Der Elfenbeinturm und seine Türen

Wo kämen wir hin, wenn Schuster ihre Schuhe nicht für die Allgemeinheit, sondern nur für Schuster anfertigen würden?

Diese Frage stellt Roland Reichenbach am dies facultatis der Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft, nach der Antrittsvorlesung von Frau Violetta Waibel, und vergleicht sie (die Schuster) mit den Philosophen, die ihre Arbeiten nur für Fachkolleginnen schreiben.
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sehen, was man denkt

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Nochmals das Event Sonntag vor einer Woche. Ich habe es metaphysisch kommentiert, was angesichts der Möglichkeit des Todessprungs ja nicht verkehrt sein kann. Hinterher jetzt noch eine Beobachtung zur Wirksamkeit von Bildern, speziell von solchen, die Ideen darstellen.

Der Witz der Aktion in Staatz war in der Werbekarte deutlich sichtbar, ein Trampolin über dem Abgrund:

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Das war zu sehen, aber wie? Das heißt: Was hat jemand gesehen, der diese Karte in die Hand bekommen hat. In meinem Fall muss ich gestehen, dass ich es als ein Foto genommen habe. Sicher, der undefinierte schwarze Balken an der entscheidenden Stelle, an welcher das Brett befestigt ist, war mir aufgefallen. Aber den Mangel an Detail kompensierte die (halb-bewußte) Überlegung, das sei eine Unzulänglichkeit des Fotos, z.B. fehlendes Licht. Mit klarem Blick kann jede sehen, dass es sich um eine Photoshop-Kreation handelt.

Die Idee hat die Sichtbarkeit überlagert. Oder platonisch formuliert: Was man im Kopf hat, ist eben besser sichtbar, als was die Augen bieten. Die “Unaufmerksamkeit” den Details gegenüber hat den Witz der Installation hervorgehoben, da spielt die Mechanik eine nachgeordnete Rolle. Wer will schon wissen, wie das blöde Brett technisch befestigt ist?

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Und hier der Wortbeitrag:

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“Success” für Alle?

(10:00)
Gerade findet die Karriere-Messe Uni Success statt. Während sich einige um ein Gratis-Bewerbungsfoto/Frühstück anstellten oder sich mit den Leuten am Messestand unterhielten, nutzten andere den Kontext, um “den Widerstand zu organisieren”. Und zwar gegen die UG2002-Novelle.

Die Kritik – wie ich dem Flyer entnehme – richtete sich vor allem gegen:

  • Zugangsbeschränkungen für Master- und PhD-Studien
  • Studieneingangsphasen, die den Studienbeginn erschweren
  • Unterfinanzierung der Unis, zu wenig Geld für Stipendien- und Familienbeihilfe
  • die Ausschreibung des Rektorsposten vom Universitätsrat statt wie bisher vom Senat

Schlachtrufe wie Wessen Uni? Unsre Uni! oder Master für Alle – und zwar umsonst hallten aus den Megaphonen – durch die Aula und den Arkadenhof. Trillerpfeifen. Emotionen. Die Polizei begleitete die um den Arkadenhof wandernde Gruppe, während andere Studierende die Lage beobachteten und die Flyer lasen.

Das hat den Ablauf der Eröffnung stark erschüttert. Angekündigt war eine 15-minütige Eröffnung mit Wissenschaftsminister, Rektor und Uni-Port-Geschäftsführer, die genauso wie die angekündigte Diskussion “Wie verändert Online-Kommunikation unsere Welt?” entfielen.

Eine Szene, die ich beobachtet habe: Drei der Demonstranten (m/w) mussten von den Veranstaltern gehindert werden, Broschüre-Ständer mitzunehmen. Sie erklärten ihr Verhalten in etwa mit: Wir haben aber dafür bezahlt.

(12:00) Mittlerweile hat sich die Demo aufgelöst. Bewertungen überlasse ich den Kommentatorinnenen (m/w).

Zum Rechner werden? Drei Fragmente.

Im siebenten Buch bei Platon findet sich nach dem Höhlengleichnis die Frage: „Welche Wissenschaft, mein Glaukon, kann nun die Seele vom Werden zum Sein ziehen?“ Nachdem Gymnastik, Musik und Handwerk ausscheiden, kommt Platon auf etwas, „was sich auf alles bezieht[…]was alle Künste, Forschungen und Wissenschaften benützen, was jeder in den Anfangsgründen erlernen muß!“ – die Mathematik.

platon

Für Platon ist die Zahl Eins ein idealer Gegenstand, um das Denken zum Sein zu führen; denn sie hat eine widersprüchliche Erscheinung. Einerseits ist sie eine Einheit, andererseits kann man sie unendlich oft kopieren (dadurch kommt es zu den anderen Zahlen, die alle von der Eins heraus produziert werden können). Dieser Widerspruch regt das Denken an:

„Wenn aber immer mit ihr [der Eins] zugleich ihr Gegensatz gesehen wird, so dass sie ebenso als Eins wie als Gegenteil davon erscheint, dann bedarf es schon eines Richters, und die Seele wird zwangsläufig unsicher und forscht nach, indem sie in sich das Denken erweckt, und sie fragt, was denn die Eins an sich ist; und so würde dann das Wissen um die Eins zu jenen Kräften gehören, die uns umwenden und führen zur Schau des wahren Seins.“ (524d)

Deswegen gehört die Mathematik zu den Wissenschaften, die Platon sucht:

„Der Kriegsmann muß sie wegen der Truppenabteilungen lernen, der Philosoph, weil er aus der Welt des Werdens heraustauchen und die Welt des Seins erfassen muß – andernfalls er niemals ein wirklicher Rechner wird.“

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Die letzte Wendung erinnert mich an Allan Turings Erläuterungen seiner Turingmaschinen, durch die er wichtige theoretische Grundlagen zur Entwicklung elektronischer Rechner geliefert hat. Er spricht dabei von Computern und meint damit Mathematiker oder Menschen am Fließband, bspsw.:

„Stellen wir uns vor, dass die vom Computer durchgeführten Operationen in ‚einfache Operationen’ aufgeteilt werden, die so elementar sind, dass man sich eine weitere Aufteilung nicht leicht denken kann. Jede solche Operation führt zu einer gewissen Änderung des physikalischen Systems, das aus dem Computer und seinem Band besteht.“

Und erst weiter unten:

„Es ist jetzt möglich, dass wir eine Maschine konstruieren, die die Arbeit des Computers ausführt. Jedem Geisteszustand des Computers entspricht eine ‚m-Anordnung’ der Maschine.“

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Zum Schluss noch ein Textstück aus dem Lied “Lass uns ein Computer sein” von Welle:Erdball:

Das ist der Zustand der sich lohnt
Von allem Menschlichen verschont
Jetzt ist es endlich an der Zeit
Die Technik steht für uns bereit

Jetzt sind wir ganz weit weg von hier
Zu einer Einheit schmelzen wir
Die ganze Welt ist viel zu klein
So laß uns ein Computer sein

Wir würden bald die Welt regieren
Und jeden Sinn für Zeit verlieren
Ich wär ewig mit Dir allein
Komm lass uns ein Computer sein

Kellergleichnis

Als philosophischen Impuls beim gestrigen event in Staatz N.Ö. hatte ich mir überlegt, mit der Gegenüberstellung zwischen dem Höhlengleichnis und dem Bergsteiger Zarathustra zu beginnen. Vor mir sprach Alfred Komarek über die Landschaft des Weinviertels und die Gebräuche der Weinherstellung. Plötzlich ergab sich ein neues, anlassbezogenes Bild: das Kellergleichnis. “Mehrere Menschen sind im Keller gefesselt und sehen auf die Schatten, welche die Sonne an der Kellerwand erzeugt.”

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Ernsthafter: Von der Höhle zum Gipfel herrscht das Gesetz der Zivilisation. Platon ist der Ahnherr des Bildungsgedankens, Nietzsche extrapoliert ihn zum Übermenschen. Mit welchem Bild soll man illustrieren, dass dieser ganze Zauber selbst eine fragwürdige Veranstaltung ist? Dass man (so der erste Beitrag, den ich zu diesem Thema geschrieben habe, aus dem eigenen Körper heraus erwachen und in Gottesgesellschaft stehen kann? Ein Sprungbrett am Abgrund passt gut.

Fröhlicher: Netnakisum ist eine empfehlenswerte Musikerinnen-Gruppe. Sie machte Spaß.

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Siehe die Kommentare zum letzten Beitrag.


Bericht Houhn

Uni ist eine Einrichtung „sui generis“. Von den 3% Gestaltungsreserve bis 2013 verwendet er nur 2%, der FWF bekommt davon die Hälfte, sodass dieser Anteil wieder an die Unis zurückfließt.

STEP: 0.5 bis 2 Semester Orientierungsphase, ab WS 2011 fix.

Zugangsbestimmungen Master, PHD: Senat entscheidet, ob er solche haben will. Entscheidung soll transparent ablaufen, Übergangsphase muss enthalten sein. Innerhalb der Uni muss ein Bakkalaureat auch einen Master erlauben.

Bologna: Es soll 8-semestrige Bakk als Ausnahme auch geben (wohlbegründet), anschließender Master darf aber nicht verkürzt werden. -> Lehramtsstudien.

Human-Medizin: Zulassungen bis 2015 auf bis zu 2000 anheben. Vet-Med: 250. Psychologie: 230

Quoten: nur für Medizin, sonst eine Möglichkeit einer Ministerverordnung, die eine Universität beantragen muss, und der das Parlament zustimmen muss.

Bakk, Master, PhD: Keine Mehrfachanerkennung von Arbeiten

Kliniken (Med-Unis): Arbeitszeitmodell in Arbeitsübereinkommen zwischen Uni und Spitalsträger. Es sollte 70% Klinik versus 30% Forschung ins Gesetz

Refundierung Studienbeiträge: Es hat angeblich 35% mehr Neuinskribenten nach Abschaffung der Studiengebühren gegeben. Studienaktiv soll 8+8 ECTS sein.

-> Studienplatzfinanzierung soll angegangen werden. Grenze Finanzierung ist WS 2008/09: 157 Mill Euro

Rektorswahl: 80% der Wahlen verliefen ok, Regelungsbedarf bei Problemfällen. Fristen werden gesetzt. Wiederwahl des amtierenden Rektors wenn Senat und Unirat mit 2/3 Mehrheit dafür. Findungskommission: 2 Senat, 2 Unirat – Vorsitzende müssen drinnen sein. >=5er Liste an Senat, 3er Vorschlag an Unirat.

Senatszusammensetzung: 18- oder 26-er Senate.

ProfessorInnen 50%
1 Allgemein Uni-Bedienstete(r)
25% Studierende
25% Wiss. MitarbeiterInnen

§99 Professur auf 5-6 Jahre anheben. Maximal 15% der wiss. MitarbeiterInnen. – Unirat entscheidet die Quote.

Ende Bericht Houhn


W: Gut, dass UG Laufbahnmodelle zulässt. Finanzierung ist Rücknahme der Autonomie und widerspricht den Beschlüssen vom 24.9.08. Zusatzkosten für 40.000 Studierende mal 730, tatsächlich mal 5.000 Euro. Bei Aktiven fallen PhD und Erstsemestrige raus, da nicht durch Prüfungen erfasst.

Handlungsfähige Organe: Probleme bei Einzelverträgen mit den Personen im Rektoratsteam.

C: Kompetenzverschiebungen zu Ungunsten des Senats. Studienauflassung durch Rektor inakzeptabel. Rektorswahl: Mehrheit des Senats in der Findungskommission, Vetorecht des Senats gegen Liste. Problem: 10% freie Wahlfächer bei Bakk. STEP: wieder viel Arbeit für Adaption der Studien.

K: Überarbeitungen des UG ok, STEP ok, coaching soll verbessert werden. Ordentliche Betreuungsverhältnisse nach STEP wichtig. Rektorswahlen: Senat soll Mehrheit in Findungskomm haben. Finanzierungsproblem: 3% sind 10 Millionen pro Jahr. Studierende: Mindest 4+4 ECTS für aktive ok, 8+8 zuviel, 2+2 würde reichen, da die, die nur aus Jux studieren gar keine Prüfungen ablegen.

L, MUG: Unirat und Rektorswahl soll so wie im Entwurf stehen bleiben

S: Psychologie: jetzt 600, 1200 sind nicht finanzierbar. §99 Professuren steigern die Personalkosten und die Leute arbeiten ja nachher nicht mehr als vorher. Warum also besser bezahlen (W wirft ein, dass sie ja dann keine Beamten mehr sind). Gegen §99 Professuren, gegen 15%, gegen Umbau des Senats.

K: 15% qualifizierten Mittelbau gibt es nicht. Senat: neue Zusammensetzung schlecht, fordert 50%+1, internationale Gepflogenheit, damit Höchstqualifizierte Einfluss auf Uni nehmen können.

S: gegen Selektion, STEP. Für neuen Senat, besser 1:1:1.

Die Projektbühne

“Ich bin also der Meinung, die Probleme im Wesentlichen endgültig gelöst zu haben. Und wenn ich mich hierin nicht irre, so besteht nun der Wert dieser Arbeit zweitens darin, dass sie zeigt, wie wenig damit getan ist, dass die Probleme gelöst sind.” (Wittgenstein)

controlling

Phase 1

Gestern habe ich mich mit einem Foliensatz von Projektmanagement gequält, in der sehr detailiert das Vorgehen beschrieben wird, mit welchen Methoden und einzelnen Schritten man ein Projekt erfolgreich vom Anfang bis zum Ende bringen soll. Da gibt es den Projaktantrag, den Projektauftrag, die Vorbereitung der Planung, die Planung (mit Projekthandbuch), die Durchführung, das Controlling, das Projektmarketing, die Projektkoordination, usw. Gehen wir genauer ins Controlling; man kann es weiter unterteilen in: die Vorbereitung eines Workshops zum Controlling, die Durchführung des Workshops zum Controlling, die Besprechung des Workshops mit dem Auftraggeber, die Nachbereitung des Controllings und der Besprechung usw. Jeder dieser Schritte kann nochmals untergliedert werden in Tätigkeiten, die zu tun sind,  Dokumente, die anfallen und Personenrollen, die daran beteiligt sind.

Irritation 1

Man könnte behaupten, die Probleme wären damit endgültig und definitiv gelöst. Und nehmen wir an, es ist tatsächlich so. Für alles, was in einem Projekt schiefgeht, gibt es ein Kapitel in einem Regelbuch das sagt, wie man es hätte machen sollen. Doch das, was Projekte auszeichnet, ist ihre Einmaligkeit und die sich ändernden Umstände. Es klingt ein bisschen paradox, Regeln anzugeben, wie man – für alle Projekte – bei einmaligen Bedingungen vorgehen soll. (Fairerweise muss man sagen, dass in den Regelbüchern angegeben ist, dass Planungsdokumente nur so detailliert angefertigt werden sollen wie man sie im Projektverlauf benötigt, um den Fortschritt zu ‘messen’. Wenn man das nicht tut, dann wird empfohlen, die Planung gar nicht so detailliert zu machen.) Eine Regel anzugeben ist etwas anderes als einer Regel folgen und einer Regel folgen heißt nicht, dass (a) jeder dieselbe Handlung daraus ableitet und (b) auch nicht, dass, unter allen Umständen dasselbe dabei herauskommt, selbst wenn alle dieselbe Handlung aus der Regel ableiten.

Phase 2

Dann lese ich heute den Foliensatz über “Agiles Projektmanagement”, der meine Irritation kurz beruhigt: Hier wird von Flexibilität im Handeln, Reaktion auf sich stetig ändernde Bedingungen gesprochen. Es geht nicht mehr um das sture Abarbeiten von Regelwerken, Methoden und Plänen, sondern: Holismus statt Reduktionismus; Kommunikation und Zusammenarbeit VOR Vertragsverpflichtung und Methodenzwang. Anstelle der Fernsteuerung der Untergebenen durch die Projektleiterin, tritt Vertrauen und Einfühlungsvermögen. Sie denkt sich in ihre Mitarbeiter hinein und versucht an ihren aktuellen Herausforderungen und Problemen teilzuhaben, trotzdem aber darauf zu achten, dass die Arbeit getan wird.

Irritation 2

Dann muss ich folgenden Satz lesen „Erlaubt ist alles, was den Erfolg des Projektes fördert und Risikopotenziale senkt!” Wow, so viel gleich? Wenn das kein Freiraum ist… Bei diesem Satz wird man vor die Tatsache gestoßen, in welchem Milieu sich ein Projekt (sagen wir im IT-Bereich) zu behaupten hat und dass am Ende etwas rausschauen muss; man hat einfach einen gewissen Druck.

Vor diesem Hintergrund wird ein bisschen verständlich, warum sich eine Sympathie für den kybernetischen Kreislauf von Planung-Kontrolle-Steuerung entwickelte: um sich abzusichern. Das hat in weiterer Folge aber zu sehr umfangreichen und unflexiblen Regelwerken geführt, die kaum mehr überblickbar sind (Phase 1). Beim “Agilen Projektmanagement” möchte man sich wieder “auf das Wesentliche” besinnen: Die beste Planung hilft nichts, wenn sich die Bedingungen verändern; und das tun sie laufend. Irgend etwas Unvorhergesehenes passiert, das ist ja das Charakteristische (und auch Spannende) von Projekten. Es kann Teile geben, die eine gewisse Routine erfordern und wo Regelbücher helfen können. Doch dann gibt es Phasen im Verlauf eines Projekts, die zu Beginn nicht vorhergesehen werden können. Wenn diese Phasen eintreten, muss man sich Gedanken darüber machen, wie man darauf reagiert. Man plant also on-demand, iterativ und für bestimmte Fälle; und setzt primär auf Kommunikation und Kooperation im Team.

Fragezeichen

Trotzdem bleibt, dass Projekte im Kontext einer bestimmten Ökonomie arbeiten, in der tlw. sehr hohe Erwartungen an das Projekt herangetragen werden. Leistungs- und Erfolgsdruck. Die Frameworks von “Agilem Projektmanagement” geben (mit Rückbezug auf Verhaltenspsychologie und Gruppendynamik) Hinweise für den Aufbau eines Bühnenbilds, das die ängstigenden Aspekte dieser Tatsache kaschiert (und das ist nicht unbedingt negativ). Das arbeitende Projektteam hat dadurch die Möglichkeit, sich auf die sachlichen Anforderungen und deren Umsetzung zu konzentrieren und nicht darauf, mit welchen Konsequenzen zu rechnen ist, wenn die Umsetzung länger dauert als geplant. Der Erfolg dieses Bühnenbildes hängt einerseits von der Fähigkeit der Bühnenbildner ab. Andererseits von den Schauspielerinnen/Künstlern/Software-Ingeneurinnen, die zweigespalten sind. Sie wissen einerseits, dass das ganze ein Schauspiel ist (letztlich geht es um gute Kritiken, wenn man der Metapher folgen will), genießen es aber andererseits, zu spielen und sich völlig auf ihre Rolle einzulassen.

Hintergrundinformationen

Projektmanagement
Stakeholder
Projektcontrolling
Scrum (Beispiel eines Vorgehensmodells für Agiles Projektmanagement)
Bühne (Psychodrama) – Eine weitere Bedeutung von Bühne, die ich beim Schreiben des Artikels noch nicht gekannt habe.

sprunghaft

jgfern

Nächsten Sonntag habe ich auf einer Veranstaltung in Staatz, N.Ö. Gedanken zu einem Projekt zugesagt, das im obigen Bild dargestellt wird. In der Vorbereitung bin ich auf einen Text aus Plotins Enneaden gestoßen (IV, 8, 1-10), der mich unmittelbar gepackt hat. Ich übersetze etwas frei.

Oft, wenn ich aus dem Körper zu mir selbst aufwache, alles andere hinter mir lasse und in mich einkehre, sehe ich die erstaunliche, gewaltige Schönheit und glaube dann sicher, zum höheren Leben zu gehören. Ich befinde mich auf der Spitze des Lebens, dem Göttlichen gleich geworden und in ihm fundiert. Im Vollbesitz meiner Kraft habe ich mich über alles gestellt, was sonst noch geistig ist.

Also in der Luft, zwischen Himmel und Erde. Wie geht das weiter? Fortsetzung folgt.

Heteronormo – what?

Bild 1 und Bild 2.

Ohne Kommentar, im Anschluss an den Beitrag von Andreas Kirchner.

Mittwoch, 27. Mai 2009, 18.30 Uhr:

Feministische Theorie und Gender Studies

Antke Engel:

Liebe queer? Direkt ins Herz der Heteronormativität?

Was könnte es heißen, Liebe queer zu denken? Ist Liebe nicht immer queer? Wenn wir Liebe nicht mit der heterosexuellen Romanze verwechseln oder mit Gottes Überschwang oder mit einer anthropologischen Universalie, die die kleinliche Unterscheidung von Hetero- und Homosexualität überwindet, entsteht Raum für die Fragen, wann und wo queer geliebt wird. Vielleicht auch: Wie queer lieben? In Kooperation mit mehreren visuellen künstlerischen Arbeiten (Rashawn Griffi, Pauline Boudry / Renate Lorenz und Angelina Maccarone) möchte ich Bilder davon entstehen lassen, was das Herz der Heteronormativität queered.

Antke Engel ist freie Wissenschaftlerin und Philosophin im Bereich feministischer und queerer Theorie und derzeit Research Fellow am Institute for Cultural Inquiry / Kulturlabor (ICI Berlin).

dih

Wenn soziale Gefüge übersteuern…

Es ist verständlich, dass die Beurteilung von Sachkompetenzen nie völlig unabhängig von sozialen Verflechtungen getroffen werden kann, die in einem Unternehmen oder im Wissenschaftsbetrieb herrschen.  Doch das Maß, in dem diese Verflechtungen berücksichtigt werden, ist nur bis zu einem gewissen Grad förderlich für den Erhalt und die Weiterentwicklung des Netzes.

spinnennetz

Am Beispiel einer Firma: Es ist schön für die konkrete Person, wenn sie von der Firma, für der sie arbeitet, Rat und Hilfe bekommt. Und zwar Hilfe, die über die Aufgaben und Funktionen, die sie in der Firma übernimmt, hinausgeht.

Restriktiv wird es, wenn dieser Rat in ein Imperativ umschlägt und die weitere Mitgliedschaft an der Befolgung dieses Imperatives hängt.

Unerträglich wird es, wenn der Imperativ nicht ausgesprochen, sondern als “Firmen-Ethos” oder Selbstverständlichkeit implizit vorausgesetzt wird (Das kann man sich weiterdenken bis zu einer Diktatur der Angst, in der man nie genau weiß, ob eine Entscheidung die man trifft, durch Ausschluss aus der Gruppe bestraft wird, da man keinen Einblick in die Spielregeln hat).

Nochmal: Das bezieht sich nicht auf Imperative, in denen es um die Erfüllung von “firmeninternen” Aufgaben geht, sondern um Befehle, die darüber hinaus gehen und die damit andere (mehr oder weniger verandte) Lebensbereiche betreffen.

Das, was ich allgemein für Firmen gesagt habe, lässt sich im wissenschaftlichen Bereich wiederholen. Beispiel: Die Entscheidung, eine wissenschaftliche Tätigkeit in einer Institution auszuüben, wird von der Entscheidungsbefugten Person daran geknüpft, ob man Weichenstellungen in seinem Studium den Interessen der Insitution
unterwirft, indem man darauf verzichtet, seinen persönlichen Forschungsinteressen nachzugehen.

Natürlich ist es jeder Institution selbst überlassen, welche Personen sie anstellt und welche Bedingungen man an die Anstellung knüpft, doch ob man durch so eine Politik jene kreativen und einfallsreichen Leute bekommt, die man braucht und gerne hätte, wage ich zu bezweifeln.