{"id":658,"date":"2010-03-06T20:25:06","date_gmt":"2010-03-06T19:25:06","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=658"},"modified":"2010-03-06T20:25:06","modified_gmt":"2010-03-06T19:25:06","slug":"what-is-the-matrix","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=658","title":{"rendered":"What is the Matrix?"},"content":{"rendered":"<p>Gerade arbeite\u00a0 ich mich durch den <a href=\"https:\/\/www.univie.ac.at\/rektorenteam\/ug2002\/intern\/eval_endbericht.pdf\">Endbericht der Evaluation des Organisationsplans<\/a>. Es wurden Interviews und auf Basis derselben Online-Surveys durchgef\u00fchrt. Das wichtigste der ersten 10 Seiten: Unzufriedenheit \u00fcber zu stark gesteuerte Kommunikationsprozesse (&#8220;Befehlsempf\u00e4nger&#8221;), des Organisationsplanes im Allgemeinen (beim wissenschaftlichen Personal) und \u00fcber das UG 2002. Dann wird gefragt, welches Profil durch den Organisationsplan gest\u00e4rkt w\u00fcrde:\u00a0 &#8220;WissenschafterInnen benennen hier an erster Stelle die \u201eMatrixstruktur von Forschung und Lehre\u201c (gleichbedeutend mit einer tendenziell voneinander unabh\u00e4ngigen Organisation von Forschung und Lehre)&#8221; Was bedeutet das?<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter\" title=\"Rot oder Blau?\" src=\"http:\/\/i49.photobucket.com\/albums\/f283\/phyrcat\/matrix_neo_in_morpheus_glasses.jpg\" alt=\"Rot oder Blau?\" width=\"400\" height=\"300\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich bin auf <a href=\" http:\/\/www.ethistory.ethz.ch\/besichtigungen\/objekte\/matrix\">einen Bericht<\/a> gesto\u00dfen, der sich mit diesem Thema in Bezug auf die ETH Z\u00fcrich auseinandersetzt, wo bereits 1987 eine solche Matrixstruktur auf Anraten der Unternehmensberatung Hayek Engineering AG eingef\u00fchrt und scheinbar etwa 5 Jahre sp\u00e4ter wieder abgeschafft wurde.<\/p>\n<p>Es werden einige Gr\u00fcnde f\u00fcr die Einf\u00fchrung der Matrixstruktur genannt. Einen finde ich &#8211; auch in der Wortwahl &#8211; interessant:<\/p>\n<p>&#8220;Die Matrixstruktur ist [..] dort ein attraktives organisatorisches Modell, wo Entwicklung und Verkauf oder aber Forschung und Lehre gleichzeitig betrieben werden m\u00fcssen, [d.h. wo] die unternehmerische bzw. humboldtsche Verbindung beider Aufgaben auf der Stufe eines Managers oder Professors jedoch l\u00e4ngst zur Illusion geworden ist.&#8221;<\/p>\n<p>Entwicklung &#8211; Forschung. Verkauf &#8211; Lehre.<\/p>\n<p>In einem anderen<a href=\"http:\/\/www.dke.univie.ac.at\/wirtschaftsinformatik\/history\/ss06\/ekibis\/modellierung\/Organisationsmodellierung\/Inhalt\/LO5\/LO5.pdf\"> Dokument <\/a>wird Matrixorganisation als &#8220;gemischte Organisationsform (Mischung aus objektbezogener und verrichtungsbezogener Aufgabenbearbeitung).&#8221; erkl\u00e4rt.<\/p>\n<p>Die Annahme scheint zu sein, dass auf der Ebene der Professorin Forschung und Lehre nicht (mehr) zusammengehalten werden k\u00f6nnen. Man geht dazu \u00fcber, die Aufgabenbereiche zu trennen und auf Organisationsebene zu behandeln. Das verstehe ich aber so, dass es in Organisationseinheiten Spezialisten f\u00fcr Forschung und welche f\u00fcr Lehre geben kann &#8211; nach dem Schema: Entwicklung von neuem Wissen ist eine Sache , der Verkauf des erzeugten Wissens eine andere, einzig die Organisationseinheiten m\u00fcssen diese beiden &#8220;sich widersprechenden Zielgr\u00f6\u00dfen&#8221; zusammenbringen.<\/p>\n<p>Dass in einem Unternehmen f\u00fcr Entwicklung und f\u00fcr den Verkauf unterschiedliche Personen beteiligt sind, kann ich nachvollziehen, weil diejenigen, die ein Produkt kaufen, nichts dar\u00fcber wissen m\u00fcssen, wie das Kaufobjekt funktioniert (oder gar: nicht funktioniert). In Hochschulen gibt es jedoch einen subtilen Unterschied, der damit zu tun hat, dass Studierende nicht nur K\u00e4ufer abgeschlossener Produkte sind, sondern \u00fcber kurz oder lang auch die Rolle der Entwickler einnehmen k\u00f6nnen sollten, wo wir wieder beim Unterschied zwischen\u00a0 &#8220;Ausbildung&#8221; und &#8220;Bildung&#8221; angelangt sind. Wenn eine Mitarbeiterin einer Hochschule nicht von der Stimmung\u00a0 getragen wird (die aus der Arbeitskultur entsteht), Forschung und Lehre miteinander zu verbinden, geht aus meiner studentischen Perspektive eine wichtige Dimension verloren, au\u00dferdem k\u00f6nnten Synergie-Effekte verhindert werden und ein gradueller \u00dcbergang von der Reproduktion zur Produktion von Wissen wird erschwert.<\/p>\n<p>Ich bin skeptisch, ob man dieser entscheidenden Subtilit\u00e4t mit der aktuellen Organisationsstruktur\u00a0 gerecht wird, wenn die Organisation von Forschung und Lehre als<em> tendenziell voneinander unabh\u00e4ngig<\/em> betrachtet wird.\u00a0 Dar\u00fcber, wie die Matrixstruktur an der Univerit\u00e4t Wien genau implementiert wird, finde ich keine Informationen, au\u00dfer dass die Funktion der SPL <em>matrix\u00e4hnlich<\/em> geregelt ist und dass der Betriebsrat sie offenbar als Fehlkonstruktion und\u00a0 Nebenerscheinung des zentralistischen Charakters des UGs bezeichnet.<\/p>\n<div id=\"_mcePaste\" style=\"overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 9px; width: 1px; height: 1px;\">Hayek Engineering AG<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerade arbeite\u00a0 ich mich durch den Endbericht der Evaluation des Organisationsplans. 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