Gerichtstag

Gartengrillkamin Bologna

Robert Pfaller regt ein Gerichtsverfahren gegen Bologna-Verantwortliche an. Ich werde mir einen Rechtsanwalt suchen müssen. Die Anklagepunkte:

  • langweilige Bachelorstudien für Millionen in Europa
  • Geldverschwendung durch Einführung des ECTS-Systems
  • Bürokratievermehrung, Postenkeilerei
  • lügenhafte Reformversprechen

Während Herr Pfaller offenbar über gesamteuropäische Daten verfügt, muss ich mich auf die Universität Wien beschränken. Das ECTS-System kostet keinen schlappen Euro. (Es hat seine eigenen Probleme, aber die liegen nicht daran, dass man für Lehrveranstaltungen Punkte vergibt.) Das “Bologna-Büro”, das die Umstellung begleitete, wird gerade aufgelöst. Die Akzeptanz und Ablehnung der neuen BA-MA-Ordnung fällt in den einzelnen Fakultäten und Studienrichtungen sehr unterschiedlich aus. Curricula mit neuartigen Konzepte stehen neben solchen, die sich auf “window dressing” beschränken.

Herr Pfaller regt an, alle Befürworter der Bologna-Reform zu entlassen. Ich nehme an, er will sich mit seiner rhetorischen Großtat für eine der damit frei werdenden Stellen qualifizieren. Vielleicht eine Professur für faktenfreie Monokulturwissenschaft.

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