Gelbe Friedensstörung. Und warum? Jacques Rancière spekuliert.

Das Phänomen ist schon vor 10 Jahren bemerkt worden: unibrennt. Und Occupy Wallstreet deutet in dieselbe Richtung. Protestbewegungen in Europa und den USA verlaufen spontan und anti-hierachisch, an politischen Parteien, Gewerkschaften und Interessensvertretungen vorbei. Die “Gilets jaunes” sind ein aktuelles, unübersehbares Beispiel. J. Rancière beschreibt die Unmöglichkeit, sie bekannten sozialen Bewegungen zuzuordnen.

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Namen, Leerstelle, Treue

Zur Linken, in einer Fotografie von etwa 1935, das “Haus zur goldenen Waage” in der Frankfurter Innenstadt. Namen knüpfen oft an handgreifliche Details an. In diesem Fall an den Laden des Gewürzhändlers Abraham von Hameln. Namen müssen eingespielt sein, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Sie konservieren den Bezug zu Sachen und Vorgängen, die immer wieder […]

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Sicut erat in principio

Der vorherige Beitrag von Andreas Kirchner behandelt die Rolle von Philosophen in mittelfristiger Zukunft. Im vorliegenden Text geht es philosophisch um die Rolle der Vorzukunft. Zwei Orientierungsversuche. Werbung ist heute, Lobpreis war gestern. Wenn man von Peter Handke absieht, ist das Wort praktisch aus unserem Wortschatz verschwunden. Im religiösen Leben spielt es noch eine gewisse Rolle. […]

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Ein Kuchenstück macht Furore

Sie kauft ein Stück vom Waldviertler Guglhupf, ein Riesenstück. Es würde reichen für drei, denke ich. Sie wirkt gar nicht so hungrig, so als würde sie das Stück gar nicht für sich kaufen. Sie ist wahrscheinlich Mitglied des Pfarrgemeinderates, denke ich. Die Verkäuferin wird plötzlich unruhig. “Jetzt geh’ raus. Verschwind! Du hast schon bekommen” faucht sie […]

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“What that hair look like?”

  Andreas Kirchner’s post raises a number of important questions. I shall, in this first reply, only touch on his initial comments on Mona Haydar and her account of wearing the hijab as a spiritual practice. This issue can itself be divided into several sub-topics. It is (1) a matter of personal concern, prompting Mona […]

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es wird schon werden

  Maria Kakogianni spricht Alain Badiou auf eine Besonderheit von Dialogen an1. Ihr Gelingen merkt man erst nach einem Zeitabstand – insofern unterscheiden sie sich von spontaner Übereinstimmung. A. Badiou stimmt zu und bezieht es auf Platons Dialoge. Sie zielen auf universale Gültigkeit und können nicht im Voraus angeben, auf welchen Wegen sie das Ziel […]

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betriebsblind?

Vor einiger Zeit ist ein Gespräch mit Anke Graneß in die Philosophische Audiothek aufgenommen worden. Unter dem Titel “Weltweite wirtschaftliche Gerechtigkeit” ging es um einen Artikel, den Frau Graneß publiziert hatte: “Is the debate on ‘global justice’ a global one? Some considerations in view of modern philosophy in Africa”. Den Titel der Sendung hätte man […]

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Gott ist tot. Mini-Transzendenz und Aufmerksamkeit

Zuletzt erschien ein Podcast in der Philosophischen Audiothek, der einen Vortrag von Ernst Tugendhat von 2002 neu kommentiert: Den Ausgangspunkt bildet die durch Nietzsche zugespitzte Aussage “Gott ist tot”, und dadurch die Erkenntnis, dass der Bezug auf Übernatürliches nicht (mehr) wesentlich zum Menschen dazugehört und ihn bewegt. Was bleibt ist: Menschen gehen, so der Titel […]

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Der spekulative Satz

Ontologische Themenstellungen, siehe etwa am Beginn von Alain Badious “Sein und Ereignis”1, hängen an der Struktur von Aussagesätzen. Das liegt einfach daran, dass von “Seiendem” und “Sein” deshalb gesprochen wird, weil das Hilfszeitwort “sein” (idealtypisch) alle Sätze zusammenhält, in denen etwas von etwas gesagt wird. Wie stehen diese beiden “etwas” zueinander? Die Frage führt tief […]

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“Alternative Fakten” und Bruno Latour

Es wurde behauptet, dass es sich bei Donald Trumps Inaugurationsfeier um die größte Feier dieser Art gehandelt hat. Dagegen spricht das Foto, das zeigt, dass Obamas Publikum bei der Inaugurationsfeier wesentlich zahlreicher war als Trumps Publikum. Wie steht es nun um die Fakten? In diesem Eintrag soll der Versuch gemacht werden, diese Frage mit Bruno […]

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