{"id":917,"date":"2011-04-30T19:09:46","date_gmt":"2011-04-30T19:09:46","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=917"},"modified":"2018-11-20T08:38:24","modified_gmt":"2018-11-20T08:38:24","slug":"energie-kostet-leben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=917","title":{"rendered":"Energie kostet Leben"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/spider1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-full wp-image-919\" title=\"spider\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/04\/spider1.jpg\" alt=\"\" width=\"323\" height=\"418\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diesen Mittwoch, am Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, hat <a href=\"http:\/\/www.quintessenz.at\/d\/000100009376\">Quintessenz zu einer Informationsveranstaltung<\/a> eingeladen. Zwei Naturwissenschaftlerinnen (m\/w), die sich tendentiell gegen die weit verbreitete Erregung in Sachen Kernenergie stellten, mahnten zur Sachlichkeit. Die Zahlen und Erl\u00e4uterungen h\u00f6rten sich recht anders an, als man es in unseren Medien gewohnt ist. Mir fehlt die Sachkenntnis zu einem fundierten Urteil, stattdessen nenne ich einige Punkte zur Erkl\u00e4rung, warum die Aufregung auch etwas an der Sache trifft.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<ul>\n<li>Anders als Expertinnen z.B. f\u00fcr \u00d6konomie und in der Migrationsforschung sind Atomforscher nicht theoretische Beobachter. Sie <em>produzieren<\/em>  das Problem, zu dem sie dann auch Stellung nehmen. Sie haben die Bombe gebaut und die Kernenergie entwickelt, insofern verf\u00fcgen sie nicht \u00fcber den Bonus der Neutralit\u00e4t.<\/li>\n<li>Die Orte der atomaren Katastrophen sind ungleich jenen eines Dammbruches, eines Vulkanausbruches oder eines Erdbebens. Man kann dort jahrelang keinen Lokalaugenschein organisieren. Die Presse ist ausgeschlossen und auf die Mitteilungen der Fachleute und Staatsorgane angewiesen, die genau an diesem Punkt ein hohes Interesse an Intransparenz haben.<\/li>\n<li>Das Verh\u00e4ltnis zwischen einem Fl\u00fcchtigkeitsfehler oder einer Schlamperei und den daraus resultierenden Folgen ist v\u00f6llig schief. Ein Augenblick kann jahrhundertelange Konsequenzen haben. Nicht nur den massenhaften Tod von Menschen, wie in Auschwitz, Kambodscha, Jugoslawien und Burundi, sondern Sp\u00e4twirkungen f\u00fcr Generationen. Es ist nicht sosehr die Anzahl der Opfer, sondern der Dimensionswechsel der Bedrohung.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und zuletzt eine etwas frivole Vermutung. Hier ein <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Spider-Man\">Eintrag aus der deutschen Wikipedia<\/a>:<\/p>\n<blockquote><p>In der Schule war Peter Parker sch\u00fcchtern und unbeliebt. Die Tatsache, dass er ein Fan der Naturwissenschaften war und eine dicke Brille trug, machten ihn zum st\u00e4ndigen Ziel von Streichen und Beschimpfungen. Beim Besuch eines Forschungsinstituts wurde er von einer radioaktiven Spinne gebissen und entwickelte danach verschiedene Superkr\u00e4fte: die proportional vergr\u00f6\u00dferte Kraft, die Geschwindigkeit und Wendigkeit einer Spinne, die F\u00e4higkeit, W\u00e4nde zu erklettern und einen besonderen Gefahrensinn, den \u201eSpinnensinn\u201c.<\/p><\/blockquote>\n<p>Als literarische Gattung zur Vergegenw\u00e4rtigung der unerh\u00f6rten Konsequenzen der Kernspaltung eignet sich science fiction. Die Welt der \u00dcbermenschen und Mutanten in den einschl\u00e4gigen Comics ist eine Form der Verarbeitung des Ungeheuerlichen. Die Exaltiertheit dieser Literaturgattung findet sich auch in der \u00f6ffentlichen Debatte wieder. Hier beginnt die Kontroverse. <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2418589\">1.700 Tschernobyl-Tote in \u00d6sterreich<\/a>. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diesen Mittwoch, am Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe, hat Quintessenz zu einer Informationsveranstaltung eingeladen. Zwei Naturwissenschaftlerinnen (m\/w), die sich tendentiell gegen die weit verbreitete Erregung in Sachen Kernenergie stellten, mahnten zur Sachlichkeit. Die Zahlen und Erl\u00e4uterungen h\u00f6rten sich recht anders an, als man es in unseren Medien gewohnt ist. 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