{"id":834,"date":"2011-01-15T01:03:48","date_gmt":"2011-01-15T01:03:48","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=834"},"modified":"2018-11-20T08:44:57","modified_gmt":"2018-11-20T08:44:57","slug":"zellbiologie-der-metaphysik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=834","title":{"rendered":"Zellbiologie der Metaphysik"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: center\"><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/gene_expression1.gif\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-836    aligncenter\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/01\/gene_expression1.gif\" alt=\"\" width=\"334\" height=\"340\" \/><\/a><\/p>\n<blockquote><p>&#8220;Die Entfaltung der Vielheit aus der Einheit zu eigener, f\u00fcr sich existierender Wirklichkeit ist eine Manifestation der Macht der Einheit, welche die Vielheit nicht nur hervorbringt, sondern sie noch in ihrer eigenen Wirklichkeit als durch die Entfaltung getrenntes und durch die Trennung vereinzeltes Vieles bestimmt und umgreift.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Dieser Satz stammt von <a href=\"http:\/\/books.google.ch\/books?id=F3CvjEpjeGgC&amp;lpg=PA100&amp;ots=3xMrZ_aotx&amp;dq=Wohnt%20doch%20jedem%20Wesen%20inne%20ein%20streben%20plotin&amp;pg=PA98#v=onepage&amp;q=Wohnt%20doch%20jedem%20Wesen%20inne%20ein%20streben%20plotin&amp;f=false\">Jens Halfwassen im Kontext einer Plotin-Lekt\u00fcre<\/a>, aus einer <a href=\"http:\/\/audiothek.philo.at\/index.php?id=4&amp;entrypage=9&amp;search_q=plotin&amp;no_cache=1&amp;tx_relecture_pi1[pointer]=0&amp;tx_relecture_pi1[showUid]=648\">MP3-Collage<\/a>. Soweit bin ich der Plotin-Einladung gefolgt. Doch dann bin ich abgeglitten und habe mich gefragt: Wor\u00fcber wird hier gesprochen? Es geht um eine Kaskade von Entfaltungen: Absolutes, Geist, Seele, Vielheiten. Schon zu Beginn des Vortrags musste ich &#8211; sicherlich ist das der aktuellen <a href=\"http:\/\/infowww.epfl.ch\/imoniteur_ISAP\/!itffichecours.htm?ww_i_matiere=71603711&amp;ww_x_anneeAcad=2010-2011&amp;ww_i_section=249847&amp;ww_i_niveau=&amp;ww_c_langue=en\">Pr\u00fcfungsvorbereitung<\/a> geschuldet &#8211; an Prozesse aus der gegenw\u00e4rtigen Zellbiologie denken, in denen der Lebenszyklus einer Zelle sich vollzieht:<\/p>\n<p><!--more--><img decoding=\"async\" src=\"..\/wp-includes\/js\/tinymce\/plugins\/wordpress\/img\/trans.gif\" alt=\"\" \/><\/p>\n<blockquote><p>Die &#8220;Entfaltung&#8221; (exeilixis) der in der Einheit des Geistes eingefalteten Vielheit ist das Wesen der Seele. Als Entfaltung der Einheit des Geistes in die Vielheit ist die Seele darum eine Selbstentfaltung des Geistes, und zwar seine Selbstentfaltung nach au\u00dfen, in einem Anderen, das dem Geist gegen\u00fcber durch diese Entfaltung selbst\u00e4ndige Existenz gewinnt<\/p><\/blockquote>\n<p>Eine Zelle bleibt am Leben, indem sie aus der in der DNA komprimierten Information einzelne Bausteine (Proteine) produziert. Dieser Prozess wird Exprimierung von Genen (gene expression) genannt. Der erste Schritt dieser Entfaltung erfolgt (bei Eukaryoten) im Nucleus, dem Zellkern, in dem sich die DNA in komprimierter Form befindet. Den Umst\u00e4nden entsprechend werden bestimmte doppelstr\u00e4ngige komplement\u00e4re DNA-Ketten durch bereits vorhandene Proteine aufgespalten und durch andere Proteine (Enzyme, die Polymerasen genannt werden) in einstr\u00e4ngige RNA-Ketten \u00fcbersetzt (Translation). Es entsteht die prim\u00e4re RNA.<\/p>\n<blockquote><p>die Seele ist &#8220;ein Bild des Geistes; so wie der ausgesprochene Gedanke (logos) ein Bild des Gedankens in der Seele ist, so ist die Seele selbst der ausgesprochene Gedanke des Geistes, die gesamte Wirksamkeit (energeia) und das Leben, das er ausstr\u00f6mt in die Existenz (hypostatis) eines Anderen.&#8221; Der ausgesprochene, in Sprache ge\u00e4u\u00dferte Gedanke ist die sprachlich manifestierte Selbstdarstellung des reinen, unausgesprochenen, nur gedachten Gedankens; er ist dessen Selbstentfaltung nach au\u00dfen in der Weise, da\u00df der Gedanke durch den Akt seines Aussprechens eine eigene, selbst\u00e4ndige Existenz gewinnt neben und au\u00dfer seinem Gedachtsein im Denken der Seele. So ist der sprachlich ge\u00e4u\u00dferte Gedanke das Au\u00dfer-sich-Sein des Gedankens. Ebenso ist die Seele das Au\u00dfer-sich-Sein des Geistes[&#8230;]<\/p><\/blockquote>\n<p>Die \u00fcbersetzten RNA-Ketten werden ges\u00e4ubert von Bereichen, die keine Protein-Information enthalten (Introns). \u00dcbrig bleibt eine RNA-Sequenz, die nur noch codierende DNA-Sequenzen enth\u00e4lt. Sie wird <em>messenger RNA<\/em> genannt. (mRNA). Am Anfang und am Ende wird die mRNA noch mit einem Siegel (CAP-Sequenz und Poly-A-Sequenz) versehen. Nur mit diesem Siegel ist ihnen erm\u00f6glicht, nach au\u00dfen vom Nucleus in das Cytosol der Zelle zu kommen. Im Cytosol angekommen, h\u00e4ngen an den Membranen eines anderen Gebildes (dem Endoplasmatischen Reticulum) Protein-Komplexe (Ribosomen). Die versiegelte Sequenz wird durch diese zweiteiligen Ribosomen gezogen. W\u00e4hrend dieses Durchzugs kommt es zum Auff\u00e4deln von Aminos\u00e4uren (Zubringer sind andere kleinere aber charakteristisch gefaltete &#8211;\u00a0 RNA-Sequenzen: tRNAs die genau passend zu drei Nukleotiden der RNA ein Aminos\u00e4ure-Element zu den Ribosomen transportieren). Die Sequenz von Aminos\u00e4uren, die schlussendlich entsteht, ist ein selbstst\u00e4ndiges Protein, das in der Zelle &#8211; oder im Rahmen eines Zellverbandes (Gewebes) au\u00dferhalb der Zelle &#8211; diverse Funktionen erf\u00fcllt.<\/p>\n<blockquote><p>So wie das Au\u00dfer-sich-Sein des Gedankens in seinem Ausgesprochensein sein In-sich-Sein im Denken der Seele nicht aufhebt, so hebt auch das Au\u00dfer-sich-Sein des Geistes in der Seele sein In-sich-Sein nicht auf, sondern wird von diesem erst hervorgebracht: &#8220;Man darf aber beim Geist die Wirksamkeit (energeia) nicht als auflie\u00dfend denken, sondern seine innere Wirksamkeit bleibt in ihm selbst, w\u00e4hrend seine \u00e4u\u00dfere Wirksamkeit als eine andere und selbst\u00e4ndige in die Existenz tritt.&#8221;<\/p><\/blockquote>\n<p>Die messenger-RNA im Cytosol zerf\u00e4llt nach einiger Zeit, je nach den vorherrschenden Bedingungen. Der Zefall kann verlangsamt werden, sodass sehr viele gleiche Proteine aus dieser mRNA hervorgehen, doch irgendwann wird sie zerfallen. Was jedoch im Rahmen des Lebenszyklus einer Zelle stabil bleibt ist die im Nukleus <em>aufgehobene<\/em> DNA. Je nach Zustand (haupts\u00e4chlich die Gesamtheit der vorhandenen Proteiene) der gesamten Zelle wird jene spezifische DNA oder aber andere DNAs translatiert und transkribiert, doch eigentlich immer vollziehen sich Protein-Synthesen parallel, sodass die Zelle immer eine Aktivit\u00e4t aufweist. Die selbst\u00e4ndigen Proteine schwirren daher in und zwischen Zellen umher; durch elementare Anziehungen und Bindungen erm\u00f6glichen sie der Zelle und damit dem Nucleus ihr Fortbestehen.<\/p>\n<p>Ich bin weder bei den biochemischen Prozessen der Zelle noch bei der Rekonstruktion von Plotin ein Experte, doch ein paar der Homologien sind interessant; ohne Konsequenzen ziehen zu wollen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8220;Die Entfaltung der Vielheit aus der Einheit zu eigener, f\u00fcr sich existierender Wirklichkeit ist eine Manifestation der Macht der Einheit, welche die Vielheit nicht nur hervorbringt, sondern sie noch in ihrer eigenen Wirklichkeit als durch die Entfaltung getrenntes und durch die Trennung vereinzeltes Vieles bestimmt und umgreift.&#8221; Dieser Satz stammt von Jens Halfwassen im Kontext<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=834\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[31,42,70,72,193,210],"class_list":["post-834","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philosophie-klassisch","tag-ausdruck","tag-biochemie","tag-einheit","tag-entfaltung","tag-vielheit","tag-zelle"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/834","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=834"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/834\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2321,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/834\/revisions\/2321"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=834"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=834"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=834"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}