Ein Podcast von Aleida Assmann. Übernommen von Podcampus.
Hyperkult 17
Vergangene Woche:
Hyperkult 17 an der Universität Lüneburg
Davon habe ich diese Beobachtung aus der Diskussion um Datenbanken mitgebracht: Es gibt einen wichtigen Unterschied beim “Suchen”. Wenn man in einer Datenbank sucht, also z.B. nach Bildern verschiedener Säulen oder bestimmten Verhaltensmustern in Filmausschnitten, sucht man in vorgefüllten Kategorien. Im Unterschied dazu ist die Klassifikation, die zu einer Datenerfassung führt, ein Risikounternehmen. Das erste Unternehmen stützt sich auf die Urteilstätigkeit des zweiten. In einer Datenbank steckt ein Konsens, den man durchsuchen kann, während, wenn man in den Daten “sucht”, der Konsens gleichzeitig entsteht (und eventuell verlorengeht).
Rankings und ihre aussagekräftigen Tücken
In der Süddeutschen Zeitung berichtet Burkhard Müller über das Ergebnis eines Rankings der hundert bedeutendsten Intellektuellen. Eine kultur- und medientheoretisch durchaus aufschlussreiche Lektüre: Ranking der wichtigsten Intellektuellen
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Uni Wien bei Umstellung auf Bachelor-Studien fast am Ziel
Wien (APA) – Die Universität Wien ist bei der Umstellung auf die europäische Studienarchitektur, also mit Bachelor- und Masterstudien, fast am Ziel. Mit Beginn des kommenden Studienjahres werden auch die historisch – kulturwissenschaftlichen und die philologisch – kulturwissenschaftlichen Studien nur mehr in der Bachelor- und Masterstruktur angeboten, erklärte die Vizerektorin für Studierende, Christa Schnabl, am Montag bei einer Pressekonferenz in Wien. Sprachstudien wie Germanistik, Slawistik oder Romanistik und historische Studien wie Archäologie, Zeitgeschichte, etc. können nur mehr in der neuen Studienform inskribiert werden.
Damit sind an der Uni Wien fast alle Studien umgestellt, Ausnahmen bilden nur noch jene, wo es gesetzliche Einschränkungen (Lehramtsstudien) bzw. eine Abstimmung mit den Berufs- und Standesvertretungen notwendig ist (Pharmazie, Psychologie, Jus und manche Theologie-Studien). Für Schnabl bedeutet das einen “historischen Punkt” für die Uni Wien. Das Studienangebot der größten Uni des Landes im Studienjahr 2008/09 – die Zulassungsfrist dafür beginnt am 1. Juli – umfasst damit 49 Bachelorstudien, 100 Masterprogramme sowie 21 Universitätslehrgänge.
Noch ein Leserbrief
Der unten zitierte Leserbrief von Hans-Dieter Klein ist verbesserungsfähig. Ich hatte zum selben Zeitpunkt und zum selben Thema einen anderen geschrieben. Er sollte auch gedruckt werden, nur leider ist er einer Konfusion im Dekanat zum Opfer gefallen.
sehr, sehr
Zum untenstehenden Leserbrief in “Der Presse” gab es Dienstag eine Reaktion. Der “sehr untergriffigen” Kritik wurden die regelmäßig “sehr positiven” Ergebnisse der Evaluation entgegengehalten, die diese “sehr, sehr überzeugten Hegelianer” offenbar nicht kennen.
Das ist auch nicht verwunderlich, denn bisher wurde das Institut einmal evaluiert (vor 5 Jahren).
Die sehr untergriffige und undifferenzierte Kritik der Herren Höfler, Böhm, Kolar am Institut für Philosophie der Universität Wien steht in krassem Gegensatz zu den sehr positiven Ergebnissen bei den internationalen Evaluationen, denen dieses Institut wie auch alle anderen Universitätsinstitute regelmäßig unterzogen wird. Die Behauptung, Dekan Kampits würde Diskussionen unterbinden, entbehrt jeder Grundlage: Das, Gegenteil ist der Fall. Die Angreifer (zwei davon befinden sich im Ruhestand, einer steht in keinem Dienstverhältnis zur Universität) gehören größtenteils einer Gruppe von sehr, sehr überzeugten Hegelianern an, die glauben, seit dem Tod Hegels (1831) wäre nichts eigentlich Relevantes in der Philosophiegeschichte mehr geschehen. Dass am Institut für Philosophie sowohl historische wie auch systematische Grundlagenforschung und Lehre betrieben wird wie auch Gegenwartsfragen aufgegriffen werden, lässt sich jederzeit der Homepage entnehmen.
o. Prof. Hans-Dieter Klein
stv. Institutsvorstand
des Instituts für Philosophie
Universität Wien
oberflächliche Interdisziplinarität
Zunächst einmal ohne Kommentar.
“Die Presse”, Print-Ausgabe, 14.06.2008, Feuilleton/Leserbriefe
Unglaubliche Verhältnisse
„Die Kremser Geldvernichtungs-Uni“, Brief des Tages, von Peter Kampits, 7. Juni
Wenn im „Brief des Tages“ u. a. von einem defizienten Lehrangebot im Sinne eines Kunterbunts von Kursen und Seminaren an der „Donau-Universität“ gesprochen wird, die weniger bieten würden als Fachhochschulen und das Wifi, so weiß man sich an die unglaublichen Verhältnisse am Institut für Philosophie in Wien erinnert, wo das Lehrangebot auf Kosten der historisch-systematischen Grundkenntnisse der Philosophie auf eine oberflächliche Interdisziplinarität verlagert wird, ohne mit dieser Umfunktionierung international Erfolg haben zu können, wodurch die wissenschaftliche Bedeutung dieses Instituts nicht mit seiner Größe korrelieren kann.
althergebracht
Noch eine Bemerkung zur “Blogologie”, genauer zur skeptisch-staunenden Verwunderung, die mich erfasst, wenn ich die angesprochenen reflektierten, technisch erweiterten und mit RSS-feeds verbreiteten Schreibformen betrachte. Vergangene Woche erhielt ich diese Mail:
Das Buch geht unverzüglich in Druck. Vertrag kommt in den nächsten Tagen. Beide Bücher werden etwa in der 29. Kalenderwoche (15.07.2008) erscheinen.
Es ist schon oft darüber geschrieben worden, dennoch eine Bemerkung. “unverzüglich” heißt hier etwas anderes, als wenn ich in einer Minute den Publish-Knopf drücke. Und auch das “Erscheinen” in der 29. Kalenderwoche hat eher etwas mit Frühlingserwachen und längerfristig angekündigten Besuchen zu tun, als damit, dass eine Mitteilung gemacht wird. Wie jetzt.
Blogoblogie
Zu den Phasen eines sich entwickelnden Blogs gehört offenbar auch eine, in der über den Blog geblogt wird. Zu dieser Phase möchte ich als Neueinsteiger mit folgenden Beobachtungen beitragen:
– der ursprünglich persönliche Blog des Herausgebers wurde einer Benutzergruppe für eigene Beiträge geöffnet, Kommentare durch Andere sind allerdings weiterhin nicht vorgesehen (also kein Forum-Charakter)
– Zielgruppe ist offenbar die Benutzergruppe selbst
– die Benutzergruppe besteht derzeit ausschließlich aus Philosphen (bzw. solchen, die es werden wollen)
– die Themen kreisen, den Interessen des Herausgebers bzw. bisherigen Alleinautors entsprechend, um (Medien-) Philosophie und Hochschulpolitik.
– Zum Thema Medienphilosophie gehört auch die Blogoblogie
multiplex
Ja, ein schöner Artikel: “Ich werde bestimmt durch das, was ich wahrnehme und womit ich interagiere. Und so kann ich über mich schreiben in angrenzenden Widerspiegelungen.” (B. Rath) Wir sind jetzt an einem Punkt angelangt, an dem die Beschreibung der technischen Möglichkeiten eines Blogs fugenlos in die theoretische Beschreibung der sozialen Verflochtenheit von Personen übergeht.




