Wutbürger gegen Weltbürger

Es ist schon lange her, seit mich Beschimpfungen und üble Nachrede in Internetforen geärgert haben. Die in letzter Zeit häufiger werdenden Klagen über Hasspostings nahm ich als Nebenerscheinung des allgemeinen Niedergangs des Social Webs. Das hat sich gestern schlagartig geändert.

In Sachsen, ein Wochenendbesuch, kam die Rede auf eine Veranstaltung am 8.März in Dresden. Durs Grünbein und Uwe Tellkamp diskutierten über Meinungsfreiheit. Der Anlass war eine Konfliksituation anlässlich der Frankfurter Buchmesse, die sich in Leipzig wiederholt hatte. Durs Grünbein sprach davon, dass die Menschen in einer Demokratie wie der Bundesrepublik Deutschland mitgestalten und ihre Machtlosigkeit nicht beklagen müssen. Uwe Tellkamp dagegen beklagte sich vehement über das Meinungsdiktat der antifaschistisch-grün-linksliberalen Presse. Und über Merkel und Migranten.

Eine Gesprächspartnerin im kleinen Kreis war ganz auf der Seite Tellkamps. Er sage es, wie es ist: Grünbein sei abgehoben, vage und konfus. Die Dresdner Diskussion ist auf Youtube zu haben. Dort erlebt man ein blaues Wunder. Nicht wegen der Videoaufnahme selbst, obwohl die ziemlich heftig ist, sondern wegen der Kommentare, Sie sprechen für sich. Oder sollte man sagen, dass sie für sich selbst kläffen?

Herbert Hrachovec

Herbert Hrachovec

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