Tag: kommunikation

If Libussa had a Blockchain

The hesitant Austrian writer Franz Grillparzer and his drama “Libussa” from 1848 inspired Herbert Hrachovec and Walter Seitter at the end of a podcast to diagnose contemporary democracies and the role of money. That diagnosis could benefit from a reference to recent developments in monetary systems by bitcoin and blockchain. And the other way around: The “elimination of middlemen” through cryptography and peer to peer networks is an idea that can benefit from hesitation.

 

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Near and Far: Floating Mao quotes

“What [Mao] wanted was an entirely joyless nation – without culture, without the presentation of human emotions, populated by a numb herd that automatically follows his orders. […] In this regard, Mao was more extreme than Hitler or Stalin, since Hitler allowed apolitical entertainment and Stalin appreciated and preserved the classics.” (translated by AK)
Jung Chang, Jon Halliday
(2005): Mao. Das Leben eines Mannes. Das Schicksal eines Volkes. Blessing, p. 637

“I think that Maoism is a creative shift in the whole history of thinking and in communist action[.]” (translated by AK)
Alain Badiou in: Alain Badiou, Jean-Claude Milner (2012): “Controverse. Dialogue sur la politique et la philosophe de notre temps”, p.22

Judgements of Mao Tse-Tungs contribution to (Chinese) history are still unstable. An event like the cultural revolution produced or attracted various convictions, interests, and emotions that induced narratives of Mao’s decisions, political ideas and personality. As an experiment, lets categorize them in two groups, based on the distance:

  • Some narratives are connected with direct and local effects of Maos political ideology: The main author of a popular Mao biography,  Jung Chang, was a teenager when she and her family (her father was a party official) were affected by the violence during the cultural revolution.
  • Other people have been affected from distance: french intellectuals like Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, and the young Alain Badiou related the “May’68” events in Paris to the cultural revolution, which was a source of inspiration and reference. In the case of Alain Badiou, he still relates Mao quotes with contemporary events, as you can see in an article about the events in turkey.

near and remote effects

The spectrum varies from Mao as scapegoat or monster (similarly evil as Stalin or Hitler) to Mao as wise and visionary superhero that created a model for organized revolutionary movements. Lets look at it in more detail…

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Wikis. Jenseits des Papierprinzips

The Wunderblock

“What else than a natural and mighty palimpsest is the human brain? Such a palimpsest is my brain; such a palimpsest, O reader! is yours. Everlasting layers of ideas, images, feelings, have fallen upon your brain softly as light. Each succession has seemed to bury all that went before. And yet in reality not one has been extinguished.” Thomas De Quincey – Suspiria de Profundis (1845)

Inhalte in Wikis sind weder in Stein gemeißelt noch verfliegen sie wie Schall & Rauch. In einer Diskussion nahm ich den Standpunkt ein, dass diese Zwischenposition eine Stärke für den Einsatz von Wikis in Betrieben ist: Situationen ändern sich und so das Wissen zu ihrer Bewältigung. Personen in einer (Zweck-)Gemeinschaft teilen ihre Erkenntnisse, indem sie gegebene Oberflächen für ihre Zwecke anpassen.

Ein alternativer Standpunkt ist: Weil Wikis weder “Fisch noch Vogel” sind, darum sind sie kein verlässlicher Bezugspunkt in einer sich ständig ändernden Umgebung. Sie fügen sich in die Betriebsamkeit ein, anstatt ihre Komplexität durch eine Verfestigung oder Verflüchtigung zu reduzieren. Überlegen wir an einem konkreten Fall…

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Genügend

Eine Lehre aus dem Film “Ich bin Sam” geht um die Frage nach der Beurteilung von Grenzen. Sam Dawson (gespielt von Sean Penn), ein geistig beschränkter Vater will das Jugendamt überzeugen, dass er gegeben seine Einschränkungen in der Lage ist, für sein Kind, die siebenjährige Lucy, zu sorgen. Die Mutter, eine Obdachlose, will weder mit Sam noch Lucy etwas zu tun haben. Lucy soll zu einer Adoptivfamilie, laut Jugendamt. Darum ein Rechtsstreit.

Auf dem Zeugenstuhl gesteht Sam aus Überforderung mit der Befragungssituation ein, dass er ohne Hilfe nicht für Lucy sorgen wird können. Sam scheitert im ersten Versuch, trotz Anwältin Rita Harrison (gespielt von Michelle Pfeifer), die in dem Ruf steht, niemals einen Fall zu verlieren. Für diesen Ruf hat sie das vernachlässigt, weswegen sie ihren “pro bono”-Mandanten Sam vertritt: Zeit mit dem eigenen Kind. Nach der richterlichen Niederlage möchte Sam aufgeben, besucht seine Tochter nicht bei der Gastfamilie, und schließt sich in der Wohnung ein:

(Download: Videoclip)

 

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Medienquartett

Zehn, neun, acht. Die Diskutanten zupfen Kleidung und Haar zurecht. Sieben, sechs. Das letzte Foto: Im Hintergrund pastellviolette Wände, davor vier Menschen, die um einen schlichten weißen Tisch sitzen. Auf einem Flachbildschirm daneben ist das Logo der neuen Sendung zu sehen. Fünf, vier. Der Moderator witzelt, die Nervosität bleibt. Drei, zwei, eins. Kamera läuft. Österreich hat sein erstes „Medienquartett“, eine medienkritische TVTalksendung. Aber nicht, wie seit Jahren versprochen, im ORF. Sondern im kleinen, nichtkommerziellen Wiener Fernsehsender Okto.

Alle vier Wochen möchte Okto sein neues Format ausstrahlen. Ab der zweiten Folge wird live gesendet. Den Kern der Diskussionsmannschaft bilden Falter -Chefredakteur und OktoVorstandsmitglied Armin Thurnher sowie Astrid Zimmermann, Generalsekretärin des Presseclubs Concordia, M-Media-Chef Simon Inou, Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, sowie die Philosophen Herlinde Pauer-Studer und Herbert Hrachovec von der Universität Wien. Drei von ihnen sitzen bei der Sendung am Tisch, wechselnd leitet einer die Runde. Als vierter Diskutant zum Thema des Abends wird ein Gast geladen.

(Falter 41, 2011. Vera Bandion, Katharina Mittelstaedt)

Die Pressearbeit bei Okto TV funktioniert ausgezeichnet.

Die Qualität der Berichte ist unterschiedlich. Der Falter und Der Standard widersprechen einander teilweise. (Tipp: h.h. ist kein Didaktiker.) Überraschend ist auch, dass es für diese Fernsehsendung gerade einmal ein Szenenfoto zu geben scheint.

Festgefahren

“Eine männerfreie Gesellschaft ist möglich”

Das lese ich auf einem Plakat der Österreichischen Hochschülerschaft. Während einer von Studierenden selbst organisierten Lehrveranstaltung “Informatik und Geschlecht” haben wir darüber diskutiert. Wenn Sprechen Wirklichkeit schafft, praktiziert der Slogan nicht, was er – nach einer kurzen Überlegung – fordert.

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Organisation einer Universität, nur wie?

“Organisationsplan neu: Erwartet uns eine Re-Demokratisierung der Universität Wien?” war der Titel der gestrigen Podiumsdiskussion, in der die Ergebnisse der Evaluation des Organisationsplans sowie die Frage diskutiert werden sollten: Welche Konsequenzen haben diese Ergebnisse für die künftige Struktur unserer Universität?

Zur Zusammenfassung der Statements hier klicken.

Vielleicht war das Re- etwas irreführend, weil es die Hoffnung in der Vergangenheit sieht. Weitere Überlegungen nach dem Break.

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Sex am Arbeitsplatz

Wissendes Lächeln: eine Kollegin schaut Dir über die Schulter, während Dein Monitor eine Porno-Seite zeigt und Du verlegen stammelst: “Diese Adresse habe ich gar nicht gewählt.” Das kann aber wirklich passieren.

In der Vorbereitung fürt den nächsten Kongress der Österreichischen Gesellschaft für Philosophie gab es eine Diskussion über das nicht ganz taufrische ästhetische Konzept:

Wie kommt man an die Seitengestaltung heran, um ein Update zu versuchen? Der Quelltext zeigt, welche Vorlagen verwendet wurden.

Copyright (c) 2001 Thomas Brattli (webmaster@dhtmlcentral.com)

DHTML coolMenus – Get it at coolmenus.dhtmlcentral.com
Version 4.0_beta

This script can be used freely as long as all copyright messages are intact.
Extra info – Coolmenus reference/help – Extra links to help files ****

CSS help: http://coolmenus.dhtmlcentral.com/projects/coolmenus/reference.asp?m=37
General: http://coolmenus.dhtmlcentral.com/reference.asp?m=35
Menu properties: http://coolmenus.dhtmlcentral.com/properties.asp?m=47
Level properties: http://coolmenus.dhtmlcentral.com/properties.asp?m=48
Background bar properties: http://coolmenus.dhtmlcentral.com/properties.asp?m=49
Item properties: http://coolmenus.dhtmlcentral.com/properties.asp?m=50

Also wählt man die Hauptseite des Projekts http://coolmenus.dhtmlcentral.com/projects/coolmenus. Oops!

Es ist schon interessant, wie sich Pornographie in bei der Gestaltung philosophischer Webseiten bemerkbar macht.

felt da nicht etwas?

philosophenstiege2

Die Druckausgabe des Entwicklungsplan 2009 ist seit Kurzem erhältlich. Am Web hier zugänglich.

130 Seiten Hochglanzpapier. Nein, jetzt kommt keine Beschwerde über die Kosten. Ich erkenne an, dass eine Institution wie die Universität Wien repräsentative Selbstdarstellungen benötigt. Interessant ist allerdings, wie sie sich darstellt.

Inklusive Titelseite enthält das Druckwerk 11 große Abbildungen. Zwei Mal das Foyer, 3 Mal die Arkaden, eine Totale der Philosophenstiege. Es ist gelungen, in keinem einzigen dieser Bilder eine Person zu zeigen. Die Universität ist menschenleer. Die einzige menschliche Gestalt begegnet im letzten Foto, flankiert von Schal und Füßen einer zweiten Frau, die eine Säule verdeckt.

Zu Beginn des Semesters, in dem sich abzeichnet, dass hier 80.000 Studierende eingetragen werden, erfüllt sich der Wunsch nach viel Platz im feierlichen Ambiente.

Einschränkung. Zufällig besuchte ich diesen Samstag den “Tag der seelischen Gesundheit” im Rathaus und sah den Folder des “wiener krankenanstalten verbunds”:

Psychische erkrankt. Gut betreut in Wiens Spitälern

Auch die Wiener Psychiatrie kommt in der Selbstdarstellung ohne Menschen aus. Auf gezählten neun Sitzgelegenheiten sitzen genau null Menschen. Dafür Architektur und Blumen. Es handelt sich vermutlich um Trenddesign.

Ich kenne mich zu wenig aus. Die Schrift ist zart, das Layout elegant, die Farben dezent. Hier arbeitet man in einer glänzenden Umgebung. Der Kaiser hätte seine Freude gehabt.

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