{"id":906,"date":"2011-03-23T17:05:26","date_gmt":"2011-03-23T17:05:26","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=906"},"modified":"2018-11-20T08:39:41","modified_gmt":"2018-11-20T08:39:41","slug":"tempel-kaputt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=906","title":{"rendered":"Tempel kaputt?"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Parm-6-3-5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/03\/Parm-6-3-5.jpg\" alt=\"\" title=\"Parm-6-3-5\" width=\"548\" height=\"203\" class=\"aligncenter size-full wp-image-907\" \/><\/a><\/p>\n<p>In diesem Blog gibt es einen instruktiven Beitrag zu <a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=595\">Badiou. Die Wahrheit als Ereignis<\/a>. Daran ankn\u00fcpfend werden hier weitere \u00dcberlegungen zu Badiou angestellt werden. Sie halten sich an den Beginn von <a href=\"http:\/\/www.buchkritik.at\/kritik.asp?IDX=4007\">Das Sein und das Ereignis<\/a>.<\/p>\n<p>Badiou beginnt mit einem Hinweis auf Parmenides. Er stellt als These vor:<\/p>\n<ol>\n<li>was sich <em>darstellt<\/em> ist wesentlich vielf\u00e4ltig<\/li>\n<li><em>was<\/em> sich darstellt ist wesentlich eines<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die S\u00e4tze bilden &#8220;das Eingangsportal eines zerst\u00f6rten Tempels&#8221;. Sie lassen sich n\u00e4mlich zu einer anscheinend ausweglosen Dialektik verbinden. Nach (2) denken wir uns <em>eines<\/em>, das einer Darstellung zugrund liegt, nach (1) denken wir, dass die Darstellung sich in einem zus\u00e4tzlichen Medium abspielt und dem Dargestellten jedenfalls <em>weiteres<\/em> hinzuf\u00fcgt. Wie kann das zusammenpassen? Das Eine verliert sich im Vielen, welches seinerseits nicht zum Einen kommen kann.<\/p>\n<p>Badiou beginnt mit einer sehr stilisierten Sicht auf Parmenides. Es lohnt sich, n\u00e4her hinzusehen.<\/p>\n<p><!--more--> <\/p>\n<p>Die erste Wendung Parmenides&#8217; ist eine Erlaubnis. Wir d\u00fcrfen sagen, &#8220;dass ist&#8221; (hopos estin) und &#8220;dass nicht ist nicht sein&#8221; (hos ouk estin me einai). Es ist nicht klar, wozu uns diese Erlaubnis n\u00fctzt. Dass <em>was<\/em> ist? Die Diskussion, welches Subjekt zu erg\u00e4nzen ist, ist lebhaft. Davon einmal abgesehen, entspricht der Erlaubnis des Parmenides auch ein Verbot. Wir d\u00fcrfen nicht sagen, &#8220;dass nicht ist&#8221; und &#8220;dass nicht sein ist&#8221;. Daraus bezieht Badiou seine Paraphrase, dass &#8211; gesetzt das Eine ist &#8211; die Vielfalt nicht ist. Aber die sprachliche Konstruktion des Parmenides besagt nicht einfach, dass es den Gegensatz von Sein und nicht Sein gibt.<\/p>\n<p>&#8220;dass ist&#8221; kann gelesen werden als Angabe der Form der Pr\u00e4dikation. Nach einem &#8220;dass&#8221; folgt ein Satz. Also: dass irgendetwas, wobei &#8220;irgendetwas&#8221; eine Proposition ist, von der uns Parmenides nur die Kopula hinschreibt. Ein <em>Satzgehalt, <\/em>kein Eines und kein Sein. Und &#8220;dass nicht ist&#8221; w\u00e4re dann weder Vielf\u00e4ltigkeit, noch nicht sein, sondern die negierte Pr\u00e4dikation, also das formale Gegenteil des behaupteten Satzes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In diesem Blog gibt es einen instruktiven Beitrag zu Badiou. Die Wahrheit als Ereignis. Daran ankn\u00fcpfend werden hier weitere \u00dcberlegungen zu Badiou angestellt werden. Sie halten sich an den Beginn von Das Sein und das Ereignis. Badiou beginnt mit einem Hinweis auf Parmenides. Er stellt als These vor: was sich darstellt ist wesentlich vielf\u00e4ltig was<a class=\"more-link\" href=\"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=906\">Read more<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[34,124],"class_list":["post-906","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-philosophie-klassisch","tag-badiou","tag-logik"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/906","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/5"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=906"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/906\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2308,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/906\/revisions\/2308"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=906"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=906"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/quatsch.philo.at\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=906"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}