hors de pouvoir

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Der Ort ausserhalb der Macht, von dem Roland Barthes hier in seiner Antrittsvorlesung spricht, ist das College de France. Und er schmückt aus, was von vielen Kolleginnen zu hören ist. Sie sind nicht dazu da, um Gutachten zu schreiben, Geld zu organisieren und Preisausschreiben (i.e. Evaluationen) zu gewinnen. Sie dienen der “reinen Wissenschaft”. Sie wollen in Ruhe forschen.

“Träumen”. Bekanntlich fehlt im Traum die Negation. Es ist ein schöner Traum, dass in der Forschung lauter neuartige, unkontroverse Inhalte entwickelt werden. Danach setzt man sich einfach hin und “phantasiert” auf hohem Niveau. Roland Barthes hat vorgemacht, dass die Vorstellung nicht völlig unrealistisch ist. Aber sie grenzt an die Unmöglichkeit.

Im akademischen Zusammenhang das Wort ergreifen, das hat noch immer einen Anstrich von Herrschaftslosigkeit. “Die Wissenschaft ist frei.” Aber es muss sehr viel funktionieren, damit das ernstlich behauptet werden kann und zwar in Bereichen, die alles andere als unreglementiert sind.

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