{"id":586,"date":"2009-11-08T01:29:47","date_gmt":"2009-11-08T00:29:47","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=586"},"modified":"2009-11-08T01:29:47","modified_gmt":"2009-11-08T00:29:47","slug":"zugangsbeschrankungen-rekursiv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=586","title":{"rendered":"Zugangsbeschr\u00e4nkungen rekursiv."},"content":{"rendered":"<p>Heute im Plenum des Audimax drehte sich ein Teil der Diskussion um die Frage, ob der Zugang zur Galerie aus technischen Gr\u00fcnden (Einsturzgefahr) beschr\u00e4nkt wird und wie man das handhabt. Gestern beim Bauchklang-Konzert gab es eine \u00dcberf\u00fcllung der Galerie. Die AG Krisenintervention ist unmittelbar eingeschritten und hat die Galerie abgesperrt. Au\u00dferdem seien im Falle eines Brandfalles die Fluchtwege nicht frei gewesen, weil alle Wege hoffnungslos \u00fcberf\u00fcllt waren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/4050977953_eaf440e621.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-587\" title=\"galerie. zugangsbeschr\u00e4nkt?\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/4050977953_eaf440e621.jpg\" alt=\"galerie. zugangsbeschr\u00e4nkt?\" width=\"303\" height=\"202\" \/><\/a><\/p>\n<p>Das ist ein Punkt, wo man sieht, dass es Informationen gibt, die nicht einfach ignoriert werden k\u00f6nnen, und die anstelle einer breiten Diskussion unmittelbaren Handlungsbedarf erfordern. Die Unis brennen nicht umsonst: Wir haben gehandelt und st\u00f6ren den regul\u00e4ren Universit\u00e4tsbetrieb. Jetzt k\u00f6nnen wir diskutieren. Doch der geschaffene Freiraum unterliegt selbst Einschr\u00e4nkungen, mit denen wir umgehen m\u00fcssen.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Diskussion um die \u00fcberf\u00fcllte Galerie ergaben sich Wortmeldungen, welche ich frei aus dem Ged\u00e4chtnis wiedergebe und die generell die Schwierigkeit von mangelnden Ressourcen und ihre gerechte Verteilung zeigen:<\/p>\n<ul>\n<li>Es kann nicht sein, dass wir eine \u00fcberschaubare Runde beim Plenum vor dem Bauchklang-Konzert waren, und danach Party-Leute (die durch die FM4-Durchsage in Massen hergestr\u00f6mt sind) die Bude st\u00fcrmen.<\/li>\n<li>Die Bewegung lebt davon, dass immer wieder neue Leute herkommen und uns besuchen. So stellt man einen Erstkontakt her und h\u00e4lt die Bewegung frisch.<\/li>\n<li>Wir sollten jene Leute, die keinen Sitzplatz mehr im Audimax (unten sowie auf der Galerie) gefunden haben, bitten, den Raum zu verlassen.<\/li>\n<li>Von der AG Krisenintervention: Unter den Leuten die am Abend zu den Partys gehen, sind nun einmal &#8211; mitunter bedingt durch \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Alkohol entschuldigt den Ausdruck, aber es ist so &#8211; immer wieder ein paar Volltrottln dabei. Ich habe zu einer Person gesagt, dass sie wegen Einsturzgefahr nicht mehr zur Galerie hinauf darf. Darauf kontert sie mit mit einer logischen Klarheit, wie ich sie selten gesehen habe: &#8220;Aber meine Freunde sind auch oben&#8221;. Was soll man darauf noch sagen?<\/li>\n<li>Es w\u00e4re gut, das n\u00e4chste Mal FM4 zu bitten, nicht mehr auf unsere Events hinzuweisen.<\/li>\n<li>Wir sollten uns nicht von der Gesellschaft abschotten. Es muss andere L\u00f6sungen geben.<\/li>\n<li>AG Krisenintervention: W\u00fcrden sich Leute bereit erkl\u00e4ren, bei der Galerie als T\u00fcrsteherinnen zu fungieren bzw. wie ist das Stimmungsbild zu dieser Ma\u00dfnahme?<\/li>\n<li>&#8230;<\/li>\n<\/ul>\n<p>Einerseits m\u00f6chte man gerne Personen, die keinen Vandalismus verursachen, die vern\u00fcnftig und einsichtig sind und die bei den Arbeitsgruppen mitwirken. Personen, die sich an das Rauchverbot halten, die ihren eigenen M\u00fcll wegr\u00e4umen und wissen, wann sie genug Alkohol getrunken haben.<\/p>\n<p>Andererseits kann man die anderen Leute schwer abhalten, herzukommen &#8211; da die Besetzung etwas ist,\u00a0 bei der alle Bev\u00f6lkerungsschichten partizipieren k\u00f6nnen sollen &#8211; das ist ja ein wesentlicher Gedanke der Basisdemokratie oder von \u00f6ffentlichen Einrichtungen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/unibrennt\/4069234629\/in\/set-72157622554124123\/\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-588\" title=\"kein Bier\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2009\/11\/4069234629_8140cd88d8.jpg\" alt=\"kein Bier\" width=\"262\" height=\"174\" \/><\/a><\/p>\n<p>In gewisser Weise eine \u00e4hnliche Problematik wie bei freier Bildung:<\/p>\n<ul>\n<li>Die Uni m\u00f6chte keine Bummelstudierende (Leute, die nur zu Bauchklang kommen, und dann wieder gehen und nichts au\u00dfer ihren M\u00fcll dalassen).<\/li>\n<li>Die Studierenden sollen sich sch\u00f6n auf alle Studienrichtungen verteilen. Eine M\u00f6glichkeit w\u00e4re,\u00a0 bei stark \u00fcberlaufenen Studienrichtungen einfach die Zahl der Studierenden einzuschr\u00e4nken (also bei Sto\u00dfzeiten weniger Leute auf die Galerie zu lassen).<\/li>\n<li>Das ist aber eine Freiheitseinschr\u00e4nkung; ein Hindernis zur Entfaltung der eigenen Pers\u00f6nlichkeit und eine Hemmung der gesellschaftlichen Entwicklung. Was aber soll man tun, wenn durch das miese Betreuungsverh\u00e4ltnis die Rede von akademischer Bildung und Ausbildung zu einer Farce wird (und man Tote oder Verletzte durch den Einsturz der Galerie riskiert)?<\/li>\n<\/ul>\n<p><a href=\"http:\/\/igw.tuwien.ac.at\/designlehren\/Site\/Welcome.html\">Peter Purgathofer<\/a> hat vor ein paar Tagen im besetzten HS1 der TU (Freihaus) in etwa gesagt: <span><span>Es gibt keine Auswahlverfahren, um jene Studierenden zu bekommen die man gerne h\u00e4tte, um konstruktiv zusammenzuarbeiten. Man kriegt durch diese Selektion nur die Leute, die gut auswendig lernen k\u00f6nnen oder die in Pr\u00fcfungssituationen ge\u00fcbt sind, oder die das Auswahlverfahren \u00fcberlisten, etc.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span><span> Es handelt sich in der Politik (auch in der Hochschulpolitik) um Regulierung, damit m\u00f6glichst alle miteinander leben k\u00f6nnen. Die wichtigste Eigenschaft sehe ich darin, aktuelle Informationen so schnell wie m\u00f6glich in bestehende Regelkreise miteinzubeziehen. Wenn die Galerie unter Einsturzgefahr ist, kann man nicht dar\u00fcber diskutieren, was man tut, sondern muss handeln &#8211; obwohl (!) man prinzipiell\u00a0 diskutieren m\u00fcsste (da man das Optimum nicht gefunden hat). Wenn die kritische Phase vor\u00fcber ist, kann man diskutieren, ohne jedoch vor dem Eintritt von weiteren kritischen Phasen gefeit zu sein. Das Problem tritt &#8211; weniger komplex, jeodch nicht weniger dramatisch &#8211; erneut auf. Ich belasse es in Ermangelung eines R\u00e9sum\u00e9s dabei.<br \/>\n<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute im Plenum des Audimax drehte sich ein Teil der Diskussion um die Frage, ob der Zugang zur Galerie aus technischen Gr\u00fcnden (Einsturzgefahr) beschr\u00e4nkt wird und wie man das handhabt. Gestern beim Bauchklang-Konzert gab es eine \u00dcberf\u00fcllung der Galerie. Die AG Krisenintervention ist unmittelbar eingeschritten und hat die Galerie abgesperrt. 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