{"id":641,"date":"2010-01-29T07:19:02","date_gmt":"2010-01-29T06:19:02","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=641"},"modified":"2010-01-29T07:19:02","modified_gmt":"2010-01-29T06:19:02","slug":"gruppensteuerung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=641","title":{"rendered":"Gruppensteuerung"},"content":{"rendered":"<p>Die ausgepr\u00e4gt hierarchische Struktur der Entscheidungsprozesse an der<br \/>\nUniversit\u00e4t Wien ist hier immer wieder kritisiert worden. Es lohnt sich, im<br \/>\nGegenzug auch einmal zu \u00fcberlegen, wie es mit den Entscheidungsstrukturen in<br \/>\ntraditionellen Gremien aussieht, z.B. in einer Berufungskommission.<\/p>\n<p>Ich hatte unl\u00e4ngst Gelegenheit, festzustellen, dass dort durchaus keine<br \/>\nidealen Verh\u00e4ltnisse herrschen. Ein Unterschied zwischen<br \/>\nden &#8220;obrigkeitlichen&#8221; Beratungen, an denen ich als Vorsitzender der CK<br \/>\nteilnehme, und den fachnahen Treffen ist besonders hervorzuheben. &#8220;Oben&#8221; wird<br \/>\nkontrovers diskutiert; Alternativen werden \u00fcberlegt. Dann f\u00e4llt eine<br \/>\nEntscheidung &#8211; und daran halten sich die Beteiligten. Das liegt an der<br \/>\nFunktion der Gruppe: sie muss Initiativen umsetzen. In einer Kommission des<br \/>\nalten Stils verl\u00e4uft das anders.<\/p>\n<p>Hier gibt es keinen Druck (und bisweilen auch keine Bereitschaft), zu<br \/>\ngemeinsamen L\u00f6sungen zu kommen, die auf einer Einigung in der Sache beruhen.<br \/>\nEs geschieht leicht, dass ein Mitglied an seiner Meinung festh\u00e4lt, auch wenn<br \/>\nsie in der Diskussion von der gro\u00dfen Mehrheit abgelehnt wurde und als<br \/>\nHandlungsoption chancenlos ist. Wenn das einige Mitglieder (jeweils mit ihren<br \/>\neigenen Standpunkten) praktizieren, verhindern sie die Einigung auf die<br \/>\n(beratungsgem\u00e4\u00df) aussichtsreichsten Resultate.<\/p>\n<p>Die Situation erkl\u00e4rt sich teilweise durch die Besonderheit der<br \/>\nwissenschaftlichen Arbeit. Anders als in politischen Prozessen k\u00f6nnen in der<br \/>\nWissenschaft partikul\u00e4re Fachmeinungen erfolgreich sein. Der Weg vom Glauben<br \/>\nan den eigenen Expertinnenstatus zur Subversion kooperativer Anstrengungen<br \/>\nist kurz. Und herzzerreissend sind die Ablenkungsman\u00f6ver, mit denen aus einem<br \/>\nderart gest\u00f6rten Kooperationszusammenhang auf (Zitat) &#8220;die Gremien der<br \/>\nQualit\u00e4tssicherung&#8221; verwiesen wird. Dabei handelt es sich um nichts anderes,<br \/>\nals einen vom Rektorat eingesetzten &#8220;watchdog&#8221; zur Wahrnehmung der<br \/>\nobrigkeitlichen Befugnisse.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/g-raum.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/g-raum.jpg\" alt=\"\" title=\"g-raum\" width=\"407\" height=\"285\" class=\"alignleft size-full wp-image-640\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die ausgepr\u00e4gt hierarchische Struktur der Entscheidungsprozesse an der Universit\u00e4t Wien ist hier immer wieder kritisiert worden. Es lohnt sich, im Gegenzug auch einmal zu \u00fcberlegen, wie es mit den Entscheidungsstrukturen in traditionellen Gremien aussieht, z.B. in einer Berufungskommission. Ich hatte unl\u00e4ngst Gelegenheit, festzustellen, dass dort durchaus keine idealen Verh\u00e4ltnisse herrschen. Ein Unterschied zwischen den &#8220;obrigkeitlichen&#8221;<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=641\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[186],"class_list":["post-641","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-hochschulpolitik","tag-umstritten"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/641","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=641"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/641\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=641"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=641"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=641"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}