{"id":794,"date":"2010-11-13T14:38:01","date_gmt":"2010-11-13T13:38:01","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=794"},"modified":"2010-11-13T14:38:01","modified_gmt":"2010-11-13T13:38:01","slug":"affirmativ-und-eklektizistisch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=794","title":{"rendered":"Affirmativ und Eklektizistisch?"},"content":{"rendered":"<p><em>Wie beurteilt man die Qualit\u00e4t von Gedanken in der akademischen Sph\u00e4re?<\/em><\/p>\n<p>Eine Stellungnahme zu meinem f\u00fcr die &#8220;Nachwuchs&#8221;-Tagung<a href=\"http:\/\/www.jungephilosophie.de\/\"> &#8220;Junge Philosophie&#8221;<\/a> an der TU Darmstadt eingereichten Paper l\u00e4sst eine erste Antwort zu:<\/p>\n<ul>\n<li>Wenn du Begriffe verwendest, sollten sie aus einer Theorie heraus entwickelt werden, anstatt Metaphern zu ihrer Plausibilit\u00e4t anzuf\u00fchren.<\/li>\n<li>Wenn du Metaphern verwendest, gebrauche sie nicht affirmativ.<\/li>\n<li>Dass Metaphern nicht affirmativ gebraucht werden, zeigt sich, indem sie in einem systematischen Zusammenhang gestellt und kritisch hinterfragt werden.<\/li>\n<li>Wenn du Metaphern affirmativ verwenden solltest, beziehe dich auf Literatur. Die Literatur aber muss systematisch, nicht eklektizitisch ausgew\u00e4hlt werden.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Die <a href=\"http:\/\/www.unet.univie.ac.at\/~a0600112\/php\/Joomla\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=63:philosophie-und-informatik-eine-stoerung-und-drei-architekturen&amp;catid=38:middoc&amp;Itemid=67\">Stellungnahme <\/a> hat mich irritiert. Eine These im kritisierten Paper war, dass Kompetenz nicht auf die gestaltenden, architektonischen Aspekte reduziert werden kann, sondern ein Moment miteinschlie\u00dft, in der man von Situationen irritiert wird und &#8211; zun\u00e4chst &#8211; in seinem Entwerfen zur\u00fcckgeworfen ist. Das ist nun der Fall.<\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Der Boden f\u00fcr fruchtbare, anschlussf\u00e4hige T\u00e4tigkeiten ist: Man l\u00e4sst sich st\u00f6ren. Und manchmal noch mehr: Man wird gest\u00f6rt. Man bezieht seine Kreativit\u00e4t aus der Irritation und spannt seine Methoden und Architekturen auf den Wellen derselben.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Meiner \u00dcberzeugung nach ist der Schritt zur Systematik und Methodik ein Zweiter. Ein Aspekt, der mich (neben <a href=\"http:\/\/www.unet.univie.ac.at\/~a0600112\/php\/Joomla\/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=58:bachelorarbeit-i-goedels-ontologischer-gottesbeweis&amp;catid=38:middoc&amp;Itemid=67\">Systematik und Schlussfolgerungen<\/a>) an der Philosophie fasziniert ist, was zwischen Irritation und Systematik passiert, also vor der Verwertung. Vielleicht ist der Text deswegen nicht reif f\u00fcr Ver\u00f6ffentlichung in einem Band f\u00fcr die <em>Disziplin<\/em> Philosophie.<\/p>\n<p>Was ich zugestehe: Der Text ist vorkritisch und stotternd, ohne R\u00fcckhalt durch Literaturverweise. Temptativ wird versucht, sich auf das durch die Tagung gestellte Thema (&#8220;Br\u00fcche, Br\u00fccken, Ambivalenzen&#8221;) einzulassen. Es werden die Metaphern der Architektur und des Konstruierens erkundet.\u00a0 Dann wird die Frage gestellt, ob man durch sie auf Widerspr\u00fcchlichkeiten eingehen kann. Ich habe Hinweise gegeben, dass diese Metaphern genau<em> nicht<\/em> ausreichend sind, um das Pr\u00e4dikat &#8220;Kompetent-sein&#8221; zuzuschreiben und dass man Beispiele finden kann, die \u00fcber diese Metaphern hinausweisen. Offenbar war das nicht \u00fcberzeugend.<\/p>\n<p>Der Beitrag findet sich im Philo-Wiki- sozusagen als <a href=\"http:\/\/philo.at\/wiki\/index.php\/Benutzer:Andyk\/Philosophie_und_Informatik_Architektur_und_St%C3%B6rung\">Alpha-Version zum Diskutieren und Weiterarbeiten<\/a>. Vielleicht hat die eine oder der andere einen hilfreichen Rat f\u00fcr einen offenbar nicht wohlgeformten &#8220;Nachwachsenden&#8221;. Ich habe durch die Stellungnahme ausserdem Gelegenheit eine Praxis aus der Softwareentwicklung anzuwenden, die auch wichtig f\u00fcr das Thema des Textes war:<\/p>\n<blockquote><p>Die Quellen werden nicht verschlossen und gegen <em>\u00c4<\/em>nderung gesperrt, sondern setzen sich der Konfrontation mit den Benutzern aus und k\u00f6nnen &#8211; die Beteiligung der Benutzer vorausgesetzt &#8211; schneller auf sich \u00e4ndernde Situationen reagieren. Die Anpassung mit der Umgebung erh\u00f6ht sich und wird dynamischer.<\/p><\/blockquote>\n<div style=\"overflow: hidden;width: 1px;height: 1px\">Man bezieht seine Kreativitat aus der Irritation und<br \/>\nspannt seine Methoden und Architekturen auf den Wellen derselben.<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie beurteilt man die Qualit\u00e4t von Gedanken in der akademischen Sph\u00e4re? 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