aneinander, vorbei

Zu Max Biundo hatte ich im vorhergehenden Beitrag geschrieben: “Den Auftritt kann ich nur transluzent nennen. Durch das gesammelte Wissen von Betrug und Täuschung mittels Klischees hindurch strahlt eine Unverfrorenheit welche, noch ein starkes Wort, mesmerisiert.” Das war ein Beispiel aus der Unterhaltungsmusik. Hier ist eines aus der “hohen Literatur”.

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Adalbert Stifters “Witiko” spielt im Mittelalter. Ein schlichter Reiter macht sich auf den Weg zu seinem Glück. Die textkritische Ausgabe des Werkes ist in Innsbruck erarbeitet worden. Ziemlich am Anfang steigt Witiko im Böhmerwald auf den Dreisesselstein. Auf einer Wiese unterwegs trifft er zwei jodelnde Mädchen. Eines läuft, als sie ihn sieht, davon, das zweite bittet er zu bleiben.

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Die Verbrennung des Diplomprüfungszeugnisses durch David Tynnauer hat eine Spur durchs Netz gezogen. Zahlreiche flapsige Bemerkungen und einige überlegte Kommentare. Soweit ich sehe hat Gianna Reich den von Herrn Tynnauer auf Youtuber hochgeladenen Clip als Erste über Twitter geschickt. Eine rapide Verbreitung fand die Nachricht über das Blog der Bildzeitung. Der Perlentaucher bezog es von dort, die Geisteswirtschaft, das Lauerbrett, die Twitter-Trends. Weiter zu Siggi Becker auf Google+ usw.

Auf “quatsch” sorgte der Beitrag Andreas Kirchners für eine rekordverdächtige Zahl von Zugriffen vom “Bildblog”. Es war eine “Eintagsfliege”: nach den 1600 Klicks am 10. Juli fiel die Frequenz sofort wieder zurück. Um im Geschäft zu bleiben, muss man Nachfolgeeffekte und zur rechten Zeit neue Impulse generieren. Das ist nicht neu, Printmedien funktionieren genauso. Wie sieht es mit der verhandelten Sache aus? Unterscheidet sich eine webdokumentierte Aktion von einem Zeitungsbericht?

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Kunst kommt von können?

In einem Blog über Computersicherheit finden sich eine Erzählung über die Entwicklung von Schadsoftware und die Überlegung, dass die Erstellung von Computerviren heute keine Kunst mehr ist:

Computerviren in den 90ern wurden von Hand gemacht, teilweise mit Witz in der Erscheinung und mit Einfallsreichtum beim Verstecken vor Antivirensoftware. Heute läuft die Entwicklung von Computerviren weitgehend industrialisiert ab. Sie werden zum Beispiel mit wenigen Clicks durch Viren- und Exploitgeneratoren massenweise produziert. Weiters haben sie nicht den Zweck, die KollegInnen aus der Szene zu beeindrucken oder sich grinsend vorzustellen, wie die Mitarbeiter von Antivirensoftware sich die Nächte um die Ohren schlagen, um den Virus unschädlich zu machen. Es geht nun primär um Zugriff von und Handlen mit sensitiven Daten – oder die Eingliederung von Computern in Botnetzen; viel pragmatischer also.

Den Blog-Autor und Security-Experten Graham Cluley irritieren und amüsieren – diese Erzählung im Hintergrund – die Werke und die Selbstdarstellung der neuen Bilder-Kollektion des Künstlers Bratsa Bonifacho:

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