Jurisprudence, Law, Managment

My Iranian Junk. or how I came to Iran on 27th...
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Ein eigenartiger Faden zieht sich durch meine letzten Beiträge. Vergangene Woche besuchte ich auf einer Erkundungstour den Iran. Wir hatten Gespräche mit mehreren Fakultäten. Das Setting war überall ähnlich: 8-12 Wissenschaftler, kaum eine Frau, begrüßen uns höflich. Wir tauschen Oberflächlichkeiten aus und ansatzweise versuche ich, umstrittene Themen zu berühren. “Sie unterrichten Burschen und Mädchen getrennt. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? An der Universität Tehran gibt es diese Einschränkung nicht.”

Der rote Faden ist die Rolle der Religion in der Welt der Wissenschaft. Die Organisation des University College Qom ist typisch. Es gibt drei Fakultäten:

  • Theologie und arabische Sprache (die gehört wegen des Korans zur Theologie)
  • Rechtswissenschaft
  • Management

Was auf der Website “Theology” heißt, wird in einem Organigramm als “Jurisprudence” bezeichnet. Es ist die Grundlegung des richtigen Lebens, Scharia im neutralen Sinn. Darauf baut die Rechtslehre auf, die sich mit den faktischen juridischen Regelungen beschäftigt. Und zuletzt die Nutzanwendung: das moralisch unterlegte Management.

Wie wirkt sich die islamische Grundüberzeugung auf die Führung eines großen Ölkonzerns aus? Darauf wurde geantwortet: Jeder Mensch folgt ethischen Prinzipien, auch in alltäglichen Entscheidungssituationen. Die Problemstellung ist aus der christlichen Soziallehre bekannt. Es ist – für Philosophen – schwierig, nicht etwas Sympathie mit dieser Großraumperspektive zu empfinden. Also nickte ich höflich. Doch das befriedigte wieder andere iranische Teilnehmer nicht. Sie fragten nach, ob ich mit dieser Reaktion zufrieden sei. Es ist nicht unschuldig, für eine hohe Durchlässigkeit zwischen Glaubens- und Geschäftssachen einzutreten.

Mission und Dialog in Europa, andersrum

Resurrection
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Alain Badiou ist im Moment einer der prominentesten französischen Philosophen. Eben erschienen ist sein Worfür steht der Name Sarkozy?. Wenn man sich ansieht, wie er gegen die Konventionen der Mainstream Demokratie argumentiert, findet man eine ausgesprochen erlösungstypische Rhetorik. Er ist missionarisch unterwegs.

“Die Illusionen ablegen” heißt kategorisch zu leugnen, daß die Wahl eine echte Entscheidung ist. Es heißt, sie als organisierte Desorientierung zu erkennen, die dem Perso­nal des Staats freie Hand gibt. Das ganze Problem ist dann, diese Illusion affirmativ zu verwerfen, das heißt: das Prin­zip einer Orientierung des Denkens und der Existenz woanders zu finden. Zu diesem Zweck, um die Illusion als Illusion zu erkennen und sie zu verwerfen.”

Es gibt eine in den Grundsätzen falsche Welt, der wir durch einen Erkenntnisschub entkommen können. Er führt zu einer qualitativen Umwertung, durch die die “Arbeiter ohne Papiere” – die Ausgestoßenen dieses “saeculums” – ins Zentrum geraten.

Die Orientierung. Sie erfolgt auf Distanz zum Staat, also insbesondere außerhalb der Wahl. Ihre Sache ist es, noch nicht da Gewesenes im Realen zu konstruieren. Sie besteht in der Inkorporation in einen Wahrheitsprozeß, besonders bei der direkten politischen Organisation de­rer, die hier aus der (falschen) einzigen Welt herausge­halten und in die »andere« Welt abgeschoben werden. Im Kern dieses aus der Welt exilierten Proletariats: die Arbei­ter ausländischer Herkunft. Und im Kern dieses Kerns: die Arbeiter ohne Papiere.

Der Effekt ist eine Extase, eine Überschreitung und eine neue Wahrheit:

Das Subjekt-Werden ist das Ergebnis der als Orien­tierung gedachten Inkorporation. Das menschliche Indi­viduum, das Lebewesen, das darauf abgerichtet ist, an­gesichts der Ware bloß seine unmittelbaren Interessen zu kennen, macht sich zu einer Komponente des Wahrheits­körpers neben anderen, und damit überschreitet es sich als Subjekt.

Woran erkennt man denjenigen, der seine angebliche .,freie Individualität«, will sagen das Stereotyp, in dem er aufgelöst ist (denn was ist monotoner, was einförmiger als die »freien« Individuen der Marktgesellschaft, die zi­vilisierten Kleinbürger, die wie die Papageien ihre lächer­lichen Ängste wiederholen?), in der lokalen Festigkeit einer transindividuellen Wahrheit überwindet?

Das in Aussicht genommene Ergebnis ist sicher attraktiv. Eine

… Überzeugung, daß es unendlich wichtiger ist, zusammen mit vier afrikanischen Arbeitern aus einem Heim, einem Studenten, einem chinesischen Handlanger aus der Textilbranche, einem Postler, zwei Vorstadt-Hausfrauen und ein paar Nachzüglern, ein Treffen zu organisieren, das die Verständigung über einen Punkt und, von den Pressionen des Staates unbeeindruckt, eine Dauer herstellen kann – um ein ihm selbst inkommensurables Unendliches wichtiger, als den Namen eines ununterscheidbaren Politikers in die staatliche Wahlurne zu werfen.

Dennoch ist das eine eigenartige Mischung aus Erweckungs-Mentalität und einer Sprache, die sicher kein Postler versteht. Also braucht Badiou einen Hochschullehrgang für Mission und Dialog in Europa?

mit uns

Da wir hier gerade eine religiöse Schiene haben, paßt der Verweis auf “Eine Gemeinschaft von großer Vielfalt”:

Emmanuel ist eine „internationale Vereinigung von Gläubigen päpstlichen Rechts”. Am 8. Dezember 1998 wurde die Gemeinschaft ad infinitum für die Gesamtkirche vom Hl. Stuhl anerkannt. Heute ist die junge Gemeinschaft in vielen Ländern der Welt aktiv. Vom Landwirt bis zur Studentin, vom Juristen bis zur Verkäuferin – Ehepaare, junge Leute und Singles gehören genauso zur Gemeinschaft wie Priester und zölibatär lebende Schwestern und Brüder. Jeder lebt in seinem familiären und beruflichen Umfeld und setzt sich besonders dafür ein, das Evangelium heute sichtbar zu machen.

Auf diese Vereinigung wurde ich aufmerksam, weil sie gemeinsam mit der kath.-theolog. Fakultät der Universität Wien einen Lehrgang anbieten will. Es gibt nicht wenige solche Lehrgänge, darunter Kurse für Lehrhebammen und Integrative Outdoor-Aktivitäten. In diesem Fall ist es aber etwas komplizierter, denn es soll um “Dialog und Mission in Europa” gehen. Das würde ich nicht inskribieren, ebensowenig wie “Kanonisches Recht für Juristen”. Aber als Programmpunkt einer Fakultät ist es doch ernst zu nehmen.

Vor allem, wenn man liest, wie ernsthaft versucht wird, der Sache den Anschein der Proselytenmacherei zu nehmen:

Der gesellschaftliche Auftrag verpflichtet die Theologie, im Angesicht verstärkter Präsenz des „Religiösen“, sowie intensivierter missionarischer Praxis der christlichen Kirchen, diese Prozesse wissenschaftlich zu begleiten. Sie hat in ihren Ausbildungen dafür Sorge zu tragen, dass Theologinnen und Theologen sowie akademisch ausgebildete Christinnen und Christen sich in dieser Situation reflektiert, kritisch und gebildet einbringen und die beschriebenen Transformationsprozesse verantwortet und handlungskompetent mitgestalten können. Dazu bedarf es fundierter universitärer Ausbildung jener Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, die für pastorale Projekte mit missionarischem Schwerpunkt jetzt und in Zukunft Verantwortung tragen bzw. tragen werden. Dies ist ein wesentlicher Beitrag der Theologie an einer staatlichen Universität zu einer humanisierenden und friedenssichernden Gesellschaftspolitik.

Hat nichts geholfen. Aus dieser Passage hat ein rhetorisch gewiefter Student die Bezeichnung “Multiplikatorinnen und Multiplikatoren” herausgenommen und einer Mehrheit des Senates damit plausibel gemacht, dass wir im Falle einer Genehmigung Masterdiplome zum Gebrauch für Abtreibungsgegnerinnen verteilen.

Auf der einen Seite die Ambivalenz zwischen Gottesdienerinnen und Wissenschaft, auf der anderen der wohleingesessene Antiklerikalismus. Ich fürchte, ich muss weiterhin das Zwielicht vorziehen.

Gekreuzigte Informatik !?

Dummerweise werde ich beim Posten von Kommentaren als Spambot qualifiziert (hier wirkt sich die Eigendynamik der virtuellen Welt schon aus). So werde ich nun einen Antwortpost anstelle des Kommentars zu: “Heilige, Übermenschen, Avatare” verfassen.

Die These gegen Ende des Vortrags, dass nämlich sowohl Jesus Christus als auch die Maus eine ähnliche Vermittlerrolle inne haben, bzw. Mitglieder zweier Welten sind, ist provokant und regt zum Nachdenken an:

Dabei ist mir ein Buch von Papst Benedikt 16 (als er als Josef Ratzinger noch Vorlesungen hielt) in die Gedanken getreten: “Einführung in das Christentum”, der mir u.A. die Bedeutung des Kreuzes im Christentum etwas klarer gemacht hat. Anbei ein paar Stellen, die mir zum Thema zu passen scheinen:

“Der Glaube sieht in Jesus den Menschen[…], in dem Personalisation und Sozialisation sich nicht mehr ausschließen, sondern bestätigen; jenen Menschen, in dem höchste Einheit – “Leib Christi”, sagt Paulus, ja noch schärfer: “Ihr seid ein einziger in Christus” (Gal 3,28) – und höchste Individualität eins sind; jenen Menschen, in dem die Menschheit ihre Zukunft berührt und in höchstem Maße sie selbst wird, weil sie durch ihn Gott selber berührt, an ihm teilnimmt  und so in ihre eigentlichste Möglichkeit gelangt. Von da aus wird der Glaube in Christus den Beginn einer Bewegung sehen, in der die zerteilte Menschheit immer mehr eingeholt wird in das Sein […] eines kommenden Menschen”.

Kommender Mensch – das findet man auch bei Nietzsche und seiner Übermensch-Konzeption.

“[D]as Kreuz […] als der Vorgang, in dem einer das ist, was er tut, und das tut, was er ist; als Ausdruck für ein Leben, das ganz Sein für die anderen ist.”

“Wer seine Existenz so ausgestreckt hat, daß er gleichzeitig in Gott eingetaucht ist und eingetaucht in die Tiefe des gottverlassenen Geschöpfs, der muß gleichsam auseinanderreißen – der ist wirklich ‘gekreuzigt’.”

Querverweis:
In meiner (bald fertigen) Seminararbeit (siehe “Noncomputable Computations”) komme ich darauf, dass Computer Science per se Mitglied zweier Welten ist. Einerseits gibt es die Welt des idealen, mathematischen, unendlichen. Auf der anderen Seite die endliche Welt der Maschinen und Menschen, die mit Alltagsproblemen fertig werden wollen. Computer Science versucht aus Erkenntnissen der idealen Welt die reale auszurichten, einzuteilen und zu steuern. Andererseits treten praktische Zusammenhänge durch geeignete Modellanpassungen in die ideale Welt. Insofern ist Computer Science auch gekreuzigt, wenn ich mir diese Verbindung erlauben darf.

Heilige, Übermenschen, Avatare

In die Woche der US-amerikanischen Präsidentschaftswahl und nach Allerheiligen fällt ein Vortrag, der mit Dürers Allerheiligenbild beginnt und einige Beispiele aus dem TV- und Cyberspace dagegen stellt. Achtung! Es läuft darauf hinaus, ein altes christliches Dogma, die hypostatische Union, in Beziehung zu Avataren in künstlichen Welten zu setzen.

Non-computable computations

In der Vorbereitung auf eine Seminararbeit von “Great Principles of Information Technology” bin ich gerade dabei, mich ein bisschen in Debatten über Berechenbarkeitstheorien zu vertiefen. Was mir dabei begegnet ist, dürfte auch philosophisch relevant sein:

Die Grundthese eines Artikels von “Jan van Leuuwen und “Jiri Widermann” (2000) ist, dass sich unsere Vorstellungen von dem Begriff der Berechenbarkeit verschoben haben. Berechenung ist nicht mehr nur ein mechanischer Prozess, den eine Maschine für sich alleine mit fixem Anfang und Ende ausführt, das Ergebnis ausspuckt und dann anhält, sondern unterliegt interaktiven und evolutionären, nicht-berechenbaren Elementen, die aus der Erfahrung, aus unvorhergesehenen Ereignissen kommen und die potentiell unendlich lange weiterlaufen:

The intuition that computing corresponds to formal computability by Turing machines … breaks down when the notion of what is computable is broadened to include interaction. Though Church’s thesis is valid in the narrow sense that Turing machines express the behavior of algorithms, the broader assertion that algorithms precisely capture what can be comptued is invalid.

In einer Zeit des Global Computing ist es fast ein Einzelfall, wenn ein Computer nicht mit anderen vernetzt ist. Das Verhalten des Computers verändert sich unvorhergesehen durch Viren, Software-Updates und Hardware-Updates. Diese Veränderung kann selbst nicht berechnet, sondern nur als evolutionärer Prozess beschrieben werden. Durch automatische Software-Updates und Viren können selbst Systemadministratoren nicht alle Eventualitäten dieser Veränderung überschauen.

Turing hat sein Maschinen-Modell dem Menschen, der isoliert am Fließband arbeitet oder der im Stillen mathematische Beweise führt, abgeschaut. Unsere Erfahrung zeigt, dass gerade durch die Realisierung dieses Maschinen-Modells Interaktion und Kooperation ins Zentrum unseres Interesses rücken und zu einer Erweiterung dieses Modells nötigen. Durch die Vernetzung entsteht neue Komplexität, die mit neuen Maschinenmodellen überschaut werden muss: “Interaktive Turing-Maschinen mit Beratungs-Funktion” ist die Antwort, die neue Art der Berechnung zu formalisieren. Die wesentlichen Unterschiede sind:

  • Berechnung ist verstanden als eine potentiell unendliche Transformation von Zeichenketten nach bestimmten (dynamisch änderbaren) Regeln
  • die Maschine kann mit anderen Maschinen oder mit der Umgebung Zeichenketten (d.h. Zwischenergebnisse der Transformation) austauschen
  • die Maschine kann eventuelle Ereignisse, die Auswirkung auf die Berechnungsmethode haben (SW-Updates,…), durch Abfragen der Beratungs-Funktion zur Veränderung der Berechnungsmethode heranziehen (a posterio-Anpassung des Berechnungsverfahrens)

Ein interessanter Schritt, der am Ende der Arbeit angedeutet wird ist, dass man dieses Berechnungsmodell zurückbeziehen kann auf die Phänomene in der sozialen Welt. Jeder Akteur kann als eine “interaktive Turing-Maschine mit Beratungs-Funktion” verstanden werden. Sie handeln aufgrund eines bestimmten Schemas, jedoch kann sich das Schema aufgrund von Ereignissen und Erfahrugnen ändern, sich sozusagen selbst korrigieren. Die “Beratungs-Funktion” ist das Fenster zwischen der a-priori Welt des “eingebrannten” Regelwerks und der a-posteriori-Welt der unvorhergesehenen Ereignisse und Erfahrungen:

Consider the case of a finite system of intelligent autonomous mobile agents that move around in some environment and exchange messages by whatever formalisable means: spoken language, via mobile phones, via the Internet, by ordinary mail, and so on. Occasionally, new agents appear and start to interact with their environment. Some agents may be killed by accident, some will not work properly, but all will die after some time. For some unpredictable reasons some agents may even behave better than any other previous ones. In general all agents are intelligent, which means that they are able to learn. In the course of their education new agents will successively become skilled, start to cooperate with other agents and perhaps invent new knowledge. The wohle society will develop.

Under suitable assumptions behaviours like this can be seen as ‘computations’ of a dynamic system of interactive Turing machines with advice. The assumptions are that all agents behave as interactive algorithms and that their evolutionary upgrades and moving around in the environment as well as their interaction as well as the times of their birth and death are captured in the respective advice. The similarty with the internet machine is obvious.[…] In the virtual world modeled in a computer a virtual society could develop as envisioned above. One could monitor the respective development and could make non-computable interventions into the underlying process.

Gottes Wege sind unergründlich, genauso wie für die virtuelle Bevölkerung jene Interventionen, die wir machen könnten, wenn wir die soziale Welt im Computer simulierten. Ist der aktuelle Crash der Finanzwelt genauso unergründlich? In gewisser Weise ist er ein Ereignis, der unsere Operationsweisen verändern kann, soviel kann man zugeben.

Ein kleiner technischer Hinweis: Die Beratungs-Funktion (advice-function) ist eine schwächere Form von dem, was Turing “Orakel” genannt hat. Die Turing-Maschine braucht nur eine Anfrage an das Orakel zu stellen und erhält im nächsten Schritt die gewünschte Antwort. Bei der Beratungs-Funktion werden die möglichen Anfragen eingeschränkt, sodass die Turingmaschine trotzdem noch die Notwendigkeit hat, selbst jene Berechnungen durchzuführen, die sie durchführen kann oder um zu verhindern, dass sie “cheatet” indem sie zu komplexe Fragen stellt.

Was auch immer von dem Vorhaben – die soziale Welt zu simulieren – zu halten ist, es ist bezeichnend, dass ein neues Paradigma der Berechenbarkeit diskutiert wird, das den Fokus auf Interaktion und Kooperation legt.

Big Brother Awards

Meine Entdeckung bei der Big Brother Awards Gala war die Ästhetik der “security professionals”. Sie traten in zwei Varianten auf. Erstens standen sie wirklich beim Bühneneingang und wachten darüber, dass niemand unbefugt in die Garderobe eindrang. Und zweitens wurden sie auf der Bühne aufgeboten, mit dem entsprechenden schwarzen Anzug, dem Knopf im Ohr und der autistischen, entrückten Attitüde. Erstmals wurde mir verständlich, was daran attraktiv sein kann. Früher waren das die Löwen rechts und links von der Schlosseinfahrt, oder das Garderegiment, das vorbei defiliert. Kastraten des Geschehens, symbolisierte Bodyguards, die sich von Jenseits in die Verhältnisse einpflanzen.

Der Ablauf selbst ist in einem Tondokument festgehalten.

ab die Post

Gestern abends gab es die Big Brother Awards. Eine Preisverleihung an Personen und Institutionen, die sich besonders um die Verletzung des Datenschutzes “verdient” gemacht haben.

Mein Bezugspunkt war der Nachsendeauftrag der österreichischen Post.
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In diesem Formular wird das Geburtsdatum und der Geburtsort der Antragstellerin abgefragt.

Im Kleingedruckten findet sich ein Passus, in dem man die Weitergabe der Information an Dritte untersagen kann. Der Post ist allerdings nicht aufgefallen (oder unwichtig), dass es keine Mittel gibt, diese Option online anzukreuzen.

Und wirklich scherzhaft ist die Begründung der Post für ihren Informationszugriff. Sie sagt, dass an einer Adresse ja zwei Generationen einer Familie leben können, Josef Gruber Vater und Sohn. Die Post verschweigt uns allerdings, wie sie anhand einer Adresse “Josef Gruber” herausfindet, welcher von beiden gemeint ist.

Lebenskünstlerin. Oder: Was mich fasziniert…

Ich lausche und sehe regelmäßig den Podcast eines evangelischen Pfarrers aus Bischofshofen (AT). Der Inhalt seines Beitrags hat mich diesmal besonders erstaunt, sodass ich mich darauf kurz beziehen muss. Fernab (oder auch in Einklang) meiner philosophischen und informatischen Interessen hat mich schon immer interessiert, wie Menschen fernab der – falls es sowas gibt – “herkömmlichen” Lebensweise einen Weg für sich gefunden haben. Vor allem, um von ihnen zu lernen.

Ein Bild von Heidemarie Schwermer
Ein Bild von Heidemarie Schwermer, die seit 12 Jahren ohne Geld lebt, aus freien Stücken.

Als Student wie ich fragt man sich oft: “Ja, wann soll ich anfangen, Geld zu verdienen? Denn von irgendwas außer dem Interesse an seinen Studien muss man ja leben?” Diese Frau zeigt, dass man nicht vom Geld leben muss, sondern dass es auch heute möglich ist, direkt vom Kommunikations-&Handlungszusammenhang, den man zu seinen Mitmenschen aufbaut, seine Erfüllung zu finden.

Im Anhang der Podcast, wo Ausschnitte aus der Sendung, in der die Ausstrahlung und Bescheidenheit dieser Frau zur Geltung kommt, gezeigt werden. Eine viable Alternative zu den Ängsten, die Börsenmakler und Bankvorsitzende nun ausstehen müssen.

Heinrich Böll hatte dazu auch etwas in “Anektote zur Senkung der Arbeitsmoral” (1963) zu sagen.