{"id":814,"date":"2010-12-21T17:00:38","date_gmt":"2010-12-21T16:00:38","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=814"},"modified":"2010-12-21T17:00:38","modified_gmt":"2010-12-21T16:00:38","slug":"naturlich-kunstlich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=814","title":{"rendered":"nat\u00fcrlich k\u00fcnstlich"},"content":{"rendered":"<p>Die Idee stammt von Harald Staun in der  <a href=\"http:\/\/www.faz.net\/s\/RubE861DB310D634B56996502869E5E1DBE\/Tpl~Ezeitung~Sdrehscheibe.html\">Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung<\/a>. Franz Josef Jung, der vorletzte deutsche Bundesminister f\u00fcr Verteidigung, hatte deutliche Defizite bei der Imagepflege. Wenn man Fotos seiner Afghanistanbesuche mit jenen seines Nachfolgers, Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg vergleicht, zeigt sich ein eklatanter Unterschied. Es ist nicht nur die offensichtlich h\u00f6here Fitness und schickere Frisur des j\u00fcngeren Ministers. Wer bitte hat erlaubt, dass F.J. Jung beim Autogrammschreiben von hinten aufgenommen wird? Und sie Szene mit zwei salutierenden Uniformtr\u00e4gern und dem verkniffen zur Seite gewandten Zivilisten darf die Abteilung f\u00fcr \u00d6ffentlichkeitsarbeit nicht durchgehen lassen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/gnuj5.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-817 alignright\" title=\"gnuj5\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/gnuj5.jpeg\" alt=\"\" width=\"258\" height=\"195\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/gnuj6.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-821 alignright\" title=\"gnuj6\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/gnuj6.jpeg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"183\" \/><\/a><\/p>\n<p>Dagegen lassen sich die Fotos Guttenbergs <em>tout de suite<\/em> als Wahlkampfplakate verwenden. Berichterstattung?<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/tugg51.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-822 alignright\" title=\"tugg5\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/tugg51.jpeg\" alt=\"\" width=\"275\" height=\"183\" \/><\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/tugg3.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-819 alignright\" title=\"tugg3\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/tugg3.jpeg\" alt=\"\" width=\"268\" height=\"188\" \/><\/a><\/p>\n<p>Eine Lehre aus dieser  Bildgeschichte:<\/p>\n<p>Beim Konsum der Presse- und TV-Berichterstattung f\u00e4llt die K\u00fcnstlichkeit zun\u00e4chst nicht auf. Eine gewisse Oberfl\u00e4chlichkeit, gepaart mit der Voreinstellung &#8220;Nachrichten&#8221; f\u00fchrt dazu, dass man die Bilder als Dokumentation nimmt. Nur subkutan wird die Zusatzbotschaft aufgenommen: fesch, dynamisch, gut organisiert. Es braucht einen Hinweis, um der Strategie bewusst zu werden. Das ist zun\u00e4chst nicht ungew\u00f6hnlich. Eine Unbekannte geht vorbei. &#8211; &#8220;Das ist die Freundin von Mario!&#8221;<\/p>\n<p>Schwieriger wird es dadurch, dass es um systematische Zusammenh\u00e4nge geht. Der Hinweis ist dann etwa, dass man Pressefotographien nicht vertrauen soll. &#8220;Sei auf der Hut vor solchen Konstruktionen! Sie stellen etwas als ganz nat\u00fcrlich dar und haben es mit viel Aufwand so zurechtgemacht.&#8221; Solche Ratschl\u00e4ge sind oft plausibel, doch eine unerw\u00fcnschte Nebenerscheinung stellt sich ein. Man kann nicht immer, und nicht auf den ersten Blick, hinter die Kulissen sehen.<\/p>\n<p>Preisfrage: Wieviel Verdacht soll man der Welt von vornherein entgegenbringen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Idee stammt von Harald Staun in der Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Franz Josef Jung, der vorletzte deutsche Bundesminister f\u00fcr Verteidigung, hatte deutliche Defizite bei der Imagepflege. Wenn man Fotos seiner Afghanistanbesuche mit jenen seines Nachfolgers, Karl-Theodor Freiherr zu Guttenberg vergleicht, zeigt sich ein eklatanter Unterschied. 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