?\u201c Nachdem Gymnastik, Musik und Handwerk ausscheiden, kommt Platon auf etwas, \u201ewas sich auf alles bezieht[\u2026]was alle K\u00fcnste, Forschungen und Wissenschaften ben\u00fctzen, was jeder in den Anfangsgr\u00fcnden erlernen mu\u00df!\u201c \u2013 die Mathematik.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-504\" title=\"platon\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/platon.gif\" alt=\"platon\" \/><\/p>\n<p>F\u00fcr Platon ist die Zahl Eins ein idealer Gegenstand, um das Denken zum Sein zu f\u00fchren; denn sie hat eine widerspr\u00fcchliche Erscheinung. Einerseits ist sie eine Einheit, andererseits kann man sie unendlich oft kopieren (dadurch kommt es zu den anderen Zahlen, die alle von der Eins heraus produziert werden k\u00f6nnen). Dieser Widerspruch regt das Denken an:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eWenn aber immer mit ihr [der Eins] zugleich ihr Gegensatz gesehen wird, so dass sie ebenso als Eins wie als Gegenteil davon erscheint, dann bedarf es schon eines Richters, und die Seele wird zwangsl\u00e4ufig unsicher und forscht nach, indem sie in sich das Denken erweckt, und sie fragt, was denn die Eins an sich ist; und so w\u00fcrde dann das Wissen um die Eins zu jenen Kr\u00e4ften geh\u00f6ren, die uns umwenden und f\u00fchren zur Schau des wahren Seins.\u201c (524d)<\/p><\/blockquote>\n<p>Deswegen geh\u00f6rt die Mathematik zu den Wissenschaften, die Platon sucht:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Kriegsmann mu\u00df sie wegen der Truppenabteilungen lernen, der Philosoph, weil er aus der Welt des Werdens heraustauchen und die Welt des Seins erfassen mu\u00df \u2013 <em>andernfalls er niemals ein wirklicher Rechner wird<\/em>.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><img decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-505\" title=\"turing-machine\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/turing-machine.gif\" alt=\"turing-machine\" \/><\/p>\n<p>Die letzte Wendung erinnert mich an Allan Turings Erl\u00e4uterungen seiner Turingmaschinen, durch die er wichtige theoretische Grundlagen zur Entwicklung elektronischer Rechner geliefert hat. Er spricht dabei von Computern und meint damit Mathematiker oder Menschen am Flie\u00dfband, bspsw.:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eStellen wir uns vor, dass die vom Computer durchgef\u00fchrten Operationen in \u201aeinfache Operationen\u2019 aufgeteilt werden, die so elementar sind, dass man sich eine weitere Aufteilung nicht leicht denken kann. Jede solche Operation f\u00fchrt zu einer gewissen \u00c4nderung des physikalischen Systems, das aus dem Computer und seinem Band besteht.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Und erst weiter unten:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eEs ist jetzt m\u00f6glich, dass wir eine Maschine konstruieren, die die Arbeit des Computers ausf\u00fchrt. Jedem Geisteszustand des Computers entspricht eine \u201am-Anordnung\u2019 der Maschine.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-506\" title=\"w_e1206\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2009\/06\/w_e1206.jpg\" alt=\"w_e1206\" width=\"295\" height=\"185\" \/><\/p>\n<p>Zum Schluss noch ein <a href=\"http:\/\/www.lyricstime.com\/welle-erdball-komm-lass-uns-ein-computer-sien-lyrics.html\">Textst\u00fcck<\/a> aus dem <a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=CFCL_yHmSjk\">Lied &#8220;Lass uns ein Computer sein&#8221;<\/a> von Welle:Erdball:<\/p>\n<blockquote><p>Das ist der Zustand der sich lohnt<br \/>\nVon allem Menschlichen verschont<br \/>\nJetzt ist es endlich an der Zeit<br \/>\nDie Technik steht f\u00fcr uns bereit<\/p>\n<p>Jetzt sind wir ganz weit weg von hier<br \/>\nZu einer Einheit schmelzen wir<br \/>\nDie ganze Welt ist viel zu klein<br \/>\nSo la\u00df uns ein Computer sein<\/p>\n<p>Wir w\u00fcrden bald die Welt regieren<br \/>\nUnd jeden Sinn f\u00fcr Zeit verlieren<br \/>\nIch w\u00e4r ewig mit Dir allein<br \/>\nKomm lass uns ein Computer sein<\/p><\/blockquote>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im siebenten Buch bei Platon findet sich nach dem H\u00f6hlengleichnis die Frage: \u201eWelche Wissenschaft, mein Glaukon, kann nun die Seele vom Werden zum Sein ziehen?\u201c Nachdem Gymnastik, Musik und Handwerk ausscheiden, kommt Platon auf etwas, \u201ewas sich auf alles bezieht[\u2026]was alle K\u00fcnste, Forschungen und Wissenschaften ben\u00fctzen, was jeder in den Anfangsgr\u00fcnden erlernen mu\u00df!\u201c \u2013 die<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=503\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[10],"tags":[37,191],"class_list":["post-503","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ne","tag-berechnung","tag-vernetzung"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/503","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=503"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/503\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=503"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=503"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=503"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}