Professuren heute.

Wenn eine Fakultät 3 neue Professuren bekommt, vermutet man als naiver Student, dass das u.A. Auswirkungen auf die Lehre  haben wird, dass z.B. neue Lehrveranstaltungen im Vorlesungsverzeichnis aufscheinen. Wenn man dann hört, dass die Verträge von Professoren – je nachdem – Lehrverpflichtungen inkludieren, die nicht zusätzlich entgolten werden, befürchtet man, dass die Qualität der Lehre darunter leiden könnte, da sie als notwendiges Übel betrachtet werden könnte, denn im CV sind die Ergebnisse von Lehrveranstaltungs-Evaluationen nicht vermerkt, sondern Anzahl der Veröffentlichungen. Doch diese Befürchtung ist unbegründet. Diese schon.

Warum? Nunja, man kommt gar nicht zu diesem Punkt, denn die Annahme, dass mit mehr Professuren mit Lehrverpflichtung die Anzahl der Lehrveranstaltungen steigt, ist falsch. Fakultäten haben eine – ich vermute in den jährlichen Zielvereinbarungen festgelegte – Anzahl an Lehrstunden die scheinbar unabhängig davon ist, wie viele Professuren mit Lehrverpflichtung man hat. Die Fakultät verpflichtet sich, diese Anzahl nicht zu überschreiten. Selbst wenn Professorinnen unentgeltlich arbeiten würden (was nur nach altem Dienstrecht geht), scheint das nicht möglich zu sein.

Der naive Student beschließt, sich mal auf die Suche nach Dokumente zu machen, die das belegen könnten:

Für die Zwecke der Lehrbudgetplanung ist diese Detailkalkulation für Studienprogrammleitungen und Dekanate nunmehr unerheblich, da das Lehrbudget nicht mehr in Geldeinheiten (Euro), sondern in Stunden geplant wird. Die Planung der Lehrbudgets in Euro erfolgt durch die DLE Finanzwesen und Controlling (Quästur) auf Basis der gewichteten Lehranteilsstunden in SAP R/3 (System für Finanzbuchhaltung
und Budgetcontrolling). […]

Das Lehrbudget unterteilt sich in Interne Lehre, Externe Lehre, Unbezahlte Lehre und Tutoren. Diese unterteilen sich wiederum in Lehrbudgetkategorien, die sich aus einer Vielzahl an Vergütungscodes
zusammensetzen. […]

Eine geringere Auslastung der internen Lehrenden ist zu begründen, wobei folgende Richtwerte herangezogen werden können (N.B. Diese Werte verstehen sich nicht als Normwerte): Prof. 8 Semesterstunden, Doz. 6 Semesterstunden, Ass. Säule II 4 Semesterstunden, Ass. Säule I (je nach Arbeitsjahr) 2-4 Semesterstunden.(Quelle: Lehrcontrolling)

Naiver Student ist verwirrt.

http://finanzwesen.univie.ac.at/fileadmin/user_upload/finanzabteilung/Download_Formulare_2009/Lehrveranstaltungscontrolling_Reporting_System_2009-04-27.pdf

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