Quarantäne, einst und jetzt

Ein starkes Argument gegen die stellenweise einschneidenden administrativen Maßnahmen zur Kontrolle der CoVID19 Pandemie ist die Kritik an ihrer leitenden Prämisse: Es geht darum, Leben zu schützen. Dieser Anspruch, so wird eingewandt, schadet mehr, als er nützt . Er ermöglicht zudem staatlichen Autoritäten, abgesehen vom Notfall willkürlich in den Alltag der Bürgerinnen einzugreifen. Dazu sind zwei Bemerkungen am Platz. (1) Die genannte Maxime ist eine direkte Folge massen-medial unterlegter Demokratie. Diese erzwingt ein solches Vorgehen. Wie sollte stattdessen eine konsensfähige Grundregel aussehen? Gesetzt also, dass diesem Prinzip nur schwer auszuweichen ist, stellt sich (2) die Frage, was an dieser Vorgabe eigentlich so anstößig ist?

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Agamben, Adam & Eva

Ein unübertrefflicher Souverän verfügt eine weltberühmte Ausnahme. An Ausnahmen hängt, wie G. Agamben ausführt, das vorausgesetzte Regelsystem insgesamt..

Dann gebot Gott, der Herr, dem Menschen: Von allen Bäumen des Gartens darfst du essen, doch vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse darfst du nicht essen; denn sobald du davon isst, wirst du sterben. (Gen 2, 16f)

Gott erweist sich als Herr der Welt, indem er einen Sonderfall festlegt, dessen Missachtung alle geltenden Erlaubnisse tilgt. Adam und Eva werden vertrieben, weil sie dieses Ausnahme-Recht des Souveräns übertreten.

(Adam) antwortete: Ich habe dich im Garten kommen hören; da geriet ich in Furcht, weil ich nackt bin, und versteckte mich. (Gen. 3, 10)

Jenseits des Paradieses bleibt das nackte Leben. Adam und Eva gibt es weiterhin als Geschöpfe Gottes, doch ohne Anteil mehr an ihm. Ihre Existenz ist ein Restzustand: abgetrennt vom Souverän, unter dessen Gebot sie jedoch noch immer stehen.

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Eine Erleuchtung über Erlösung

Momente, in denen philosophische Gedanken mich überraschend treffen, sind selten. Unlängst, in einer Recherche über Wiederholung, ist es passiert. Es ging um eine Spannung zwischen Alain Badiou und Michel de Certeau, die Andreas Kirchner in seiner Masterarbeit herausarbeitet. Das epochale “Ereignis” des ersteren tritt ohne Reminiszenzen auf, der Jesuit de Certeau greift in prekärer Solidarität mit dem heilsgeschichtlichen Erlösungsgeschehen auf all seine Etappen zurück. Ein Beitrag von Louis Reimer von 1960 [1. “Die Wiederholung als Problem der Erlösung bei Kierkegaard” https://tidsskrift.dk/kierkegaardiana/article/download/31465/28926 ] wirkte wie ein Paukenschlag. Befreiung bedeutet für ihn unausweichlich: dem unterdrückten Zustand ist einer vorhergegangen, in dem Freiheit verlorenging. Nur so konnte sein Zwang erfahren und überwunden werden.

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Planlose Mannigfaltigkeit. Ein Testbericht

“Was ist das?” —

“Keine Ahnung.” —

“Möchtest Du es wissen?” “Es ist ein Foto”. —

“Und was stellt es dar?”

An dieser Szene lassen sich wesentliche Merkmale des Umgangs mit Unbekanntem ablesen. Und sie hilft zum Verständnis der Frage, was es nach Alain Badiou mit “dem Sein” auf sich hat.

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Herkunft und Zukunft


Keine Zukunft ohne Herkunft?! Das kann man a.) als hilfreiches Einleitungs-Motto für einen Lesungsabends nehmen, in dem die Lesungen über Herkunft handeln. Gleichzeitig wird es b.) für nationalistische Gedanken oder als Rechtfertigung zum Überhöhen “der Ahnen” verwendet:
a.) https://www.alte-schmiede.at/programm/2019-04-09-1900/
b.) https://andreasmoelzer.wordpress.com/…/keine-zukunft-ohne-…/

Raphaela Edelbauer’s Lesung eines Ausschnittes von ihrem Roman “Das flüssige Land” hat die Sache in der Form von Anti-Heimat auf den Punkt gebracht.

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Responsibility and the Event

Königin Europa, älteste Darstellung

Should I flee a situation that makes it impossible to follow my conviction properly?
Am I complicit of the situation’s wrongdoings if I do not escape?
Am I a traitor if I leave the situation if it’s rules go against my vision?
Do I have the responsibility to do my part to transform the situation?

These questions could be asked in a variety of contexts:
1. A judge in the Nazi regime
2. An engineer that is ordered to trick the emission tests
3. A politician who has to realize an unpopular decision
4. A citizen of a rural area or of a country with low income levels

The openness of the future contains both risks and opportunities. We can trace the openness back to the constraints of  the past though.

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Um Gottes Willen, was ist geschehen?

Ein Film macht die Runde. Der deutsche Titel bezieht sich nicht auf Gott.

Freiluftkino im Weingut
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Freitag, 10. Juli 2015, bei Einbruch der Dunkelheit

wir zeigen den Film “Monsieur Claude und seine Töchter”

ab 19.30 Uhr gibts Kaiserspritzer und belegte Brötchen
der Film startet mit Einbruch der Dunkelheit um ca. 20.45 Uhr

Grosskrut – am Kellerberg

Sehr verehrtes Kinopublikum!

Mit einer französischen … Komödie startet der Filmclub in den Kinosommer.

Monsieur Claude und seine Töchter
Samstag, 18. Juli 2015 – 21.00 Uhr im Hof des Kulturgasthauses Failler

Einen schönen Sommer wünscht
der Filmclub Drosendorf

Kino am Dach: Das Sommer Open-Air-Kino auf dem Dach der HauptbüchereiMONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER

MONSIEUR CLAUDE UND SEINE TÖCHTER

FR 2014, 97 Min.

Regie: Phillippe de Chauveron, mit Christian Clavier, Chantal Lauby, Frédéric Chau, Frédérique Bel, Julia Piaton, Medi Sadoun, u.a.

Das Ehepaar Claude und Marie Verneuil lebt zufrieden in der Provinz und ist stolz auf seine vier schönen Töchter. Die lieben und verheiraten sich allerdings mit Vorliebe schräg durch die Kulturen – zum Leidwesen des arg gebeutelten Papas. … Fazit: Vier Hochzeiten und viele Kulturschocks: Der Nummer-1-Hit in den französischen Kinos begeistert mit radikalem Witz.

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