{"id":939,"date":"2011-06-15T18:33:35","date_gmt":"2011-06-15T18:33:35","guid":{"rendered":"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/?p=939"},"modified":"2018-11-19T18:26:44","modified_gmt":"2018-11-19T18:26:44","slug":"die-prasentation-der-prasentation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/quatsch.philo.at\/?p=939","title":{"rendered":"Die Pr\u00e4sentation der Pr\u00e4sentation"},"content":{"rendered":"<div align=\"center\">\n<a href=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/arnulf-rainer.jpeg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/phaidon.philo.at\/qu\/wp-content\/uploads\/2011\/05\/arnulf-rainer.jpeg\" alt=\"\" title=\"arnulf-rainer\" width=\"423\" height=\"327\" class=\"aligncenter size-full wp-image-940\" \/><\/a>\n<\/div>\n<p>Alain Badiou beginnt sein Buch <a href=\"http:\/\/www.diaphanes.de\/scripts\/buch.php?ID=31\">&#8220;Sein und Ereignis&#8221;<\/a> mit der Skizze eines zentralen ontologischen Problems. Das Sein zeigt sich &#8212; in der Welt, die aus Seiendem besteht. Es kann sich dort nicht selber zeigen, denn es ist <em>einzigartig.<\/em> Was <em>ist<\/em> dann Seiendes? Wie kommt das Eine zum Vielen und das Viele zur Einheit?<\/p>\n<p>Eine Bedingung, die Badiou zur L\u00f6sung dieses Dilemmas angibt, ist resolut egalit\u00e4r. Die Ontologie, die solche Fragen stellt, ist eine Situation, darin hat sie keinen Vorsprung vor allen anderen Situationen, in denen wir uns befinden. Mit diesen Festlegungen er\u00f6ffnet er das Feld f\u00fcr weitreichende mathematische Spekulationen.<\/p>\n<p>Man kann sich dem Problem mit Hilfe eines Experimentalfilms von Peter Kubelka ann\u00e4hern.<br \/>\n<!--more--><\/p>\n<p><a href='http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=iw1DVtFAz64' >Peter Kubelka: Arnulf Rainer<\/a><\/p>\n<p>Der Film enth\u00e4lt (praktisch) kein &#8220;Seiendes&#8221;, nichts, das zwischen Licht und Dunkel eine Form hat. Er enh\u00e4lt Licht und Dunkel selbst, allerdings nicht in der Funktion der <em>Erm\u00f6glichung<\/em> von Formen, sondern als bildf\u00fcllender Inhalt, der kein Inhalt ist. Damit exemplifiziert er eine in der ontologischen Grundlagenforschung unausweichliche Konstellation. Zum Thema wird<\/p>\n<ul>\n<li>etwas, das nicht zum Thema werden kann, weil es ein Faktor ist, der alle Themen auftreten l\u00e4\u00dft<\/li>\n<li>das aber auch (siehe gerade jetzt) ein Thema werden kann und unter den \u00fcbrigen Themen auftritt<\/li>\n<p>.<\/p>\n<p>Die Melodie ist bekannt: Sein <em>ist<\/em> nicht und muss dennoch irgendwie besprechbar <em>sein<\/em>. Wie in ein Joker beim Canasta: Er ist keine gew\u00f6hnliche Spielkarte &#8212; und dennoch eine Spielkarte.<\/p>\n<p>Schwarz und Weiss erscheint dort, wo sonst Umrisse zwischen dunkel und hell erscheinen, in der Welt der Graut\u00f6ne. Was in der Regel die Beschaffenheit der Welt hervorbringt, ist die Beschaffenheit der Welt. Im Joker liegt: er kann zu jeder Karte werden. Er ist der Inbegriff des Prinzips der Kartenvielfalt.<\/p>\n<p>Und daran soll man Gefallen finden?<\/p>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alain Badiou beginnt sein Buch &#8220;Sein und Ereignis&#8221; mit der Skizze eines zentralen ontologischen Problems. Das Sein zeigt sich &#8212; in der Welt, die aus Seiendem besteht. Es kann sich dort nicht selber zeigen, denn es ist einzigartig. Was ist dann Seiendes? Wie kommt das Eine zum Vielen und das Viele zur Einheit? 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